Negative Zinsen EZB kann weniger deutsche Anleihen kaufen

Immer mehr deutsche Anleihen dürfen von der Europäischen Zentralbank nicht mehr aufgekauft werden. Denn viele Papiere notieren unter halb der Schwelle von minus 0,4 Prozent Rendite.

Wer derzeit Bundesanleihen kauft, muss in den meisten Fällen negative Zinsen in Kauf nehmen. Quelle: dpa

Wegen zu niedriger Renditen sind mehr als die Hälfte aller Bundesanleihen für die Europäische Zentralbank (EZB) derzeit außer Reichweite. Die Rendite von 57 Prozent aller deutschen Titel liege derzeit unter der Marke von minus 0,4 Prozent, teilte der Vermögensverwalter Pictet am Montag mit. Vor zwei Wochen habe die Quote noch bei 50 Prozent und im Februar bei 45 Prozent gelegen.

Die EZB kauft seit mehr als einem Jahr Staatsanleihen im Volumen von inzwischen 80 Milliarden Euro monatlich auf, um die heimische Konjunktur anzukurbeln und die drohende Deflation, eine Spirale fallender Preise und rückläufiger Investitionen, abzuwenden. Dabei darf sie nur Papiere einsammeln, die oberhalb des Einlagenzinses von minus 0,4 Prozent rentieren. Sonst würde sie bewusst Verluste in Kauf nehmen.

Derzeit liegt die Rendite aller Bundesanleihen mit einer Laufzeit von sieben Jahren oder weniger unterhalb der Marke von minus 0,4 Prozent. Die einjährigen Titel rentierten mit minus 0,649 Prozent sogar so niedrig wie nie zuvor.

Die Entscheidung der Briten für einen Ausstieg aus der EU hat die Nachfrage nach deutschen Papieren noch einmal verstärkt. Aus Furcht vor den wirtschaftlichen Folgen des Brexit greifen Anleger zu den als sicher geltenden Bundesanleihen.

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