Neue Kapitalerhöhung Rocket Internet sammelt nochmals 590 Millionen ein

Die Internet-Startup-Schmiede Rocket Internet platziert vier Monate nach dem Börsengang neue Aktien im Wert von mehr als einer halben Milliarde Euro. Privatanleger gehen dabei jedoch leer aus.

Die größten Börsengänge weltweit
Telekom Quelle: dapd
Platz 10Japans Telekommunikations-Riese Nippon Tel ging bereits 1987 an die Börse und nahm 15,3 Milliarden Dollar ein. 1999 wurde der Konzern umstrukturiert und ging in der NTT Communications Corp auf. Im Bild NTT-Präsident Masanobu Suzuki. Quelle: AP
General Motors Quelle: dpa
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Platz 7Der italienische Energieversorger Enel SpA beschäftigt über 58.000 Mitarbeiter. Bei seinem Börsengang im Jahr 1999 konnte der Konzern 16,5 Milliarden Dollar einsammeln. Quelle: REUTERS
Platz 6Ein Blick auf den AIA-Turm in Hong Kong. Die asiatische Sparte des US-Versicherers AIG nahm bei seinem Börsengang im Oktober 2010 17,8 Milliarden Dollar ein. Quelle: REUTERS
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Kaoru Kato NTT Docomo Quelle: REUTERS
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Platz 2Am 16. Juli 2010 kam es in China zum bis dahin größten Börsengang der Geschichte. Der Rekord sollte mehr als vier Jahre Bestand haben. Die Agricultural Bank of China (ABC) hat bei ihrem Börsendebut die Summe von umgerechnet 22,12 Milliarden Dollar eingesammelt. Die Bank betreibt in China 24.000 Filialen, beschäftigt rund 300.000 Mitarbeiter und betreut 320 Millionen Kunden. ABC ist vor allem in den ländlichen Regionen stark vertreten. ABC-Bankchef Xiang Junbo (rechts) und sein Vize Zhang Yun sollten als Chefs die ineffiziente chinesische Staatsbank in ein profitorientiertes Kreditinstitut verwandeln. Der Börsengang fand sowohl in Shanghai als auch Hongkong statt. Quelle: REUTERS
AlibabaAm 19. September 2014 krönte Jack Ma (Dritter von rechts), der Gründer und Chef von Alibaba, sein Lebenswerk mit dem Börsendebüt an der New Yorker Börse. Die Nachfrage nach Alibaba-Aktien war so hoch, dass das chinesische Unternehmen letzten Endes Aktien im Wert von 25 Milliarden Dollar an der Wall Street platzieren konnte. Auch der erste Handelstag war ein voller Erfolg: Ausgehend vom Zuteilungspreis bei 68 Dollar, stieg der Kurs von Alibaba am ersten Handelstag zeitweise bis knapp an die 100 Dollar. Zum Handelsschluss lag der Kurs bei knapp 94 Dollar - ein Plus von 38 Prozent am ersten Tag. Quelle: dpa

Die Berliner Startup-Schmiede Rocket Internet besorgt sich vier Monate nach dem milliardenschweren Börsengang frisches Geld über eine Kapitalerhöhung. Die bestehenden Investoren Baillie Gifford & Co. sowie United Internet hätten bereits eine Gesamtinvestition von etwa 210 Millionen Euro zugesagt, teilte Rocket Internet am späten Donnerstag mit. Die Nachrichtenagentur Bloomberg meldet, Rocket Internet habe nochmals 590 Millionen Euro bei institutionellen Investoren durch Ausgabe neuer Aktien eingesammelt. Das Geld soll neue Übernahmen und Beteiligungen ermöglichen.

Das Unternehmen der Samwer-Brüder, das junge Internet-Firmen entwickelt, hatte zuletzt mit diversen Zukäufen massiv ins Geschäft mit der Essenszustellung investiert. Unter anderem kaufte Rocket für fast eine halbe Milliarde Dollar einen Anteil von 30 Prozent am Berliner „Lieferheld“-Betreiber Delivery Hero.

Die "proven winners" von Rocket Internet

Der Erlös der Kapitalerhöhung soll für weiteres Wachstum und „zur Erhaltung der finanziellen Flexibilität“ nach den jüngsten Investitionen eingesetzt werden, hieß es. Der Börsengang Anfang Oktober hatte Rocket Internet rund 1,4 Milliarden Euro in die Kassen gespült. Es war der größte deutsche Börsengang seit dem Debüt von Telefonica Deutschland (O2) vor zwei Jahren mit einem Platzierungsvolumen von 1,45 Milliarden Euro. Beim Börsengang im Oktober konnte Rocket Internet nicht die Mehrzuteilungsoption im Volumen von 200 Millionen Euro platzieren, nachdem der Kurs am ersten Handelstag unter den Ausgabepreis von 42,50 Euro je Aktie gefallen war.

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Für die neuerliche Kapitalerhöhung hat Rocket Internet zwölf Millionen Inhaberaktien ausgegeben. Das Emissionsvolumen entspricht 7,8 Prozent des vorhandenen Aktienkapitals. Die neuen Aktien gab Rocket Internet für 49 Euro pro Stück aus. Schon zur Eröffnung des Frankfurter Aktienhandels lag das Papier deutlich im Minus. Im frühen Handel fiel der Kurs zeitweise bis auf 48,71 Euro, nachdem die Aktie am Vortag bei 53,80 Euro aus dem Handel gegangen war - ein Minus von 9,5 Prozent.

Mit der Kapitalerhöhung unterstreiche Rocket Internet seinen Anspruch, die weltweit größte Internet-Beteiligungsplattform außerhalb der Vereinigten Staaten und Chinas zu werden, sagte Vorstandssprecher Oliver Samwer.

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