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Neuemissionen Börsenneulinge zögern noch

Noch zögern die Börsenkandidaten, ein starker Dax könnte sie aber schnell an den Aktienmarkt locken. Welche Börsengänge 2012 möglich wären.

Welche deutschen Unternehmen an die Börse drängen
Eine Werbung für Evonic Industries Quelle: AP
Energiesparlampen werden bei Osram in Verkaufsverpackungen abgepackt Quelle: dpa
Ein Containerschiff der Hapag-Lloyd-Reederei Quelle: AP
Ein Schild des Versicherungskonzerns Talanx in Hannover vor der Konzernzentrale Quelle: dapd
Ein Kolben für PKW-Dieselmotoren von der Firma Kolbenschmidt Pierburg Quelle: Pressebild
Katalysatoren Quelle: obs
Chips des Herstellers Lantiq Quelle: Pressebild

Am vorletzten Freitag im September sagten die Aufseher der RAG-Stiftung den Börsengang des Spezialchemikers Evonik ab. Schade eigentlich: Chemieaktien wie BASF oder Lanxess gewannen seither 20 Prozent. Bei einem Emissionsvolumen von 4,5 bis 5,0 Milliarden Euro ging potenziellen Anlegern damit eine Milliarde Euro durch die Lappen.

2012 ist Wiedergutmachung angesagt. „Die Bewertungen sind günstig, und das Interesse von Investoren ist grundsätzlich vorhanden“, sagt Andreas Bernstorff, Leiter des deutschen Aktienemissionsgeschäfts bei der US-Bank Citi. Noch aber steckt den Unternehmen der Sommer-Crash in den Knochen, erst zögerlich wagen sie sich aus der Deckung. Vor April rechnet Bernstorff deshalb nicht mit Börsengängen.

Der Versicherer Talanx, Dauer-Kandidat seit 1996, hat nun einen japanischen Partner im Boot und will 2012 unbedingt den Kapitalmarkt anzapfen. Gerade für Finanzwerte kein leichtes Umfeld, doch Talanx beweist über die Tochter Hannover Rück (50,2 Prozent Anteil), dass man auch in schwierigen Zeiten gut verdienen und gute Dividenden zahlen kann.

Börsenprospekt ist in Arbeit

Noch eiliger hat es Wäscheproduzent Schiesser. Das 1875 gegründete Unternehmen hat seine Krisenjahre nach eigenem Bekunden überwunden und verdient Geld. Dass Star-Schneider Wolfgang Joop nicht mehr mit von der Partie ist, bremst nicht. Der Börsenprospekt ist in Arbeit.

Abgekehrt von Börsenplänen hat sich dagegen Rheinmetall. Eigentlich wollten die Düsseldorfer ihre Tochter Kolbenschmidt Pierburg schon 2011 versilbern, der scharfe Crash bremste jedoch. Jetzt soll der Autozulieferer als Gegengewicht zur Rüstung vorerst im Konzern bleiben.

Ähnlich hat auch Siemens mit seiner Lichttochter Osram reagiert, als die Kurse im Sommer massiv einbrachen. Ein Kandidat für einen schnellen Börsengang ist Osram nicht. Aber der Lichtspezialist wurde innerhalb des Konzerns auf eigene Füße gestellt. Siemens könnte bei guten Preisen jederzeit verkaufen – auch über die Börse.

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