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Neuer Chef der Deutschen Börse Ein Investmentbanker wird Börsenlenker

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Zwischen Elite-Uni und Bauernhof

Dafür ist der Schwabe auch viel zu unprätentiös. Sein Elternhaus in Deutschland war nicht geprägt von Luxus. Er selbst erzählt, es seien „sehr bescheidene Verhältnisse“ gewesen. Kengeter wuchs als Einzelkind auf, sein Vater war früh gestorben, seine Ausbildung finanzierte er durch Stipendien und Jobs. Auf ein glänzendes Abitur folgte die Bundeswehr, anschließend schrieb er sich an der Fachhochschule Reutlingen für ein europäisches Studium ein, erwarb den Diplom-Betriebswirt und einen Bachelorabschluss in Business Administration von der mit Reutlingen verschwisterten britischen Middlesex University. Es folgte ein Master in Finanzwirtschaft und Buchhaltung von der renommierten London School of Economics.

Warum der Sprung nach England? Er habe absichtlich ein Studium gewählt, „bei dem es schwer ist, reinzukommen“. Der Mann sucht Herausforderungen: Bergmarathon, lange Touren, Skirennen, Ausdauersportarten – „alles mit Erschöpfungspotenzial“. Die andere Seite: Yoga, klassische Gitarre, Marcel Proust, Werke des britischen Schriftstellers Thomas Hardy. Bei seinem Schwiegervater soll er gelegentlich Traktor fahren. Kengeters Frau Brigitte, eine diplomierte Ernährungswissenschaftlerin, stammt von einem Bauernhof.

In Arbeit
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Zu seinem Engagement in Eschborn sagt er: „Es hat schon ein bisschen etwas mit nach Hause kommen zu tun.“ Dafür nimmt er mit einem Jahresgehalt von 3,5 Millionen Euro in seiner alten Heimat auch deutlich weniger Geld in Kauf als bei seiner letzten Station. Im Gegenzug dürfte der Job prestigeträchtiger sein. Die ideale Voraussetzung also nach der schwierigen Zeit für ein Comeback in der Heimat. Und wenn es nicht klappt? Kengeter hofft, dass die Deutsche Börse Wandlungs- und Entwicklungswillen genug hat. Dennoch: Sein Haus in England behält er, und die Familie bleibt zunächst auch noch dort.

Zwei Handys wird er also weiter gut gebrauchen können.

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