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Neuer Tiefpunkt Facebook-Aktie rutscht unter 20 Dollar

Sie fällt und fällt und fällt: Die Facebook-Aktie lotet immer neue Tiefstände aus. Anleger, die beim Börsengang dabei waren, haben fast die Hälfte ihres Einsatzes verloren.

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Das Facebook-Logo auf einem Handy. Quelle: AFP

New York Für das Soziale Netzwerk Facebook scheint es an der Börse derzeit kein Halten zu geben. Die Aktie verlor am Donnerstag in New York 4,2 Prozent auf 19,99 Dollar. Anleger, die beim Börsengang im Mai noch 38 Dollar pro Papier gezahlt hatten, haben damit fast die Hälfte ihres Einsatzes verloren.

Facebook hatte im vergangenen Quartal angesichts hoher Personalkosten sowie Investitionen in neue Produkte, Technik und Marketing ein dickes Minus von 157 Millionen Dollar eingefahren. Überdies wuchs das von Mark Zuckerberg gelenkte Soziale Netzwerk langsamer als manche Analysten erhofft hatten. Facebook hat mittlerweile 955 Millionen Nutzer. Die Frage ist, ob es dem Unternehmen gelingen kann, diese Masse an Menschen auch in Einnahmen umzumünzen. Vor allem die steigende Beliebtheit der Smartphone-Apps hat sich als Problem herausgestellt - auf den kleinen Bildschirmen lässt sich schwerer Werbung unterbringen.

Dass Firmenchef Mark Zuckerberg bei Vorstellung der Quartalszahlen keine Prognose für das laufende Quartal abgegeben hatte, verunsicherte die Anleger zusätzlich. Sie flohen in den vergangenen Tagen in Scharen aus den Titeln. Seit dem Börsengang im Mai vernichtete Facebook damit mehr als 30 Milliarden Dollar an Börsenwert.

Facebook-Chef Zuckerberg zeigte sich aber dennoch zuversichtlich. Die Ergebnisse von neuen Werbemöglichkeiten seien ermutigend. Facebook habe einen „klaren Weg“ gefunden, um ein starkes Mobil-Geschäft aufzubauen. Viele Investoren befürchten allerdings, dass das Unternehmen auf Mobiltelefonen und Tablet-PCs keine hohen Werbeeinnahmen erzielen kann. Zuckerberg wies Berichte zurück, wonach Facebook an einem eigenen Smartphone arbeite. Die Entwicklung von Hardware sei für den Konzern wenig sinnvoll, sagte der 28-Jährige. Vielmehr investiere sein Haus, um seine Angebote besser auf Mobilgeräten wie Apples iPhone oder iPad zu positionieren.

Wie seine Vorgänger zu den wildesten Zeiten der Dotcom-Bonanza verbrät die Internetfirma in kurzer Zeit große Summen. In den Monaten April bis Juni habe Facebook seine Ausgaben auf 413 Millionen Dollar mehr als verdreifacht. „Das Mobilgeschäft ist eine riesige Chance für uns“, sagte Zuckerberg. „In dieser frühen Phase unseres Wachstums haben Investitionen die höchste Priorität und nicht eine Zielmarge“, erklärte Finanzchef Ebersman. Die Betriebskosten würden im zweiten Halbjahr noch kräftig zulegen.

Auf dem Parkett hielten sich Zweifel an der Nachhaltigkeit des Geschäftsmodells. „Die große Frage bei der Aktie ist, wie Facebook seine Nutzer zu Geld machen kann. Es gibt eine Menge Leute, die nicht daran glauben“, sagte Händler Michael Matousek von U.S. Global Investors.

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