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New York Notes

Facebooks Fiasko – Schuld und Sühne

Angela Hennersdorf
Angela Hennersdorf Redakteurin Unternehmen & Märkte

Nicht nur Morgan Stanley, auch die Nasdaq hat den Facebook-Börsengang vergeigt. Nun will die Nyse die Aktie listen – ob das hilft?

Facebook Nasdaq Quelle: REUTERS

Eine Woche nach dem Börsengang des weltweit größten sozialen Netzwerkes Facebook kommt das Internet-Unternehmen nicht zur Ruhe. Ein Schuldiger muss her, der für das Facebook-Fiasko verantwortlich ist. Der Kurs liegt fast um rund 16 Prozent unter dem Ausgabekurs von 38 Dollar. Die beteiligten Banken, allen voran die US-Großbank Morgan Stanley, sollen nicht nur die Nachfrage massiv überschätzt haben, sie sollen außerdem nur wenige Investoren darüber informiert haben, dass Facebook seine Gewinnprognosen kurz vor dem Börsengang senkte.

Die US-Börsenaufsicht ermittelt, Investoren klagen, die US-Großbank Morgan Stanley muss einen riesigen Image-Schaden hinnehmen  – schlimmer hätte dieser Schritt an die Börse für Facebook-Chef Mark Zuckerberg wohl gar nicht kommen können. Hat er unterschätzt,  was so ein Börsengang bedeutet? Immer wieder hatte Zuckerberg betont, der Börsengang sei ja eigentlich gar nicht so wichtig, wichtiger sei die Mission Facebook, Menschen weltweit zu vernetzen. Warum hat er es dann nicht gleich gelassen? 

Die Gewinner des Facebook-Börsengangs
Peter Thiel ist bekannt für seine verrückten Investmentideen. Quelle: REUTERS
Facebook-Gründer Mark Zuckerberg Quelle: dapd
Dustin Moskovitz Quelle: dapd
Facebook-Managerin Sheryl Sandberg Quelle: REUTERS
Napster-Gründer Sean Parker Quelle: AP
Internet-Invester Yuri Milner Quelle:
Accel Partners & James BreyerZusammen mit der Investmentfirma Accel Partners war James Breyer (r.) einer der ersten Geldgeber Facebooks: 12,7 Millionen Dollar investierten die Partner 2005 in das soziale Netzwerk. Mit 201,34 Millionen Aktien hat sich dieses Investment auf jeden Fall gelohnt. Zum Börsengang planen die Geldgeber jetzt 38,2 Millionen Aktien davon zu verkaufen – und würden damit 1,34 Milliarden Dollar einstreichen. Quelle: dapd

Ins Visier gerät zunehmend Facebook-Finanzchef David Ebersman. Er soll im Alleingang über die Zahl der Aktien entschieden haben, die ausgegeben worden sind und die Zahl kurz vor dem Börsengang noch um 25 Prozent erhöht haben. Ebersmann soll die Banken vor dieser Entscheidung nicht konsultiert haben. Das ist allerdings kaum vorstellbar. Sollten sich erfahrene Bank-Manager wie Morgan Stanley bei einem Milliarden-Börsengang wie diesen das Heft einfach so das Heft aus der Hand haben nehmen lassen? Wohl kaum. Morgan Stanley war als Emissionsbank ebenfalls daran interessiert die riesige Nachfrage nach dem Papier zu befriedigen. Offenbar hatte die Bank selbst nicht mehr alles im Griff im Angesicht der vielen Dollarscheine, die winkten. Der Hype um Facebook hat die Bank-Analysten offenbar selbst geblendet.

Nun heißt es an der Wall Street, Facebook denke darüber nach, der Technologiebörse Nasdaq den Rücken zuzukehren und das Papier an der Konkurrenz-Börse New York Stock Exchange (NYSE) zu listen. Ein kluger Schachzug? Hilfe in der Not? Wohl kaum. Das würde die Image-Katastrophe nicht nur für die Nasdaq, sondern auch für Facebook nur noch potenzieren. Auch der Aktie würde es sicherlich nicht helfen.

Der Handel mit Facebook-Aktien hatte am 18. Mai mit einer halben Stunde Verspätung begonnen, weil die Computersysteme der Nasdaq mit der Flut an Auftragsänderungen und -stornierungen überfordert waren. Manche Investoren konnten auch Stunden später nicht erkennen, ob ihre Order nun erfolgreich war oder nicht. Die Nasdaq hat sich deswegen bereits eine Klage eingehandelt.

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