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New York Notes

Facebooks Fiasko – Schuld und Sühne

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Nasdaq änderte die Regeln für Facebook

Was aber war denn der ursprüngliche Grund, warum Facebook überhaupt die Technologiebörse als Börsenplatz gewählt hat? Wir erinnern uns: Die Nasdaq hatte sich im Werben um den Börsengang  gegen die NYSE Euronext durchgesetzt, weil sie dem Internet-Unternehmen gewisse Versprechen leistete. Schneller als üblich sollte Facebook in den Nasdaq-100-Index aufgenommen werden. Eigentlich nimmt die Nasdaq Erstemittenten erst zwei Jahre nach dem Börsengang in diesen Index auf. Ende April änderte die Nasdaq diese Regel und reduzierte die Frist von zwei Jahre auf drei Monate.

Welche sozialen Netzwerke wirklich genutzt werden
So lange werden soziale Netzwerke wirklich genutztGoogle+ - Mit allen Mitteln versucht Google sein soziales Netzwerk zum Erfolg zu bringen. Vor allem die Verknüpfung mit den eigenen Diensten wie Google Mail oder Youtube soll Google+ helfen. Seit dem Start haben sich auch immerhin 90 Millionen Nutzer registriert, allerdings bleibt es oft auch dabei. Nach einer Erhebung der US-Marktforscher Comscore haben sich die Nutzer seit September im Schnitt nur drei Minuten pro Monat bei Google+ aufgehalten. Das „Wall Street Journal“ schreibt daher schon von einer „virtuellen Geisterstadt“. Quelle: dapd
Myspace - Selbst das schon oft totgesagte MySpace wird intensiver genutzt – mit acht Minuten sogar fast drei Mal solange wie Google+.
LinkedIn - 17 Minuten pro Monat halten sich die Nutzer des Online-Karrierenetzwerks LinkedIn auf der Seite auf. Für den deutschen Wettbewerber Xing lagen keine Daten vor. Quelle: REUTERS
Twitter - Mit 21 Minuten nur knapp davor liegt der Kurznachrichtendienst Twitter. Allerdings erfasst Comscore nur Besucher der Twitter-Website, gerade die intensiven Nutzer greifen jedoch gern auf spezielle Zusatzprogramme wie Tweetdeck zurück, so dass die echte Zahl höher liegt. Auch die mobilen Zugriffe wurden nicht erhoben, was jedoch alle Netzwerke betrifft. Quelle: dpa
Pinterest - Erstaunlich ist, dass sich zwei relative junge Netzwerke ganz vorn platzieren konnten. So gelang Pinterest mit 89 Minuten der Sprung aufs Treppchen. Auf der Seite können Nutzer Bilder und Netzfundstücke teilen. P interest ist derzeit eine der angesagtesten und am schnellsten wachsenden Seiten überhaupt.
Tumblr - Ebenso lange wie Pinterest wird Tumblr genutzt. Der Dienst bietet ist eine besonders schnelle und einfache Art des Bloggens. Auch bei Tumblr werden oft besondere Fotos geteilt – Musikstar Beyonce Knowles veröffentlichte beispielsweise exklusiv Fotos ihres Babys Blue Ivy Carter auf einer eigenen Tumblr-Seite. Beliebt sind auch die „Looking at Things“-Reihen, beispielsweise von Kim Jong-Il oder Christian Wulff.
Facebook - Mit riesigem Abstand steht Facebook an der Spitze: 405 Minuten halten sich die Nutzer im Schnitt jeden Monat in dm Netzwerk auf.     Quelle: dapd

An der Wall Street heißt es, die Nasdaq habe diese Regel extra für Facebook geändert. So kann das Internet-Unternehmen schon zum ersten September in den Nasdaq-100-Index aufgenommen werden. Aktien, die in diesen Index aufgenommen werden, steigen üblicherweise. Diese Chance wird Facebook beim derzeitigen Kurs wohl kaum entgehen lassen wollen. Schon vor dem Börsengang warnte Jay Ritter, Finanzprofessor an der Universität Florida vor dem frühen Aufstieg Facebooks in diesen Index. „Das könnte den Preis der Aktie künstlich nach oben pushen – das könnte gefährlich sein“, sagte Ritter.  

Zuckerberg muss nun womöglich auch noch bei der US-Bankenaufsicht in Washington antanzen. Geprüft wird, ob tatsächlich alle Anleger, auch die Kleinanleger, denselben Zugang zu Informationen hatten vor dem Börsengang wie die Groß-Investoren.  „Effektive Kapitalmärkte benötigen Transparenz und Verantwortlichkeit - und
nicht ein extra Regelwerk für Insider und ein anderes für den Rest
von uns“, sagte US-Senator Sherrod Brown. „Es gibt einiges, was wir über diesen Börsengang nicht wissen.“ Das hört sich gar nicht gut an für den erfolgsverwöhnten Zuckberg. Dabei wollte der Facebook-Chef doch gerade den Kleinanlegern etwas Gutes tun und ihnen auch die Möglichkeit bieten, gleich zum Börsengang Facebook-Aktien zu zeichnen. Eine Woche vor dem Börsengang nahm das Unternehmen als eine weitere den Börsengang betreuende Bank die Online-Plattform E-Trade in den Börsenprospekt auf. So konnten auch Kleinanleger die Aktie schon zum Börsengang zeichnen.

Die Facebook-Aktien stoppten Mitte der Woche zwar ihre dramatische Talfahrt. Hedgefonds spekulierten zuletzt aber darauf, dass der Kurs weiter nachgeben wird. Ein Analyst von Morningstar Equity Research warnte die Anleger davor, dass die Facebook-Aktien wahrscheinlich auch in den nächsten Quartalen für Enttäuschung sorgen dürften. Dazu würden ein verlangsamtes Wachstum des Geschäfts und eine sinkende Rentabilität des Unternehmens beitragen.

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