Nikkei, Topix und Co. Fed-Protokolle drücken Asien-Börsen

Die Anleger in Asien blicken besorgt in Richtung USA. Quelle: dpa

Die Anleger fürchten, dass die US-Notenbank schneller ihre Geldpolitik straffen könnte als gedacht. Aus China gibt es jedoch gute Zahlen aus dem Dienstleistungssektor.

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Die asiatischen Aktienmärkte zeigen sich am Donnerstag besorgt über eine möglicherweise schneller als erwartete Anhebung der US-Zinsen infolge der anhaltenden Inflation. Die Währungshüter der US-Notenbank deuteten in den Fed-Protokollen raschere Zinserhöhungen an. „Es besteht das Risiko, dass die Fed in die Falle eines politischen Fehlers tappt, weil sie die Zinsen vielleicht schneller als erwartet anhebt, aber der Zeitpunkts ihres Ausstiegs aus der ultra-lockeren Geldpolitik könnte mit einer Verlangsamung des Konjunkturzyklus und auch mit einem Rückgang der Inflation aufgrund von Basiseffekten zusammenfallen“, sagte Carlos Casanova, leitender Wirtschaftswissenschaftler für Asien bei Union Bancaire Privee in Hongkong.

Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index lag im Verlauf 2,5 Prozent tiefer bei 28.598 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index sank um 2 Prozent und lag bei 1999 Punkten. Die Börse in Shanghai lag 0,2 Prozent im Minus. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzen verlor 0,9 Prozent.

„Wenn man natürlich ein schnelleres Tempo des Taperings der Fed einpreist, wirkt sich das nicht gut auf die asiatischen Vermögenswerte aus, so dass es wahrscheinlich zu mehr Abflüssen in der Region kommen wird, was sich sowohl in schwächeren Aktien als auch in einem Abwertungsdruck an der Devisenfront niederschlagen wird“, erklärte Casanova.

Im asiatischen Devisenhandel verlor der Dollar 0,2 Prozent auf 115,85 Yen und legte 0,2 Prozent auf 6,3736 Yuan zu. Zur Schweizer Währung notierte er 0,1 Prozent höher bei 0,9174 Franken. Parallel dazu blieb der Euro fast unverändert bei 1,1313 Dollar und zog um 0,1 Prozent auf 1,0380 Franken an. Das Pfund Sterling verlor 0,2 Prozent auf 1,3534 Dollar.

Chinas Dienstleistungssektor legt im Dezember zu

Das Wachstum des chinesischen Dienstleistungssektors hat sich im Dezember angesichts der höheren Nachfrage und des nachlassenden Inflationsdrucks beschleunigt. Der Caixin/Markit-Einkaufsmanagerindex (PMI) für den Dienstleistungssektor stieg von 52,1 im November auf 53,1 im Dezember und blieb damit über der 50-Punkte-Marke, die auf monatlicher Basis Wachstum von Kontraktion trennt.

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Analysten zufolge erholt sich der Dienstleistungssektor langsamer als das verarbeitende Gewerbe von der Pandemie, da er anfälliger für vereinzelte Virus-Ausbrüche ist, wobei Freizeit- und Tourismusunternehmen infolge von Beschränkungen und Lockdowns am stärksten betroffen sind.

„Sowohl Angebot als auch Nachfrage haben sich verbessert. Da neue Produkte dazu beitrugen, die Stimmung auf dem Markt zu verbessern, legten sowohl die Geschäftstätigkeit als auch das gesamte Neugeschäft den vierten Monat in Folge zu. Die befragten Unternehmen zeigten sich jedoch besorgt über die Störungen, die durch das vereinzelte Auftreten von regionalen Covid-19-Infektionen verursacht wurden“, schrieb Wang Zhe, leitender Ökonom bei der Caixin Insight Group, in einer Begleitnotiz zu den Daten.

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