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Notenbanken Kampfansage an die EZB

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Keine Konjunkturbelebung in Sicht

Und daran, dass die Situation noch wesentlich ernster werden dürfte, lässt Mario Draghi mit Verweis auf seine „nicht ausgehende Munition“ keine Zweifel aufkommen. Versprach der EZB-Chef den "Märkten" im Kampf um die herbeigesehnte Inflation noch Anfang März, „Es gibt keine Grenzen, wie weit wir gewillt sind mit unseren Instrumenten innerhalb unseres Mandats zu gehen.“, so flirten die EZB-Geldentwertungsexperten nun bereits heftig mit der (Wahnsinns-)Idee, der Inflation durch Verteilung von frisch gedrucktem Geld direkt an die Bevölkerung ("Helicopter money") auf die Sprünge zu helfen.

Was aber Draghi als „sehr interessantes Konzept“ lobt, sollte jedem Bürger sofort den Angstschweiß auf die Stirn treiben, bewies doch schon die Deutsche Reichsbank 1923, dass sich als Ergebnis dieser Geldvermehrung aus dem Nichts Währung und Wirtschaft schnell und nachhaltig zerstören lassen!

Neben der EZB wusste aber auch die US-Notenbank Fed im März das Vertrauen in ihre Geldpolitik nachhaltig zu untergraben. Obwohl die US-Statistiken der Fed jene Gründe – nahezu Vollbeschäftigung und eine deutlich anziehende Teuerung – liefern, die nicht nur in der Vergangenheit stets Zinserhöhungen in den USA zur Folge hatten, sondern auf deren Grundlage die Fed auch ihre dauerangekündigte Zinswende fest versprochen hatte, kassierte die Fed-Chefin Yellen diese unter Abgabe eines Offenbarungseides wieder ein: „Nein, wir machen keine vorgefertigten Pläne, Zusagen oder Versprechen.“

Trotz hyperaktiver Notenbanken ist von der versprochenen Konjunkturbelebung via Druckerpresse und Zinsbeseitigung weltweit immer weniger zu sehen. So hatte Exportweltmeister China nach dem bereits kräftigen Export-Rückgang im Januar um elf Prozent im Februar mit einem Minus von 25 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat den stärksten Einbruch seit der globalen Finanzkrise 2009 zu verzeichnen.

Auch die USA stecken in der Flaute

Aber auch der Blick in Richtung der anderen (vermeintlichen) Konjunkturlokomotive USA bestätigt, dass sich die globale Konjunkturflaute verfestigt. Zwar bemühen sich die US-Wirtschaftsstatistiker ein möglichst optimistisches Bild zu zeichnen, doch sprechen die im vergangenen Jahr schon stark rückläufigen US-Unternehmensgewinne (minus 11,0 Prozent), die auch im ersten Quartal nicht gestoppt werden konnten (Schätzung: minus 7,6 Prozent), eine deutlich gegenteilige Sprache.

Da die Unwirksamkeit der seit sieben Jahren verfolgten Geldpolitik und deren Nebenwirkungen für immer mehr Investoren immer offenkundiger wird, droht sich nun über den trotz nur enttäuschender Unternehmensgewinne nahe den Allzeithochs notierenden Märkten ein Hurrikan zusammenzubrauen.

Jenseits aller Unkenrufe schloss Gold das erste Quartal in Dollar gerechnet mit einem Gewinn von 16 Prozent ab, was den stärksten Jahresauftakt seit 1974 bedeutete. Parallel feierten die totgesagten Goldminenaktien ein fulminantes Comeback, was uns insgesamt darin bestätigt, dass bei allen kurzfristig zu erwartenden Schwankungen der gesamte Edelmetallsektor eine nachhaltige Trendwende vollzogen hat.

Da die Notenbanken zur Rettung des Kreditgeldsystems zu immer weiteren Verzweiflungstaten greifen werden (müssen), ist die kurstreibende Wiederentdeckung der ultimativen Währung und Versicherung Gold fast zwangsläufig.

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