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NYSE Liebäugelt Facebook mit dem Börsenwechsel?

Der verpatzte Börsengang hält Facebook in Atem. Laut verschiedenen Medienberichten erwägt das soziale Netzwerk nach den Technik-Pannen beim Handelsstart einen Wechsel zur traditionsreichen NYSE.

Facebook Aktien Quelle: REUTERS

Der Wirbel um Facebook hält an: Nach Informationen mehrerer US-Medien erwägt das Soziale Netzwerk, wegen der massiven technischen Pannen beim Handelsstart die Börse zu wechseln. Facebook könnte demnach von der rein computergestützt arbeitenden Nasdaq zur traditionsreichen New York Stock Exchange überlaufen, die auch noch einen Parketthandel besitzt. Hier nehmen Menschen die Order entgegen.

Wie der Fernsehsender CNBC und die Finanz-Nachrichtenagentur Bloomberg berichteten, standen Mitarbeiter von NYSE und Facebook in Kontakt. Die Medien beriefen sich bei ihren Informationen am Mittwoch auf eingeweihte Personen. Demnach umwirbt die NYSE das weltgrößte soziale Netzwerk. Wie die Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch von einer mit der Situation vertrauten Person erfuhr, prüft Facebook das Angebot.

Einzelheiten wurden nicht genannt. Allerdings dementierte ein NYSE-Sprecher später: Es habe keine Gespräche zu dem Thema gegeben. „Wir denken auch nicht, dass es angebracht wäre, darüber Gespräche zu dieser Zeit zu führen.“ Ein Facebook-Sprecher lehnte eine Stellungnahme ab, Vertreter der Nasdaq waren zunächst nicht zu erreichen.

Die Gewinner des Facebook-Börsengangs
Peter Thiel ist bekannt für seine verrückten Investmentideen. Quelle: REUTERS
Facebook-Gründer Mark Zuckerberg Quelle: dapd
Dustin Moskovitz Quelle: dapd
Facebook-Managerin Sheryl Sandberg Quelle: REUTERS
Napster-Gründer Sean Parker Quelle: AP
Internet-Invester Yuri Milner Quelle:
Accel Partners & James BreyerZusammen mit der Investmentfirma Accel Partners war James Breyer (r.) einer der ersten Geldgeber Facebooks: 12,7 Millionen Dollar investierten die Partner 2005 in das soziale Netzwerk. Mit 201,34 Millionen Aktien hat sich dieses Investment auf jeden Fall gelohnt. Zum Börsengang planen die Geldgeber jetzt 38,2 Millionen Aktien davon zu verkaufen – und würden damit 1,34 Milliarden Dollar einstreichen. Quelle: dapd

Der Handel mit Facebook-Aktienhatte am Freitag mit einer halben Stunde Verspätung begonnen, weil die Computersysteme der Nasdaq mit der Flut an Auftragsänderungen und -stornierungen überfordert waren. Manche Investoren konnten auch Stunden später nicht erkennen, ob ihre Order nun erfolgreich war oder nicht. Die Nasdaq hat sich deswegen bereits eine Klage eingehandelt.

Der Börsengang von Facebook stand damit von Anfang an unter keinem guten Stern. Am Montag und Dienstag war die Aktie um 18 Prozent gegenüber dem Ausgabekurs von 38 Dollar eingebrochen. Erst am Mittwoch stoppte der freie Fall und das Papier erholte sich bis Börsenschluss um 3 Prozent auf 32 Dollar.

Es ist durchaus üblich, dass Unternehmen ihren Börsenplatz wechseln. NYSE und Nasdaq verlangen etwa unterschiedliche Gebühren und bieten unterschiedliche Leistungen an. Allerdings wäre ein Wechsel nach so kurzer Zeit ein Novum. Die beiden Börsenbetreiber sind Erzrivalen. Die jüngere Nasdaq hat ihr Hauptquartier an der New Yorker Touristenmeile Times Square, der Handelssaal der NYSE liegt an der Finanzmeile Wall Street.

Mit Material von dpa und Reuters

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