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O2 Börsengang bringt Telefonica 1,45 Milliarden Euro

Es soll der größter Börsengang in Europa seit Juli 2011 werden. Nun soll laut Finanzkreisen die O2-Aktie zwischen 5,50 bis 5,60 Euro kosten.

Der Ausgabepreis für die Aktie von O2 wird zwischen 5,50 und 5,60 Euro liegen. Quelle: Reuters

Der spanische Telefonriese Telefonica kann Finanzkreisen zufolge mit einem Erlös von bis zu 1,45 Milliarden Euro aus dem Börsengang seiner Deutschland-Tochter O2 rechnen. Die Aktien der Telefonica Deutschland Holding, die unter der Marke O2 den kleinsten der vier deutschen Mobilfunkanbieter betreibt, sollen zwischen 5,50 und 5,60 Euro kosten, wie vier mit dem Prozess vertraute Personen am Montag sagten. "Die Bücher sind in dieser Spanne gut gefüllt", sagte ein Banker. Investoren hatten bis Montagmittag Zeit, die Papiere zu zeichnen, der endgültige Preis sollte am Abend festgesetzt werden.

Der Börsengang im Check

Telefonica-Deutschland-Chef Rene Schuster will am Dienstag auf dem Frankfurter Börsenparkett den größten Börsengang in Deutschland seit mehr als fünf Jahren feiern. Damals hatte der Motorenhersteller Tognum gut zwei Milliarden Euro erlöst. O2 ist zugleich der größte Börsengang in Europa, seit die spanische Krisenbank Bankia im Juli 2011 ihr Debüt in Madrid gefeiert hatte.

Die letzte Preisindikation liegt eher am unteren Rand der ursprünglichen Angebotsspanne, die von 5,25 bis 6,50 Euro gereicht hatte. Im Graumarkt waren die O2-Aktien zuletzt bei 5,65 bis 5,75 Euro gehandelt worden. Den Börsengang begleiten federführend JPMorgan und UBS.

Telefonica will bis zu 23 Prozent der Deutschland-Tochter an die Börse bringen, um ihre mehr als 57 Milliarden Euro schwere Schuldenlast abzubauen. Der Erlös fließt komplett nach Spanien, O2 muss die geplante Aufrüstung auf den neuen Mobilfunkstandard LTE aus eigener Kraft finanzieren. Gelockt wurden die Aktionäre vor allem mit einer hohen Dividende von 500 Millionen Euro, die 2013 ausgeschüttet werden und in den Folgejahren noch steigen soll. Den Löwenanteil davon kassiert allerdings die spanische Muttergesellschaft, die ihren Anteilseignern die Dividende für 2012 gestrichen hat. Die Deutschland-Tochter profitiert auf Jahre hinaus von Verlustvorträgen von elf Milliarden Euro, weswegen sie hierzulande kaum Steuern zahlen muss.

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Die Nachfrage für die O2-Aktien kam Bankern zufolge vor allem aus dem Ausland. Deutsche Investoren hätten sich eher zurückgehalten. Kepler-Analyst Javier Borrachero sagte, einige würden wegen der Dividende Aktien der spanischen Mutter gegen O2-Aktien umschichten. Wegen des reinen Fokus auf Deutschland könnte das Papier in den Augen der Anleger auch im Vorteil gegenüber anderen multinationalen Telekom-Konzernen sein.

Fondsmanager Andreas Mark von Union Investment sagte: "Kritisch zu sehen ist das schwache Festnetzgeschäft von O2 und die hohe Abhängigkeit vom Großaktionär Telefonica." Doch dieser werde so schnell keine weiteren Aktien mehr auf den Markt werfen. "O2 ist eines der besten Assets in deren Portfolio", sagte er. "Und wenn sich der deutsche Mobilfunkmarkt doch irgendwann konsolidert, würden sie bei einem zu frühen Ausstieg viele Chancen vergeben."

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