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Obama bleibt US-Präsident Märkte erleichtert über schnelles Wahlergebnis

Die Unsicherheit über den Wahlausgang ist endlich vorbei, davon profitieren die Börsen. Trotzdem steht die nächste Bedrohung für die Märkte schon in Lauerstellung.

Impressionen zur Obama-Wiederwahl
Four more years: Präsident Barack Obama bedankt sich bei seinen Wähler. Es ist die erste Ansprache nach der Wiederwahl. Quelle: REUTERS
So sieht einer Siegerfamilie aus: Ehefrau Michelle, Töchter Malia und Sasha treten in Chicago mit dem neu gewählten US-Präsidenten Obama auf die Bühne. Quelle: REUTERS
Eine Unterstützerin weint während der neugewählte US-Präsident seine Ansprache hält. Quelle: dapd
Zuvor mussten seine Unterstützer noch zittern: Noch bevor die Nachricht der Wiederwahl von Barack Obama in der Welt war, warten seine Unterstützer in Chicago ge. Quelle: REUTERS
Auch in New York sind Menschen am Abend zusammengekommen: Ein Schwulenpaar auf dem Times Square in New York schaut gespannt auf die Bildschirme. Quelle: dapd
Es ist kalt auf dem Times Square, doch die Menschen sind zahlreich erschienen - auch wenn das Transportsystem in Big Apple nach dem Hurrikan Sandy immer noch nicht hundertprozentig funktioniert. Quelle: dpa
Dann kam kurz zur Mitternacht die Nachricht: Barack Obama ist wiedergewählt... Quelle: REUTERS

Die Märkte sind erleichtert. Das schnelle und eindeutige Wahlergebnis aus den USA dürfte die Börsen heute weltweit beflügeln. Denn auch wenn sich nicht alle Anleger einen Wahlsieger Obama gewünscht haben, sind alle froh, dass es keine Patt-Situation gibt wie im Jahr 2000 nach der Wiederwahl von George W. Bush. Nichts hassen Anleger mehr als anhaltende Unsicherheit.

"Der Wahlsieg von Barack Obama ist keine Überraschung", sagte ein Börsianer. "Aber wenigstens gibt es keine Hängepartie." Ähnlich urteilte Analyst Christian Schmidt von der Helaba. "Die Unsicherheiten im Zusammenhang mit dem Wahlausgang werden nun aus dem Markt weichen. Allerdings kann von Euphorie keine Rede sein. Denn die Republikaner haben ihre Mehrheit im Repräsentantenhaus behalten. Es muss damit gerechnet werden, dass der Kongress gespalten bleibt und die Blockaden der Vergangenheit auch in Zukunft zu erwarten sein werden."

Das sagen die Analysten

Dax im Plus

Bis zum Mittag stieg der Dax um 0,59 Prozent auf 7421 Punkte. Der MDax rückte um 0,45 Prozent auf 11 709 Punkte vor und markierte damit ein Rekordhoch. Auch die Börsen in Tokio und Shanghai profitierten von Obamas klarem Sieg. Beide machten ihre Anfangsverluste wett und notierten am Schluss fast unverändert bei 8972,89 beziehungsweise 2105,73 Punkten. Nach den ersten Hochrechnungen hatten die Märkte noch uneinheitlich tendiert. Die Wiederwahl Obamas sei bereits eingepreist gewesen, sagten Händler.

US-Präsidentschaftswahl 2012

Dollar unter Druck

An den Finanzmärkten gehört der Dollar zu den großen Verlierern der Wahlnacht. Investoren erwarten, dass sich unter Präsident Obama die lockere Geldpolitik der US-Notenbank Fed in jedem Fall fortsetzen wird. Das drückte den Dollar -Kurs. Am Devisenmarkt verlor der Dollar-Index, der die Wechselkurse zu wichtigen anderen Währungen wie dem Euro spiegelt, 0,3 Prozent. Im Gegenzug verteuerte sich die europäische Gemeinschaftswährung auf 1,2863 Dollar nach 1,2811 Dollar zum New Yorker Vortagesschluss. Während Obama an Notenbankchef Ben Bernanke und dessen Kurs festhalten will, hatte Romney angekündigt, den Posten anders besetzen zu wollen. "Obamas Sieg bedeutet, dass die quantitative Lockerung der US-Geldpolitik weitergehen wird", sagte Yuji Saito, Chef des Devisenhandels der Credit Agricole in Tokio.

Während die Aussicht auf eine Fortsetzung der Anleihe-Käufe (QE3) durch die Fed zur Ankurbelung der schwächelnden Konjunktur den Dollar belastete, profitierten die Kurse von US-Staatsanleihen. Der US-T-Bond-Future legte 31 Ticks auf 148-19/32 Punkte zu. Auch der Goldpreis legte zu, das Edelmetall verteuerte sich um 0,8 Prozent auf 1728,30 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm). Der Rohstoff dürfte auch langfristig profitieren. "Der Goldpreis wird in diesem Jahr sicher noch auf 1800 Dollar steigen", sagte Yuichi Ikemizu, Finanzmarkt-Experte der Standard Bank in Tokio.

Das spenden deutsche Konzerne den Wahlkandidaten

Eher unzufrieden mit Obamas Sieg dürfte die Bankenindustrie sein. Grund sind die Finanzmarktreformen des Präsidenten, mit denen er die Banken - seiner Meinung nach die Hauptschuldigen in der Subprime- und anschließenden Finanzkrise - an die Kette legen wollte. Das dürfte in den nächsten Tagen auf die Kurse der Bankpapiere drücken. Auch die Rüstungsindustrie profitiert traditionell eher nach einem Sieg der Republikaner. Es gibt allerdings auch Branchen, die dank dem Sieg der Demokraten frohlocken, wie beispielsweise die Pharmaindustrie. Konzerne wie Merck oder Amgen dürften klar von Obamas Gesundheitsreform profitieren, die unter Romney wohl Geschichte gewesen wäre.

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