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Ölpreis, China, Fed Was die Finanzmärkte 2016 treibt

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Ölpreis lenkt die Weltwirtschaft

Die Entwicklung des Ölpreises ist für die Weltwirtschaft von zentraler Bedeutung. Entsprechend rückt die Preisentwicklung bei vielen Banken in den Fokus ihrer Vorhersagen. Und die driften weit auseinander. Die Analysten von JP Morgan erwarten beispielsweise, der Preis könne von aktuell rund 38 Dollar für die Sorte Brent bis zum Jahresende wieder auf über 60 Dollar je Barrel steigen. Bei Goldman Sachs dagegen ist die Prognose pessimistischer. Die Volkswirte halten es für möglich, dass der Preis auf bis zu 20 Dollar je Fass fällt.

Diesen Öl-Konzernen laufen die Anleger weg

Auch wenn die Mehrzahl der Analysten davon ausgeht, dass die Preise tendenziell leicht steigen werden, sind Vorhersagen beim aktuellen Marktumfeld extrem schwierig. Aufgrund des Konflikts zwischen Saudi-Arabien und dem Iran ist der Preis erst am Montag um fast zwei Prozent gestiegen. Beobachter fürchten, der Konflikt könne die Versorgung belasten und damit den Preis treiben.

Die Mehrheit der Analysten geht allerdings davon aus, dass der Ölpreis in den ersten sechs Monaten des Jahres noch niedrig bleibt, sich dann allerdings langsam erholt. Oswald Clint, Analyst der Investmentfirma Sanford C. Bernstein & Co. erwartet in der zweiten Jahreshälfte den Start eines länger anhaltenden Bullenmarktes. Laut Clint dürfte das Überangebot am Ölmarkt bis dahin passé sein, für 2017 rechnet er bereits mit einer Unterversorgung. Tritt das ein, hätten die Öl-Förderländer ihr Ziel erreicht. Mit niedrigen Preisen sollten vor allem teure Förderungsvarianten wie Schiefergasförderung unrentabel werden, um das Angebot wieder im Sinne der Förderländer zu verknappen.

"Das stetige Schrumpfen des US-Angebots sowie die steigende Nachfrage werden dafür sorgen, dass sich Angebot und Nachfrage am Ölmarkt 2017 wieder normalisieren", schreiben die Volkswirte der Deutschen Bank in ihrer Jahresprognose.

Was der Ölpreis für Unternehmen bedeutet

Anleger sollten einen möglichen Stimmungsumschwung am Ölmarkt bei ihren Anlageentscheidungen genau berücksichtigen. Das zeigt unter anderem das Beispiel der Lufthansa. Sie kauft dank des niedrigen Ölpreises ihr Kerosin günstiger ein. Bereits im vergangenen Jahr schlugen sich die Preise positiv in der Bilanz nieder, die aktuell positiven Quartalszahlen führt die Lufthansa vor allem auf die niedrigen Treibstoffpreise zurück. Für Anleger ist das aus heutiger Sicht zufriedenstellend, gute Quartalszahlen erfreuen die Börse normalerweise.

Bleibt der Ölpreis niedrig, dürfte das auch 2016 zunächst so weitergehen. Wird der Öl-Bonus für wichtige Investitionen genutzt, dürfte das ebenfalls im Sinne der Anleger sein. Allerdings besteht die Gefahr, dass das Unternehmen sich auf den guten Zahlen ausruht und wichtige Reformen verschleppt. Kommt es dann doch irgendwann zum unvermeidlichen Wiederanstieg des Ölpreises, könnte das die jeweiligen Unternehmen und ihre Aktien doppelt hart treffen.

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