Online-Händler an der Börse Jungs, geht zurück in die Garage!

Schon Kleinkinder lernen spielend: Zum Einkaufen geht man in den Kaufladen. Das kommt aktuell offenbar auch an der Börse gut an. Online-Handel bietet keine Gewähr für Börsenerfolge, dafür sind die Geschäftsmodelle oft zu dünn.

So verdienen Sie Geld an der Börse
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Mit Aktien von Metro, des britischen Supermarktriesen Tesco und sogar der Marks & Spencer-Kaufhäuser sind Anleger seit Oktober besser gefahren als mit dem damals an der Börse gestarteten Online-Sammelsurium Rocket Internet. Jetzt kommt auch noch die Rocket-Beteiligung Zalando unter die Räder. Deren noch immer rasantes Umsatzwachstum hat einen Haken. Viele Kunden bestellen zwar wie blöd, lassen sich aber vielfach nur durch lange Mahnverfahren zur Zahlung bewegen. Das ist teuer und belastet den Gewinn. Wer schneller an sein Geld kommt, und sei es an der Supermarktkasse, macht auf Dauer vielleicht doch die besseren Geschäfte.

Was Anlageprofis von den Internet-Börsengängen halten

Immer neue Gründungen von Online-Händlern, von Augenoptik bis Windeln, jagen sich heute gegenseitig die Kunden ab. Dann lieber in ein Unternehmen investieren, das bei allen dabei ist: den US-Zahlungsdienstleister PayPal. Dessen Aktie kann jetzt wieder ohne den Ballast der wachstumsschwachen Mutter Ebay gekauft werden. Die PayPal-Überweisung ist zum Synonym für sicheres Bezahlen im Netz geworden. Das Geschäftsmodell hat sich bewährt und bietet damit schon mal eine Voraussetzung für langfristigen Erfolg an der Börse.

Doch dieses Prinzip, erst das Geschäft in die Spur bringen, dann an die Börse, wird zu oft vernachlässigt. Für Christoph Gerlinger, Chef eines Wagniskapitalgebers mit dem hochtrabenden Namen German Startups Group, scheint es keinen glücklicheren Ort zu geben als die Börse. Allerdings springt seine Begeisterung nicht mehr auf andere über. Das war im Jahr 2000 noch anders. Damals brachte er CDV Software an den Neuen Markt. Die Aktie konnte zwischenzeitlich stark zulegen, und Gerlinger hatte durch geschicktes Timing mit seinen Aktien Geld verdient. Irgendwann, Gerlinger war schon draußen, endete das Abenteuer mit der Pleite von CDV. Für den von ihm gegründeten Online-Spieleanbieter Frogster fand er nach einigen Jahren einen potenten Käufer.

Aber mit seinem neuen Börsenkandidaten, der German Startups Group, funktioniert das nicht mehr so einfach. Der Börsengang der Berliner, die sich teilweise mit Minibeträgen an 43 Unternehmen aus dem Online-Bereich beteiligen, wollte auch im zweiten Anlauf nicht gelingen. Statt das einfach hinzunehmen und sich wieder in Berlin um die Arbeit zu kümmern, gibt Gerlinger noch ein „Begleitendes Statement“ zu der Schmach heraus. Die Schuld für die Absage schiebt er dem „Umfeld“ mit China- und Griechenland-Krise zu und der Kursflaute bei „einem vergleichbar wahrgenommenen deutschen Unternehmen aus der Start-up-Szene“, also Rocket Internet. Künftig, Herr Gerlinger, können Sie auch noch Apple erwähnen, denn die Aktie kam einen Tag nach Ihrer Absage ins Taumeln und verlor knapp sieben Prozent.

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Aber vielleicht war Börsianern das Start-up-Geschäft auch einfach noch zu dünn, mit all dem jungen Online-Gemüse. Sie zweifelten etwa, ob die Millionen, die an der Börse zu einem hohen Preis eingesammelt werden sollten, tatsächlich in interessante und wertvolle Beteiligungen fließen würden. Die Skepsis im Markt ist erfreulich. Also Jungs, geht erst einmal wieder in die Garage und tüftelt an eurem Erfolg, dann klappt’s irgendwann auch wieder an der Börse!

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