Opec Rekord-Förderung drückt weiter auf den Ölpreis

Ein weiteres Mal ging der Ölpreis auf Talfahrt, weil aufgrund der enormen Ölförderung der Opec-Staaten ein Überangebot droht. So viel wie jetzt, wurde seit den Neunzigern nicht mehr gefördert.

Ölpreis im Abwärtsstrudel

Die Aussicht auf eine Ausweitung des weltweiten Überangebots hat den Ölpreis am Montag erneut auf Talfahrt geschickt. Der Terminkontrakt auf die richtungsweisende Sorte Brent aus der Nordsee fiel um 1,4 Prozent auf ein Sechs-Monats-Tief von 51,50 Dollar je Barrel. Der Future auf das US-Öl WTI gab 1,6 Prozent auf 46,35 Dollar nach und war damit so billig wie zuletzt vor viereinhalb Monaten.

Die Organisation erdölexportierender Länder (Opec) deutet trotz der aktuellen Überversorgung keine Senkung der Fördermengen an. Eine anziehende Nachfrage werde einen anhaltenden Preisverfall verhindern, sagte Opec-Generalsekretär Abdullah Al-Badri zuletzt. Commerzbank-Stratege Eugen Weinberg hält Produktionskürzungen schlussendlich für notwendig, um einem stärkeren Preisverfall entgegenzusteuern. "Wir sind voller Hoffnung, dass sich die Opec bei ihrem Dezember-Treffen auf eine striktere Quotendisziplin einigen wird." Allein im Juli ist der Ölpreis um 15 Prozent gesunken.

Nach Reuters-Daten stieg die Ölförderung der Opec-Staaten im Juli um 140.000 auf 32,01 Millionen Barrel pro Tag. Das ist der höchste Stand seit Beginn der Aufzeichnungen 1997. Offenbar halte das Öl-Kartell an seiner Strategie fest, seine Marktanteile um jeden Preis verteidigen zu wollen und damit Konkurrenten mit höheren Förderkosten zu verdrängen, sagten Börsianer.

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