Ottes Orderbuch

Inhabergeführte Unternehmen sind für Anleger reizvoll

Max Otte Quelle: dpa Picture-Alliance
Max Otte Ökonom, Professor

Nur weil der Aktienkurs eines Unternehmens gerade in Höhe schießt, heißt das nicht, dass der Manager fähig ist und im Interesse der Aktionäre handelt. Welche Vorzüge inhabergeführte Unternehmen haben.

Ein Mann im Anzug geht durch Berlin. Quelle: dpa

Vorletzte Woche schrieb ich über langfristige Wettbewerbsvorteile, die erstklassige Unternehmen und deren Geschäftsmodelle wie durch einen Burggraben vor ernster Konkurrenz schützen. Neben dieser Eigenschaft ist auch die Managementqualität ein wichtiger Faktor, mit dem man sich vor einer Investmententscheidung auseinander setzen sollte.

Die zentrale Frage sollte hierbei sein, ob das Management tatsächlich im Interesse der Aktionäre handelt und für das Unternehmen und deren Anteilseigner langfristig wertschaffend wirtschaftet, oder ob das Management eher wertvernichtend agiert.

Wie Manager Unternehmen durch Fehlentscheidungen in die Krise steuerten

Dies ist nicht immer einfach zu beantworten. Nicht selten werden Manager von Medien in den Himmel gelobt und ihnen zugesprochen, dass sie Werte für ihr Unternehmen schaffen, nur wenn der Aktienkurs kurzfristig steigt. Dabei kann der Aktienkurs nicht wirklich als zuverlässiger Indikator für ein wertschaffendes Management herangezogen werden, spiegelt er doch lediglich die Meinung der Anleger wider und nicht unbedingt die nachhaltige Entwicklung des Unternehmens.

Gute Storys für Euphorie

Wie oft ist es schon vorgekommen, dass ein Management mit einer aggressiven wenn nicht gar waghalsigen Übernahmewelle, oder einfach durch eine grandiose Story solch eine Euphorie bei der Masse der Marktteilnehmer erzeugt hat, dass der Aktienkurs (kurzfristig) in die Höhe schoss.

Zur Person

Erwiesen sich dann später die zuvor vom Management abgegebenen Prognosen als viel zu hoch gegriffen, oder die so gut klingende Unternehmensstrategie als Flop, war es mit dem Höhenflug der Aktie schnell dahin. Denken Sie nur an die vielen „Sternchen“ der New Economy, von denen heute fast keiner mehr übrig ist.

Dagegen deutet vieles darauf hin, dass Manager, die Miteigner am Unternehmen sind, am nachhaltigen Wachstum des Unternehmens interessiert sind, statt nur an ihrer eigenen Karriere zu basteln. Ihre Interessen sind damit zweifelsohne mit hoher Wahrscheinlichkeit deckungsgleich mit den Interessen der restlichen Aktionäre.

Interessant für Investoren

Inhabergeführte Unternehmen sind daher häufig besonders interessant für Value Investoren. Häufig kann man solche inhabergeführte Unternehmen bei mittelgroßen und kleinen börsennotierten Unternehmen vorfinden, sogenannte Mid- und Smallcaps. Oftmals ist hier die Gründerfamilie nach wie vor zu einem markanten Teil am Unternehmen beteiligt oder hat sogar weiterhin die Geschäftsführung inne.

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