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Post aus Harvard

Europas Notenbanken scheitern mit ihrer USA-Kopie

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Europas Arbeitslosenquote ist ein Problem

Ich hatte seit Jahren für einen niedrigen Wechselkurs des Euro plädiert, also muss ich diese Strategie loben. Allerdings ist festzustellen, dass der Kursverfall den Netto-Export der Eurozone zwar stimuliert hat, die Auswirkung auf die Exportzahlen der einzelnen Euro-Mitgliedstaaten und ihre Wirtschaftsleistung aber sehr begrenzt sind.

Das lässt sich erklären. Zum einen wickeln die Euro-Länder einen großen Teil ihres Außenhandels mit anderen Ländern der Euro-Zone ab – da verändert der niedrige Außenwert des Euro gar nichts. Hinzu kommt, dass selbst Exporte in die USA wenig vom schwachen Euro tangiert werden, weil europäische Exporteure ihre Lieferungen in der Regel in Dollar fakturieren und diese Dollarpreise nur sehr langsam an den veränderten Wechselkurs anpassen. Gita Gopinath, meine Kollegin in Harvard, hat das voriges Jahr in einem wichtigen Aufsatz nachgewiesen. Auch darum stieg der gesamte Netto-Export aus der Euro-Zone von September 2014 bis September nur um drei Milliarden Euro – eine kaum spürbare Veränderung in einem Wirtschaftsraum mit einer jährlichen Leistung von elf Billionen Euro.

Das sind die Gewinner und Verlierer der Währungsschwäche

Es gibt ein weiteres Motiv für die Anleihekäufe der EZB: Sie will dafür sorgen, dass die Geschäftsbanken in der Euro-Zone mehr Geld zur Verfügung haben, das sie an Unternehmen und Privatleute ausleihen können. Das funktioniert bisher kaum: Es gibt nur einen sehr schwachen Anstieg solcher Darlehen.

Und dann möchte die EZB die durchschnittliche Inflationsrate in der Euro-Zone mithilfe von QE steigern – auf ihr Ziel von knapp unter zwei Prozent. In den USA hat das funktioniert: QE hat die so genannte Kerninflation – also die Teuerung ohne Berücksichtigung der sinkenden Energie- und Lebensmittelpreise – in den vergangenen zwölf Monaten auf 2,1 Prozent steigen lassen. Das war eine Nebenwirkung des Anstiegs der realen Nachfrage, der sich aus der niedrigeren Arbeitslosigkeit ergab. Die hat inzwischen zu steigenden Löhnen geführt, und so ergibt sich die Teuerung. 

In der Euro-Zone kann diese Strategie wahrscheinlich nicht funktionieren, da die Arbeitslosenrate immer noch bei fast zwölf Prozent liegt, ungefähr fünf Prozentpunkte mehr als vor Beginn der Rezession. Mit Quantitative Easing dürfte die EZB eine stärkere Inflation nur auf dem Umweg über höhere Importpreise erreichen, die aus dem Kursverfall des Euro resultieren. Das hat aber nur eine sehr begrenzte Wirkung, und die Kerninflation in der Eurozone liegt immer noch unter einem Prozent.

In Arbeit
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EZB-Präsident Mario Draghi reagierte letztens auf neue Belege der wirtschaftlichen Schwäche der Euro-Zone und Daten über die extrem niedrige Inflation mit der Andeutung, es sei gut möglich, dass seine Bank bei der nächsten geldpolitisch wichtigen Sitzung im März die Geldpolitik noch weiter lockern werde. Das könnte eine weitere Absenkung von jetzt schon negativen kurzfristigen Zinssätzen bedeuten, auch eine Ausweitung oder Verlängerung des Programms Zum Aufkauf von Wertpapieren..

Die Erfahrungen der vergangenen Jahre und die hier vorgestellten Überlegungen legen nahe, das seine solche Linie sehr wenig zu Wirtschaftswachstum und gewünschter Preisentwicklung in der Euro-Zone beitragen wird. Um wirkliche Fortschritte bei der Belebung ihrer Volkswirtschaften zu machen, dürfen sich die einzelnen europäischen Staaten nicht so sehr auf Quantitative Easing und die EZB verlassen. Sie müssen sich auf Strukturreformen und auf ihre eigenen Haushaltspolitik konzentrieren.

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