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Preis könnte auf 80 Dollar steigen Investoren entdecken den Ölmarkt neu

Ölinvestments stehen bei Anlegern hoch im Kurs. Der simple Grund: Die Werte locken aktuell mit dem schnellsten Preisanstieg seit einem Jahr.

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Vor allem Russland erfreut sich am höheren Ölpreis. Quelle: dpa

Frankfurt Zuletzt sind die Rohölpreise auf das höchste Niveau seit 2014 geklettert. Das hilft großen Rohstofffonds, den 2017 erfahrenen Kundenschwund auszugleichen. Und die Vorhersagen sind noch fantastischer: Liegen die Analysten von Westbeck Capital Management und Commodities World Capital richtig, könnte der Ölpreis bald die 80-Dollar-Grenze knacken. Bei einem aktuellen Kurs von 68 Dollar wäre das ein deutlicher Sprung – und eventuell erst der Anfang.

Bis Freitag standen die Vorzeichen zunächst auf einem weiteren Preiswachstum. Vertrauen auf die globale Wirtschaftsentwicklung, die aktuellen geopolitischen Spannungen und Produktionsengpässe stützten die Ölpreise. Dann kritisierte US-Präsident Donald Trump per Twitter das Ölkartell OPEC – und warf der Organisation vor, die Preise künstlich zu beeinflussen. Das wolle er nicht akzeptiert. In der Folge fielen die Ölpreise um 19 Cent je Barrel.

Dennoch seien Rohstoff-Fonds „in Zeiten erwarteter Marktvolatilität immer noch sehr begehrenswert“ und würden in 2018 möglicherweise weitere Zunahmen erfahren, erklärt Peter Laurelli, Global Head of Research bei der Datenanalysefirma Evestment. Von Januar bis März investierten Investoren drei Milliarden Dollar in rohstofforientierte Hedge Fonds. Das ist laut Evestment der größte Betrag seit dem dritten Quartal 2016. 2017 Jahr zogen sie im Rahmen des ersten Netto-Abflusses seit 2014 rund 680 Millionen Dollar aus dem Markt ab.

Westbecks Energie-Fonds konnte die Verluste vom Jahresbeginn – einschließlich eines zweistelligen Rückgangs im Februar – wieder gut machen und liegt nun elf Prozent höher als am 19. April. 2017 verlor der Fonds rund 17 Prozent. Das Unternehmen sagt einen starken Preisanstieg bei der Leichtöl (WTI) auf mehr als 85 US-Dollar je Barrel in der zweiten Jahreshälfte voraus.

Der Fonds „Commodities World Capital“ hat sich von Verlusten von 4,4 Prozent im ersten Quartal 2018 erholt. Die dortigen Analysten sagen einen Anstieg der Ölpreise auf über 80 Dollar in der zweiten Jahreshälfte voraus – und empfiehlt Anlegern ein Festhalten an ihren Öl-Investments.  

Die US-Leichtölsorte West Texas Intermediate (WTI) kletterte im Januar stark, nur um dann innerhalb von zwei Wochen um 13 Prozent abzustürzen. Nun steigt der Preis wieder und liegt bereits auf dem doppelten Niveau im Vergleich zum Jahresbeginn 2016. „Weil die Tendenzen der Ölpreise sehr schwer vorherzusagen sind, ist es für Manager in diesem Sektor schwierig, eine dauerhaft gute Leistung zu liefern“, erklärt Michael Gerber, Head of Research beim Investment Berater Fundana.

Trumps Bestrebungen, aus dem Atomabkommen mit dem Iran auszusteigen, welches den Staaten des Mittleren Ostens einen höheren Öl-Absatz zusichert, haben die Preise zuletzt angetrieben. Darüber hinaus will Saudi-Arabien – der weltweit größte Ölexporteur – den Preis auf über 80 Dollar treiben. Eine rückläufige Förderung in Venezuela und weltweit sinkende Vorräte sowie die schwierige Lage in Syrien tragen das ihrige zum Preisanstieg bei.

Nach fünf Jahren weltweit geringer Investitionen am Ölmarkt dürfte 2019 ein „krachendes Jahr“ für Ölinvestoren werden, schreibt Westbeck-Chef Jean-Louis Le Mee im Februar im Investorenbrief des Konzerns. Weitere Preisanstiege sind also bereits abzusehen.

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