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Preiswerte Ölaktien Billig tanken fürs Aktiendepot

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Aktienkurse bereinigt

Bei der Nummer eins der Branche etwa, dem US-Konzern Exxon Mobil, brach der Gewinn um 21 Prozent ein. Ohne positive Einflüsse durch verschobene Steuerzahlungen und ein Gerichtsurteil wäre der Gewinn sogar um eine weitere Milliarde Dollar niedriger ausgefallen. Die Produktion ist bei Exxon im gleichen Zeitraum nur um knapp vier Prozent gesunken. So verdiente das Unternehmen im vierten Quartal noch 6,6 Milliarden Dollar.

Der Exxon-Aktie war die Halbierung des Ölpreises kaum anzumerken. Auch die Dividenden flossen in den vergangenen Quartalen zuverlässig und stiegen sogar von Jahr zu Jahr. Unter dem Strich kletterte die Aktie seit dem Beginn des Ölpreiseinbruchs um knapp neun Prozent – wenn auch unter starken Schwankungen.

Auch andere Größen der Branche berichten Unerfreuliches: ConocoPhilips meldet Verluste, der Service-Anbieter für die Ölindustrie Schlumberger streicht 9000 Stellen. Auch Statoil, Chevron, Tullow Oil und Premier Oil bremsen ihre Ausgaben für die Erschließung weiterer Ölfelder. BP friert sogar die Löhne ein. „Wir müssen damit planen, dass der Preis unten ist“, sagte dazu BP-Chef van Beurden. „Wir wissen zwar nicht genau, auf welchem Level, aber sicherlich für ein Jahr. Ich denke, es ist wahrscheinlich, dass wir zwei oder drei Jahre so planen müssen.“ Die angekündigten Maßnahmen führten im Aktienhandel unmittelbar zu einer Kurserholung, weil die Investoren wieder etwas optimistischer in die Zukunft blicken. Gelingt ihre Umsetzung, sollte das den Papieren nochmals Schub verleihen. Weitere Rückschläge und starke Kursschwankungen sind allerdings auch nicht auszuschließen.

Bislang verfehlte bei den Ölgiganten nur Royal Dutch Shell die Erwartungen. Ohne einmalige Sondereffekte und Änderungen in der Lagerhaltung stieg der Gewinn gegenüber dem Vorjahr leicht auf 3,3 Milliarden Dollar. Die Börse reagierte jedoch enttäuscht. Analysten hatten im Durchschnitt mit 4,1 Milliarden Dollar gerechnet. Shell musste bereits vor einem Jahr eine Gewinnwarnung herausgeben und war daher das einzige Unternehmen der Branche, bei dem Analysten nun mit einem Gewinnanstieg gerechnet hatten.

Machtkampf um Öl hinterlässt Spuren

Ölproduzenten planen vorsichtig

Auch Shell will die Ausgaben drastisch kürzen. Allein in den kommenden drei Jahren will der niederländisch-britische Erdölriese seinen Investitionen um 15 Milliarden Dollar reduzieren. 40 Projekte weltweit stehen auf dem Prüfstand. Sollte der Ölpreis länger so niedrig bleiben, könnten weitere Maßnahmen nötig werden, hieß es zur Vorstellung der Quartalszahlen. Schon vor dem Absturz des Ölpreises trennte sich Shell von unrentablen und kostspieligen Projekten, zuletzt von einer petrochemischen Fabrik in Katar und einem Offshore-Projekt in Brasilien.

Sollte Shell-Boss van Beurden Recht behalten und der Ölpreis noch zwei bis drei Jahre niedrig bleiben, wäre jetzt ein guter Einstiegszeitpunkt für längerfristig orientierte Dividendenjäger mit etwas Mut zum Risiko. „In einer solchen Phase sind Ölaktien für uns keine Basisempfehlung, sondern eher etwas für spekulativ orientierte Investoren und Mandanten, die dieses Investmentthema langfristig sehen und bereit sind, noch weitere deutliche Schwankungen in diesem Sektor auszuhalten“, sagt etwa Ralph Rickassel von Packenius, Mademann & Partner.

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Europas Ölförderer mit Potenzial

Interessant sind für Anleger zurzeit vor allem die europäischen Ölproduzenten wie die französische Total, die spanische Repsol oder die italienische Eni. Der Vorteil: Sie sind billiger als US-Aktien und haben sich auch noch nicht so stark erholt. Zudem haben sie ihre Heimatbörse in der Eurozone und ersparen dem Anleger somit das Wechselkursrisiko. Britische und US-amerikanische Konzerne sind hingegen durch die Euro-Schwäche hierzulande schon Aufgrund des gestiegenen Wechselkurses teurer geworden und an den US-Börsen ohnehin höher bewertet.

Als i-Tüpfelchen bieten die Euro-Ölproduzenten derzeit die höchsten Dividendenrenditen – bis zu sieben Prozent lauten die Prognosen für das laufende Geschäftsjahr. Unter diesem Aspekt ist auch die norwegische Statoil einen Blick wert. Die Dividendenprognose verspricht eine Rendite von mehr als fünf Prozent, zudem ist das Unternehmen breit aufgestellt und profitiert auch in Zeiten niedriger Ölpreise. Allerdings müssen Anleger das Wechselkursrisiko der norwegischen Krone zum Euro im Blick behalten. Die ist zumindest in jüngster Zeit wieder billiger geworden.

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