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Profis setzen auf US-Aktien Starke Wall Street, wackeliges Europa

Profi-Investoren konzentrieren sich zunehmend auf die US-Börsen. Warum amerikanische Aktien derzeit besser laufen als europäische – und wieso das in den nächsten Monaten auch so bleibt.

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Es gibt eine Reihe von guten Gründen, warum sich Investoren zunehmend von Europa ab- und den USA zuwenden. Quelle: Getty Images

Wer wissen will, welche Börsen derzeit angesagt sind, muss auf Hedgefonds schauen. Aus mehreren Gründen. Sie sind in der Regel finanzstark und kaum auf bestimmte Anlageklassen oder Maximalrisiken beschränkt. Daher können sie frei agieren. Zudem wetten Hedgefonds nicht nur auf steigende, sondern auch auf fallende Kurse – womit sich manchmal deutlich schneller Geld verdienen lässt. Sie haben nur ein Ziel: Rendite machen. Egal wo, egal wann, egal wie. Mit anderen Worten: Hedgefonds sind ein guter Indikator für Anlagetrends.

Derzeit lautet eines ihrer Signale: Raus aus Euro-Land. Denn zunehmend rechnen die Börsenprofis mit einem fallenden Eurokurs. Deutlich wird das auf dem Derivate-Markt. Dort laufen die Wetten auf steigende wie fallende Kurse zusammen. Und dort zeigt sich, dass die Anleger mehr Geld auf einen fallenden als auf einen steigenden Euro setzen.

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    Starke US-Börse im Vergleich zu Europa

    Seit dem Höchststand bei 1,38 Dollar im Mai 2014 ging der Wechselkurs zum US-Dollar steil nach unten. Noch hält sich der Euro mit einem 1,31 Dollar einigermaßen, doch der Druck steigt. An der Derivatebörse CFTC überwiegen nun die Euro-Pessimisten. Der Überschuss der Investments zugunsten eines fallenden Euro – die sogenannten Netto-Short-Positionen - hat mit 25 Milliarden Dollar den Stand von vor zwei Jahren erreicht - einem Höhepunkt der Euro-Schuldenkrise.

    Wer auf einen fallenden Euro setzt, sieht den Euro-Wirtschaftsraum vor weit größeren Herausforderungen als andere Währungsräume. Wenn die Wirtschaft lahmt und die Nachfrage nach Gütern und Dienstleistungen schwindet, müssen Unternehmen ihre Preise senken, um sich am Markt zu behaupten. Daher fällt der Wert des Euro. Unterm Strich sind daher offenbar immer mehr Investoren der Überzeugung, dass die Euro-Zone abwirtschaftet – zumindest im Verhältnis zu besser laufenden Volkswirtschaften.

    Europas Schwäche ist zugleich die Stärke der Wirtschaft in den USA. Dort entwickeln sich Konjunktur und Geldpolitik inzwischen in eine andere Richtung als im Europa der zwei Geschwindigkeiten. Die Prognosen zur US-Wirtschaft stimmen Anleger weit optimistischer.

    Europa kämpft derzeit gegen Konjunkturdellen, extrem hohe Jugendarbeitslosigkeit und völlig überschuldete Staatshaushalte. Außerdem ist es von den Krisenherden in Osteuropa und dem Nahen Osten wirtschaftlich stärker betroffen als die USA.

    Diese Aktien hat Warren Buffett im Depot
    Rang 10: Moody's CorporationZu den größten Beteiligungen der Investmentgesellschaft Berkshire Hathaway, gehört das Finanz- und Analysehaus Moody's, das hauptsächlich für seine Bewertung von Unternehmen und Staatsanleihen bekannt ist. Moody’s ist die zweitgrößte Ratingagentur der Welt und beherrscht 40 Prozent des Rating-Marktes. In den USA müssen Manager, die mehr als 100 Millionen Dollar an Aktien verwalten, das so genannte Formular 13F zu getätigten Investments bei der Börsenaufsicht einreichen. Die Mitteilung soll immer innerhalb von 45 Tagen nach Quartalsende erfolgen und alle in den USA gehandelten Aktien, Optionen und Wandelanleihen enthalten. Nicht ersichtlich wird aus den Aufstellungen, in welche Papiere außerhalb der USA investiert wurde oder wie groß die Barreserven sind. Ebenfalls nicht aufgeführt in der Tabelle sind Optionen, Warrants und Anleihen. Marktwert der Beteiligung: 2,16 Milliarden US-DollarQuelle: Pflichtmitteilung (13F) von Berkshire Hathaway an die US-Börsenaufsicht, Bloomberg(Stand: 30.06.2014) Quelle: AP
    Rang 9: Davita Healthcare PartnersDer Zusammenschluss aus Davita und Healthcare Partners ist einer der größten Gesundheitskonzerne der USA, der sich auf Nierenbehandlungen wie Dialyse spezialisiert hat. Das deutsche Pendant zu Davita Helthcare Partners ist Fresenius Medical Care. Marktwert der Beteiligung: 2,7 Milliarden US-Dollar Quelle: dpa
    Rang 8: U.S. BancorpWarren Buffett mag Finanzaktien: Vier seiner zehn größten Beteiligungen sind aus der Finanzbranche. Dazu gehört auch die fünftgrößte Bank der USA: U.S.Bancorp (USB). Marktwert der Beteiligung: 3,5 Milliarden US-Dollar Quelle: AP
    Rang 7: Exxon MobilDer Ölgigant Exxon Mobil war das wertvollste Unternehmen der Welt, bis es von Apple überholt wurde. An Apple hatte der Börsengroßmeister Buffett bisher kein Interesse. Grundsätzlich kaufe Buffett keine Technologie-Aktien, da er sich mit Technologie zu wenig auskenne. Marktwert der Beteiligung: 4,1 Milliarden US-Dollar Quelle: AP
    Rang 6: Procter & GamblePampers, Pringles und Head & Shoulders: Der Konsumgüterriese Procter & Gamble deckt so ziemlich jeden Lebensbereich ab. Von der Wäsche (Ariel) bis zur Männerrasur (Gilette) begleiten uns Produkte des US-Giganten. Auch Warren Buffett weiß: Mit den Grundbedürfnissen der Menschen kann man gute Geschäfte machen. Marktwert der Beteiligungen: 4,1 Milliarden Dollar Quelle: REUTERS
    Rang 5: Wal-MartDer Einzelhandelsriese ist der größte private Arbeitgeber weltweit, beherrscht einen Großteil des US-Marktes und ist das umsatzstärkste Unternehmen der Welt. Wer damals rechtzeitig einstieg als Wal-Mart 1972 an die Börse ging, darf sich heute glücklich schätzen: Die Aktie hat seitdem mehr als 94.000 Prozent an Wert gewonnen. Marktwert der Beteiligungen: 4,4 Milliarden Dollar Quelle: dpa
    Rang 4: IBM„Ich denke, dass es einen Weltmarkt für vielleicht fünf Computer gibt“, soll der damalige IBM-Chef Thomas Watson im Jahr 1943 gesagt haben. Er wurde eines besseren belehrt. Die digitale Revolution machte IBM zum Bluechip der Branche mit einer Marktkapitalisierung von 187 Milliarden Dollar. Die Aktie hat seit 1978 um mehr als 10.000 Prozent an Wert gewonnen. Die IBM-Aktie ist bei Buffett eher eine Ausnahme, da er sonst nicht viel von Technologiewerten hält. Marktwert der Beteiligungen: 12,7 Milliarden Dollar Quelle: REUTERS

    Investoren wenden sich zunehmend von Europa ab - und den USA zu. Dafür gibt es gute Gründe. Hier die fünf wichtigsten:

    1. Amerika gilt als sicherer Hafen

    Die Krise in der Ukraine macht Anlegern die besondere Lage Deutschlands bewusst: Als Land, durch dessen Mitte die ehemalige Grenze der geteilten Welt läuft. Diese Lage war ein großer Vorteil, als in den Neunzigerjahren mit dem politischen Tauwetter und dem weltweiten Siegeszug des westlichen Wirtschaftssystems die Expansion in die osteuropäischen und russischen Märkte einsetzte.

    Schwellenländer waren für deutsche Unternehmen zuallererst die Nachbarn im Osten und Südosten – und natürlich Russland. Für Unternehmen wie Adidas, Metro oder Stada war das nicht nur Schwellenländer-Fantasie, sondern Kern ihrer Wachstumsstrategie.

    Wäre die Ukraine-Krise nur eine begrenzte politische Auseinandersetzung, träfe der alte Spruch von den politischen Börsen mit den kurzen Beinen durchaus zu. Doch die Ukraine-Krise ist weit mehr als ein Scharmützel. Die aktuelle Eskalation deutet darauf hin, dass sie eine neue, kalte Epoche im Verhältnis der Großmächte einleiten könnte. Und je mehr Deutschland Stellung nehmen muss gegen Russland, desto größer ist der wirtschaftliche Nachteil: wegen der Energielieferungen, dem Wegbrechen vielversprechender Märkte und den finanziellen Kosten, die auf Deutschland und Europa zukommen.

    Doping für den Aktienmarkt

    An den Kapitalmärkten gilt eine einfache Logik: Je stärker die Krise Deutschland (und darüber hinaus Europa und den Euro) belastet, desto mehr profitiert davon der große sichere Hafen im Westen - die Vereinigten Staaten und der Dollar.

    Insofern findet derzeit eine Gegenbewegung zu den Neunzigerjahren statt - dem Jahrzehnt, in dem besonders Deutschland von der Friedensdividende profitierte.

    Wer die Börsen wackeln lässt
    Ben Bernanke Quelle: AP
    Janet Yellen (Fed-Vizepräsidentin)Yellen gilt als ausgewiesene Arbeitsmarktexpertin und zugleich als Taube. Sie hat zwar ebenfalls ein Auslaufen der Konjunkturhilfen bei einer Besserung der Wirtschaftslage in Aussicht gestellt, macht aber aus ihrer Prioritätensetzung keinen Hehl: Für den FOMC müsse der Abbau der Arbeitslosigkeit im Zentrum stehen, auch wenn die Inflationsrate „zeitweise leicht über zwei Prozent“ liegen sollte. Yellen wird Bernanke in Jackson Hole vertreten. Womöglich wird sie die Bühne nutzen, um den weiteren geldpolitischen Weg der Fed abzustecken. Quelle: REUTERS
    William Dudley (links im Bild, New York, FOMC-Vizevorsitzender)Der enge Vertraute Bernankes plädiert dafür, nichts zu überstürzen. Die Fed solle noch „drei bis vier Monate“ warten, bis sie über ein Zurückfahren der Bond-Käufe entscheide. Bis dahin werde sich ein klareres Bild ergeben, wie weit die Konjunkturerholung gediehen sei. Zugleich betont Dudley, das Programm bleibe flexibel. Bei einer Eintrübung der Konjunktur könne das Tempo der Käufe auch wieder steigen. Quelle: dapd
    Charles Evans (Chicago Fed)Er gilt als Taube und ist für eine extrem lockere Geldpolitik im Kampf gegen die Arbeitslosigkeit. Ein Ende der Bond-Käufe kommt für ihn erst in Frage, wenn der Jobmarkt über den Berg ist. Dazu legt er die Latte hoch: Über mehrere Monate müssten mindestens jeweils mehr als 200.000 neue Stellen geschaffen werden. Im Mai waren es lediglich 175.000. Quelle: REUTERS
    Eric Rosengren (Boston Fed)Auch er steht eher im Ruf, eine Taube zu sein. Rosengren schlägt vor, in einigen Monaten eine „moderate Verringerung“ der Bond-Käufe zu prüfen, falls sich der Arbeitsmarkt weiter erholt. Zunächst hatte er dafür einen Schwellenwert von 7,25 Prozent bei der Arbeitslosenquote genannt, der aus seiner Sicht Ende des Jahres erreicht werden könnte. Zuletzt stieg die Quote aber leicht auf 7,6 Prozent. Quelle: REUTERS
    Esther George (Kansas City Fed)Sie hält die Geldpolitik für zu locker und plädiert für ein Zurückfahren der Konjunkturhilfen. Sie warnt, ein zu starkes Stimulieren der Wirtschaft werde die Inflation anheizen. Quelle: REUTERS
    James Bullard (St. Luis Fed)Der Notenbanker sorgt sich um die Preisstabilität, allerdings nicht wegen möglicher inflationärer Auswirkungen der Geldschwemme, sondern wegen des derzeit zu niedrigen Preisauftriebs. Er möchte die Anleihe-Käufe solange fortsetzen, bis die Inflationsrate wieder auf den Zielwert der Fed von zwei Prozent gestiegen ist. Andernfalls drohe das Inflationsziel an Glaubwürdigkeit zu verlieren. Im April ging die von der Fed beobachtete Teuerungsrate (PCE) in den USA auf 0,7 Prozent zurück. Quelle: REUTERS

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      2. Die US-Geldpolitik ist einen Schritt weiter

      Die brisante Mischung aus europäischer Finanzkrise und neuer geopolitischer Belastung führt dazu, dass die europäische Konjunktur wesentlich wackliger ist als die amerikanische. Dementsprechend ist auch die Geldpolitik der US-Notenbank Fed in den Vereinigten Staaten einen wichtigen Schritt weiter.

      Während Deflationsgefahren in Europa zu weiteren expansiven Schritten der Notenbanken führen dürften, werden in den USA Staatsanleihekäufe zurückgefahren. Es wird gar über erste Zinserhöhungen für 2015 nachgedacht.

      Auf den ersten Blick erstaunlich ist es, dass die amerikanischen Aktienbörsen nicht mit dem vielfach erwarteten Muster reagieren und auf die am Kapitalmarkt schon steigenden Zinsen sinken. Einmal mehr wird daran offensichtlich, dass die Aktienbörsen keineswegs noch expansivere Maßnahmen für noch höhere Kurse brauchen. Vielmehr honorieren sie das von der Fed vorgezeichnete Szenario eines vorsichtigen Ausstiegs aus der endlosen Expansionsspirale.

      Es ist ein Treppenwitz der Wirtschaftsgeschichte, dass ausgerechnet die Europäische Zentralbank - in der ja eigentlich Gene der alten Bundesbank stecken sollten -, mit aller Gewalt an der expansiven Linie festhält. Den Aktienmärkten hilft das nur noch wenig, an den Anleihemärkten wird die Blase weiter aufgepumpt. Und mit kurzfristigen Zinsen werden Sparer enteignet, weil nach Abzug der zugegebenermaßen niedrigen Inflation reale Kaufkraftverluste ihrer Ersparnisse hinnehmen müssen.

      Dass sich für die USA mittel- bis langfristig eher die Rückkehr zu wirtschaftlich gerechtfertigten Zinsen abzeichnet, ist ein klarer Vorteil für amerikanische Anlagen. Der aktuell steigende Dollar ist ein unmissverständliches Signal. Die US-Investmentbank Goldman Sachs rechnet in ein paar Jahren sogar mit der Parität von Dollar und Euro, also einem Wechselkurs von eins zu eins.

      Auch wenn sich die Börsenprofis von der Zinsentscheidung der EZB am kommenden Donnerstag neues Doping für den Aktienmarkt erhoffen: Wenn Notenbank-Präsident Mario Draghi noch mehr Geld durch Wertpapierkäufe in die Anlagemärkte pumpt oder den ohnehin schon nahe Null stehenden Leitzins erneut senkt, dürfte der Schubeffekt an der Börse schnell verpuffen. Im Interview mit dem "Wall Street Journal" sagt Ökonom Hans-Werner Sinn vom Ifo-Institut bereits: „Jetzt rächt es sich eben, dass die EZB ihr Pulver viel zu früh verschossen hat.“

      20 Aktien, die Goldman Sachs für Schnäppchen hält

      3. Die US-Wirtschaft ist robuster

      Das Konjunkturverhältnis zwischen Europa und den USA entwickelt sich auseinander. Während in den Vereinigten Staaten der schwache Jahresbeginn durch ein starkes zweites Quartal längst ausgebügelt wurde, kühlt sich die Wirtschaft in Europa merklich ab. Die Folgen der Ukraine-Krise führen dazu, dass es nicht zu der erwarteten Belebung kommt. Und das ist für Anleger umso frustrierender, da sie nach dem zweiten, schwachen Quartal mit einer Erholung gerechnet hatten.

      In einer Analyse spricht die US-Bank Morgan Stanley denn auch von einer asynchronen Entwicklung der Volkswirtschaften und anhaltenden Folgeeffekten der Finanzkrise in Europa. Darin sehen die US-Banker Spätfolgen der weltweiten Finanzkrise – und nennen eine Reihe von Gründen, warum der Aufschwung in den USA auch nach fünf langen Jahren noch nicht vorbei sein muss. Denn die Amerikaner kommen Morgan Stanley zufolge mit dem Schuldenabbau voran, Zinsen und Schuldenlast erscheinen noch nicht so überdehnt, dass sie letztlich auch den Konsum bremsen.

      Auch für überhöhte Unternehmensbewertungen gibt der US-Bank zufolge noch keine Anzeichen einer Überhitzung. Im Gegenteil nähere man sich in den USA wieder „normalen“ Wirtschaftsparametern. Im Gegensatz zu Europa stünden die USA erst am Beginn einer langen Aufschwungphase. Nach Ausbruch der Finanzkrise ging es den USA wirtschaftlich lange schlechter als Europa und vor allem Deutschland. Das hat sich deutlich umgekehrt.

      Wenig Optimismus in Europa

      Die aktuellen Konjunkturindikatoren für Europa deuten darauf hin, dass sich die Stagnation der vergangenen Monate fortsetzt. Das sich Krisenländer wie Portugal oder Griechenland mittlerweile etwas besser schlagen, hilft wenig. Nun erwischt es die großen Länder, derzeit vor allem Frankreich. Und ob Deutschland die von der Bundesregierung erwarteten 1,8 Prozent Wachstum wirklich schafft, ist ziemlich fraglich.

      Dagegen hat die US-Wirtschaft durchaus die Chance auf zwei Prozent Wachstum in diesem Jahr. An diesem Kurs haben weder die Schwellenländer-Schwäche von 2013 etwas geändert, noch die Ukraine-Krise 2014 oder die Turbulenzen im Nahen und Mittleren Osten. Im Gegenteil: Die USA profitiert eindeutig als sicherer Hafen von den neuen Erschütterungen in den Krisenländern.

      Wo der Dax am Ende des Jahres stehen wird
      Deutsche BankDie Analysten der Deutschen Bank stechen mit ihrem unerschütterlichen Optimismus hervor. Trotz Ukraine-Krise und schwächelndem Wirtschaftswachstum in Europa hält die Bank an ihrer Prognose für den Dax von 11.000 Punkten fest. Frei nach dem Motto: Politische Börsen haben kurze Beine. Sollte die Prognose stimmen, wird der Dax noch um ganze 18 Prozent in diesem Jahr steigen. Prognose am Jahresanfang: 11.000 PunkteAktuelle Prognose: 11.000 Punkte Quelle: REUTERS
      BarclaysAn seiner vorherigen Einschätzung hält die britische Bank Barclays nicht fest, gehört aber immer noch zu den optimistischsten Dax-Beobachtern. Die 100-Punkte Korrektur der Prognose hat angesichts des Dax-Absturzes von 1000 Punkten im Juli allerdings wohl nur eine symbolische Wirkung. Prognose am Jahresanfang: 11.000 PunkteAktuelle Prognose: 10.900 Punkte Quelle: dpa
      SantanderDie Analysten der größten Bank Spaniens halten an ihrer Prognose fest und zeigen sich verhalten optimistisch. Damit der Dax den Stand von 10.500 Punkten noch in diesem Jahr erreicht, muss der Leitindex noch rund 1.200 Punkte zulegen. Keine leichte Aufgabe bei geopolitischen Krisen und schwachem Wachstum in Europa. Prognose am Jahresanfang: 10.500Aktuelle Prognose: 10.500 Quelle: REUTERS
      CommerzbankEin Bulle, das Symbol für steigende Kurse, wurde im Juli aufgeknüpft: Der Dax brach wegen der Ukraine-Krise ein. Die Analysten der Commerzbank bleiben jedoch bei ihrer Einschätzung von 10.200 Punkten für den Dax. Langfristig werden die Fundamentaldaten entscheiden – so lang ist die Frist aber nicht mehr bis zum Jahresschluss. Prognose am Jahresanfang: 10.200 PunkteAktuelle Prognose: 10.200 Punkte Quelle: dpa
      Baader BankDie gleiche Meinung vertreten auch die Anlagestrategen der Baader Bank und sehen den Dax zum Ende des Jahres ebenfalls bei 10.200 Punkten. Beim aktuellen Stand von 9.330 Punkten hat der Dax ein Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 17,3. Der Dax kostet damit das 17fache eines Jahresgewinns aller Dax-Konzerne. Das KGV von 17 ist zwar hoch und doppelt so hoch wie vor fünf Jahren, aber noch kein Zeichen für eine Überbewertung. Denn Aktien bleiben in der Niedrigzinsphase beinahe alternativlos. Prognose am Jahresanfang: 10.200 PunkteAktuelle Prognose: 10.200 Punkte Quelle: dpa
      MacquarieDie größte Korrektur in seiner Prognose hat die Bank Macquarie vorgenommen: Ganz 700 Punkte tiefer sieht sie den Dax nun zum Ende des Jahres. Dass viele Banken ihre Prognosen senken liegt allerdings nicht nur an der Ukraine-Krise: Auch die schwächelnde Wirtschaft in Europa und speziell in Deutschland bereitet Sorgen. Prognose am Jahresanfang: 10.700 PunkteAktuelle Prognose: 10.000 Punkte Quelle: AP
      Saxo BankDie dänische Saxo Bank zeigt sich verhalten optimistisch und korrigiert ihre Prognose um 500 Punkte nach unten, was allerdings immer noch rund 500 Punkte über dem Jahresstart des Dax ist. Fast alle Analysten knüpfen ihre Prognosen an eine Bedingung: Es dürfe kein Krieg zwischen der Ukraine und Russland ausbrechen. Prognose am Jahresanfang: 10.500 PunkteAktuelle Prognose: 10.000 Punkte Quelle: dpa

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        4. Stabile Gewinnsteigerungen in Sicht

        Amerikanische Unternehmen werden in diesem Jahr wahrscheinlich soviel verdienen wie nie zuvor. Auf den S&P-500-Index umgerechnet erwarten Analysten 2014 fast 120 Dollar Durchschnittsgewinn. Das ist doppelt soviel wie im Krisenjahr 2008 und seitdem ein gleichmäßiger und stabiler Aufwärtstrend.

        Im Vergleich zu 2013 wäre das ein Zuwachs von elf Prozent. Das ist angesichts der soliden Allgemeinkonjunktur eine realistische Prognose, die von den Unternehmen insgesamt erreicht werden dürfte. Jedenfalls ist sie wesentlich realistischer als die mehr als doppelt so hohen Gewinnerwartungen, die an deutsche Unternehmen gestellt werden. Nachteil allerdings: Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 18 sind die S&P-Aktien daran gemessen natürlich nicht mehr billig.

        Dass der amerikanische Aktienmarkt so stabil ist, hat noch einen zusätzlichen Grund. Der zeigt sich vor allem bei den führenden Aktien des Dow Jones. Der Anteil defensiver Aktien ist hier wesentlich größer als im Dax. AT&T, Disney, McDonald’s, Procter, Johnson, Coke – sie alle zeichnen sich durch eine stabilere und gleichmäßigere Geschäftsentwicklung aus als Allianz, Deutsche Bank, Daimler oder gar ThyssenKrupp. Und je schwerer die Krisenlage, desto mehr wird diese Stabilität an den Börsen bezahlt.

        5. Die Trends sind stabil – und versprechen noch mehr

        Während der Dax mühsam um die 200-Tage-Linie kämpft, sind Dow Jones und S&P 500 auf Top-Niveau. Zwar gehen auch die US-Börsen bei einer Verschärfung der politischen Lage zwischenzeitlich in die Knie, aber sie erholen sich danach eben sofort wieder – besonders sichtbar in den vergangenen zwei Wochen, als der Dow exakt auf den 200er-Durchschnitt zurück reagiert hat und danach in gleicher Dynamik wieder auf 17000 Punkte schoss.

        Börse



        Noch stärker ist der Technologie-Index Nasdaq. Dass er noch nicht ein neues Hoch erreicht hat, liegt an den außergewöhnlichen Jubelkursen aus dem Jahr 2000. Doch jedes darunter liegende Hoch wurde bisher genommen. Es dürfte nur noch eine Frage von Monaten sein, bis der Nasdaq 100 auch sein 2000er-Top bei 4705 Punkten erreicht.

        Besonders gut laufen seit einigen Monaten große amerikanische Technologieaktien. Apple, Google, Microsoft oder Intel sind so stark, dass die Gefahr einer Abwärtswende wie in Deutschland gar nicht erst besteht. Allenfalls geht es um vorübergehende Korrekturen – und das sind Kaufgelegenheiten. 

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