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Profis setzen auf US-Aktien Starke Wall Street, wackeliges Europa

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Wenig Optimismus in Europa

Die aktuellen Konjunkturindikatoren für Europa deuten darauf hin, dass sich die Stagnation der vergangenen Monate fortsetzt. Das sich Krisenländer wie Portugal oder Griechenland mittlerweile etwas besser schlagen, hilft wenig. Nun erwischt es die großen Länder, derzeit vor allem Frankreich. Und ob Deutschland die von der Bundesregierung erwarteten 1,8 Prozent Wachstum wirklich schafft, ist ziemlich fraglich.

Dagegen hat die US-Wirtschaft durchaus die Chance auf zwei Prozent Wachstum in diesem Jahr. An diesem Kurs haben weder die Schwellenländer-Schwäche von 2013 etwas geändert, noch die Ukraine-Krise 2014 oder die Turbulenzen im Nahen und Mittleren Osten. Im Gegenteil: Die USA profitiert eindeutig als sicherer Hafen von den neuen Erschütterungen in den Krisenländern.

Wo der Dax am Ende des Jahres stehen wird
Deutsche BankDie Analysten der Deutschen Bank stechen mit ihrem unerschütterlichen Optimismus hervor. Trotz Ukraine-Krise und schwächelndem Wirtschaftswachstum in Europa hält die Bank an ihrer Prognose für den Dax von 11.000 Punkten fest. Frei nach dem Motto: Politische Börsen haben kurze Beine. Sollte die Prognose stimmen, wird der Dax noch um ganze 18 Prozent in diesem Jahr steigen. Prognose am Jahresanfang: 11.000 PunkteAktuelle Prognose: 11.000 Punkte Quelle: REUTERS
BarclaysAn seiner vorherigen Einschätzung hält die britische Bank Barclays nicht fest, gehört aber immer noch zu den optimistischsten Dax-Beobachtern. Die 100-Punkte Korrektur der Prognose hat angesichts des Dax-Absturzes von 1000 Punkten im Juli allerdings wohl nur eine symbolische Wirkung. Prognose am Jahresanfang: 11.000 PunkteAktuelle Prognose: 10.900 Punkte Quelle: dpa
SantanderDie Analysten der größten Bank Spaniens halten an ihrer Prognose fest und zeigen sich verhalten optimistisch. Damit der Dax den Stand von 10.500 Punkten noch in diesem Jahr erreicht, muss der Leitindex noch rund 1.200 Punkte zulegen. Keine leichte Aufgabe bei geopolitischen Krisen und schwachem Wachstum in Europa. Prognose am Jahresanfang: 10.500Aktuelle Prognose: 10.500 Quelle: REUTERS
CommerzbankEin Bulle, das Symbol für steigende Kurse, wurde im Juli aufgeknüpft: Der Dax brach wegen der Ukraine-Krise ein. Die Analysten der Commerzbank bleiben jedoch bei ihrer Einschätzung von 10.200 Punkten für den Dax. Langfristig werden die Fundamentaldaten entscheiden – so lang ist die Frist aber nicht mehr bis zum Jahresschluss. Prognose am Jahresanfang: 10.200 PunkteAktuelle Prognose: 10.200 Punkte Quelle: dpa
Baader BankDie gleiche Meinung vertreten auch die Anlagestrategen der Baader Bank und sehen den Dax zum Ende des Jahres ebenfalls bei 10.200 Punkten. Beim aktuellen Stand von 9.330 Punkten hat der Dax ein Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 17,3. Der Dax kostet damit das 17fache eines Jahresgewinns aller Dax-Konzerne. Das KGV von 17 ist zwar hoch und doppelt so hoch wie vor fünf Jahren, aber noch kein Zeichen für eine Überbewertung. Denn Aktien bleiben in der Niedrigzinsphase beinahe alternativlos. Prognose am Jahresanfang: 10.200 PunkteAktuelle Prognose: 10.200 Punkte Quelle: dpa
MacquarieDie größte Korrektur in seiner Prognose hat die Bank Macquarie vorgenommen: Ganz 700 Punkte tiefer sieht sie den Dax nun zum Ende des Jahres. Dass viele Banken ihre Prognosen senken liegt allerdings nicht nur an der Ukraine-Krise: Auch die schwächelnde Wirtschaft in Europa und speziell in Deutschland bereitet Sorgen. Prognose am Jahresanfang: 10.700 PunkteAktuelle Prognose: 10.000 Punkte Quelle: AP
Saxo BankDie dänische Saxo Bank zeigt sich verhalten optimistisch und korrigiert ihre Prognose um 500 Punkte nach unten, was allerdings immer noch rund 500 Punkte über dem Jahresstart des Dax ist. Fast alle Analysten knüpfen ihre Prognosen an eine Bedingung: Es dürfe kein Krieg zwischen der Ukraine und Russland ausbrechen. Prognose am Jahresanfang: 10.500 PunkteAktuelle Prognose: 10.000 Punkte Quelle: dpa

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    4. Stabile Gewinnsteigerungen in Sicht

    Amerikanische Unternehmen werden in diesem Jahr wahrscheinlich soviel verdienen wie nie zuvor. Auf den S&P-500-Index umgerechnet erwarten Analysten 2014 fast 120 Dollar Durchschnittsgewinn. Das ist doppelt soviel wie im Krisenjahr 2008 und seitdem ein gleichmäßiger und stabiler Aufwärtstrend.

    Im Vergleich zu 2013 wäre das ein Zuwachs von elf Prozent. Das ist angesichts der soliden Allgemeinkonjunktur eine realistische Prognose, die von den Unternehmen insgesamt erreicht werden dürfte. Jedenfalls ist sie wesentlich realistischer als die mehr als doppelt so hohen Gewinnerwartungen, die an deutsche Unternehmen gestellt werden. Nachteil allerdings: Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 18 sind die S&P-Aktien daran gemessen natürlich nicht mehr billig.

    Dass der amerikanische Aktienmarkt so stabil ist, hat noch einen zusätzlichen Grund. Der zeigt sich vor allem bei den führenden Aktien des Dow Jones. Der Anteil defensiver Aktien ist hier wesentlich größer als im Dax. AT&T, Disney, McDonald’s, Procter, Johnson, Coke – sie alle zeichnen sich durch eine stabilere und gleichmäßigere Geschäftsentwicklung aus als Allianz, Deutsche Bank, Daimler oder gar ThyssenKrupp. Und je schwerer die Krisenlage, desto mehr wird diese Stabilität an den Börsen bezahlt.

    5. Die Trends sind stabil – und versprechen noch mehr

    Während der Dax mühsam um die 200-Tage-Linie kämpft, sind Dow Jones und S&P 500 auf Top-Niveau. Zwar gehen auch die US-Börsen bei einer Verschärfung der politischen Lage zwischenzeitlich in die Knie, aber sie erholen sich danach eben sofort wieder – besonders sichtbar in den vergangenen zwei Wochen, als der Dow exakt auf den 200er-Durchschnitt zurück reagiert hat und danach in gleicher Dynamik wieder auf 17000 Punkte schoss.

    Börse



    Noch stärker ist der Technologie-Index Nasdaq. Dass er noch nicht ein neues Hoch erreicht hat, liegt an den außergewöhnlichen Jubelkursen aus dem Jahr 2000. Doch jedes darunter liegende Hoch wurde bisher genommen. Es dürfte nur noch eine Frage von Monaten sein, bis der Nasdaq 100 auch sein 2000er-Top bei 4705 Punkten erreicht.

    Besonders gut laufen seit einigen Monaten große amerikanische Technologieaktien. Apple, Google, Microsoft oder Intel sind so stark, dass die Gefahr einer Abwärtswende wie in Deutschland gar nicht erst besteht. Allenfalls geht es um vorübergehende Korrekturen – und das sind Kaufgelegenheiten. 

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