Quartalsbilanz Wieder weniger Gewinn für Deutsche Börse

Härtere Auflagen und verunsicherte Investoren lassen den Gewinn der Deutschen Börse abermals schrumpfen. Der Rückgang lag über den Erwartungen der Analysten.

Die besten und miserabelsten Fonds seit Jahresbeginn
Aktien Japan NebenwerteAktienfonds führen die Liste der Fondsbilanz 2013 an. Im ersten Halbjahr fuhren Fonds, die in kleinere japanische Unternehmen investiert waren, dabei die größten Erträge ein. Das errechnete das Fondsanalysehaus Feri EuroRating für das Handelsblatt. Vor allem die massive Abwertung des Yen half den exportstarken japanischen Unternehmen. Der beste Fonds in dieser Kategorie war der „BGF Japan Small & MidCap Opportunities“ mit einer Performance von 40,7 Prozent. Halbjahresbilanz 2013: + 18,86 ProzentFünf-Jahres-Durchschnitt: + 6,74 Prozent Quelle: dpa
Aktien Gesundheitswesen WeltDie Menschen werden immer älter, die Ausgaben fürs Gesundheitswesen steigen. Unternehmensaktien aus dem Gesundheitswesen bescherten ihren Anleger mit die üppigsten Gewinne. Ein Trend, der schon mehrere Jahre anhält: Pro Jahr legte die Kategorie im Fünf-Jahres-Durchschnitt um mehr als elf Prozent zu. Der „JP Morgan Global Healthcare“ Fonds führte die Kategorie mit einem Plus von 28,3 Prozent an. Halbjahresbilanz: + 17,23 ProzentFünf-Jahres-Durchschnitt: + 11,38 Prozent Quelle: dpa
Aktien JapanDie Geldflut der Bank of Japan ließ die Kurse japanischer Aktien klettern. Auch US-Notenbankchef Ben Bernanke konnte die Rally nur kurz aufhalten. Nach seiner Aussage zum möglichen Ende der lockeren Geldpolitik gaben die Kurse zwar kurz nach, stiegen im Juni aber wieder um gut zehn Prozent. Allein die Sony-Aktie hat im ersten Halbjahr um mehr als 100 Prozent zugelegt. Mit einer Performance von rund 30 Prozent führte diese Kategorie der Fonds „Atlantis Japan Opportunities“ an. Halbjahresbilanz: + 16,53 ProzentFünf-Jahres-Durchschnitt: + 2,85 Prozent Quelle: dpa
Aktien NordamerikaDie lockere Geldpolitik der US-Notenbank trieb nordamerikanische Aktien auf neue Höchststände. Der Dow Jones konnte im ersten Halbjahr erstmals die 15.000-Punkte-Marke knacken. Auch für einen alten Börsenliebling ging es um gut 30 Prozent bergauf: Google. Für den Börsenstar Apple ging es dagegen um gut 20 Prozent bergab. Der beste Fonds in dieser Kategorie war der „Legg Mason Capital Management Opportunity“ mit einem Plus von 31,6 Prozent. Halbjahresbilanz: + 13,89 ProzentFünf-Jahres-Durchschnitt: + 8,06 Prozent Quelle: AP
Aktien Deutschland NebenwerteDer MDax hat mit einer Performance von rund 15 Prozent deutlich mehr zugelegt als der Dax. So konnten auch die Kurse von Fonds, die auf deutsche Nebenwerte gesetzt hatten, im Schnitt um mehr als zehn Prozent ansteigen. Allerdings ist ein Investment in kleinere Unternehmen auch riskanter, da diese wegen ihrer schmalen Produktpalette sehr konjunkturanfällig sind. Der „Credit Suisse Equities Small & MidCap Germany“ führte die Kategorie mit einer Performance von 15,75 Prozent an. Halbjahresbilanz: + 10,49 ProzentFünf-Jahres-Durchschnitt: + 7,5 Prozent Quelle: dpa
Aktien Nachhaltigkeit/Ethik WeltNachhaltigkeit und „Grünes Wirtschaften“ liegen im Trend. Unternehmen stellen immer häufiger ihr nachhaltiges Handeln zur Schau. Der Wunsch nach „Green Economy“ ließ Unternehmensaktien aus dem Nachhaltigkeitssektor kräftig steigen. Als Beispiel dafür ist die Aktie des Windkraftanlagenbauers Nordex: Ein Plus von mehr als 80 Prozent seit Jahresbeginn steht hier zu Buche. Der beste Fonds in diesem Sektor war der „Meridio Funds Green Balance“ mit einem Plus von 18,18 Prozent. Halbjahresbilanz: + 9,19 ProzentFünf-Jahres-Durchschnitt: 1,69 Prozent Quelle: AP/dapd
Aktien Europa NebenwerteNicht ganz so gut wie für die deutschen Nebenwerte lief es für die europäischen Mid- und Small-Caps. Aber immerhin: Trotz aufflammender Euro-Krise, Problemen in den Peripherie-Ländern und mauer Konjunktur, konnten Fonds, die auf kleine europäische Unternehmen setzen, mehr als sieben Prozent zulegen. Der Fonds mit der besten Performance war der „Alken Fund - Small Cap Europe“ mit einem Plus von 17,16 Prozent. Halbjahresbilanz: + 7,43 ProzentFünf-Jahres-Durchschnitt: + 3,78 Prozent Quelle: AP/dapd

Die Deutsche Börse hat sich auch im zweiten Quartal nicht gegen die Flaute an den Märkten stemmen können. Weil sich viele Investoren wegen der Euro-Schuldenkrise und des unsicheren Regulierungsumfelds mit Handelsorders weiter zurückhielten, schrumpfte der Überschuss im Jahresvergleich um acht Prozent auf 171 Millionen Euro - und damit etwas stärker als von Analysten erwartet. Zusätzlich schlugen Kosten für das laufende Sparprogramm zu Buche. Die Nettoerlöse lagen mit 497 Millionen um zwei Prozent unter Vorjahr, wie Deutschlands größter Börsenbetreiber mitteilte. Die lange ersehnte Trendwende lässt damit weiter auf sich warten.

Die Deutsche Börse sprach von einem unverändert schwierigen Kapitalmarktumfeld. Im wichtigen Derivategeschäft der Tochter Eurex gingen die Erlöse im Jahresvergleich um sechs Prozent zurück, im Aktienhandel (Xetra) stagnierten sie. Eine Prognose für das Gesamtjahr traut sich der Vorstand deshalb weiter nicht zu. Finanzchef Gregor Pottmeyer machte aber immerhin im Vergleich zu den ersten drei Monaten des Jahres leichte Verbesserungstendenzen aus. Außerdem sieht er den Konzern bei seinen Sparanstrengungen auf Kurs: "Die Implementierung der im Februar 2013 angekündigten Effizienzmaßnahmen verläuft planmäßig", erklärte er.

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Das Sparprogramm ist eine Antwort auf die Flaute, die die Deutsche Börse - wie so viele andere Börsenbetreiber rund um den Globus - schon seit dem vergangenen Jahr im Griff hat. Bis 2016 will Vorstandschef Reto Francioni die jährlichen Personal- und Sachkosten deshalb um 70 Millionen Euro senken. Das kostet aber zunächst einmal Geld: 90 bis 110 Millionen Euro, schätzt der Konzern. Ein Großteil davon sei bereits verbucht, teilte die Deutsche Börse nun mit. Teil des Ganzen ist auch der Abbau von 140 Stellen, der bereits angelaufen ist.

Um unabhängiger vom klassischen Aktienhandel und Derivategeschäft zu werden, investiert die Deutsche Börse auch verstärkt in neue Bereiche. So setzt der Konzern große Hoffnung in die Abwicklung außerbörslich gehandelter Derivate über die von der EU erwünschten Clearing-Häuser.

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