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Ranking - Die besten Onlinebroker Diese Onlinebanken sind für Anleger erste Wahl

Wer als Privatanleger Wertpapiere online handelt, ist von der Güte seiner Depotbank abhängig. Unser exklusives Ranking von Onlinebrokern zeigt empfehlenswerte Anbieter mit breitem Angebot und günstigen Konditionen.

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Online-Broker: Mobil oder bequem von zu Hause mit Aktien handeln. Quelle: Getty Images

Treue Bankkunden, die ihr Wertpapierdepot noch ganz klassisch über eine Filialbank führen, verschenken viel Geld. Ein Beispiel: Ordert ein Filialkunde der Sparkasse Köln-Bonn mit Kauflimit Aktien für 5000 Euro, werden 57 Euro Kaufgebühr fällig. Ein Depot mit 10.000 Euro in Aktien schlägt mit gut 21 Euro Jahresgebühr zu Buche.

Bei einem günstigen Onlinebroker hingegen müsste der Anleger keine Depotgebühr zahlen. Die neu gekauften Aktien würden ihn bestenfalls nur fünf Euro Kaufgebühr kosten. Ersparnis: 73 Euro – in nur einem Jahr. Klar, dafür verzichtet der Anleger auf eine Betreuung vor Ort, muss aber auch nicht fürchten, dass ein Bankberater ihm statt der gewünschten Aktien doch den hauseigenen Fonds aufschwatzt. Onlinebroker richten sich vor allem an Kunden, die selbst entscheiden, wie sie ihr Geld anlegen. Wertpapiere handeln Kunden meist per Internet. Telefonische Aufträge sind möglich, kosten aber in der Regel extra.

Die besten Onlinebroker: Gesamtwertung

Comdirect top, Lynx Broker Flop

Welche Onlinebroker besonders günstige Konditionen und vielfältige Handelsmöglichkeiten bieten und dazu auch mit Kundenservice und Informationsangebot punkten, hat die WirtschaftsWoche in einem exklusiven Ranking ermittelt. Das Deutsche Kundeninstitut, ein unabhängiger Anbieter von Marktforschung und Wettbewerbsanalysen, hat dafür die 14 größten und bekanntesten Onlinebroker getestet.

Im Test befanden sich nicht nur auf den reinen Wertpapierhandel ausgerichtete Anbieter wie Flatex oder CapTrader, sondern auch breit aufgestellte Direktbanken wie Comdirect und ING-DiBa sowie Onlineangebote von Filialbanken wie Maxblue (Deutsche Bank) und der Sparkassen Broker.

Die beliebtesten Onlinebroker: Kundenzufriedenheit mit Online-Brokern

Testsieger wurde Comdirect, gefolgt von Flatex und der Onvista Bank. Comdirect-Kunden profitieren von einem breiten Angebot und günstigen Konditionen. Sie zahlen auf alle verfügbaren Fonds maximal den halben Ausgabeaufschlag. Wollen sie bei einer Kauforder ein Preislimit setzen, ändern oder streichen, kostet das nichts. Das handhaben mittlerweile die meisten Anbieter so. Bei der Postbank fallen für Limitänderung oder -streichung hingegen 2,50 Euro an, beim Deutsche-Bank-Ableger Maxblue wären es gar 4,90 Euro – kundenfreundlich geht anders. Muss eine Order gestückelt ausgeführt werden, berechnet Comdirect die eigenen Gebühren fairerweise nur einmal. Diese Kaufgebühren zählen allerdings nicht zu den günstigsten im Markt. Außerdem berechnet Comdirect drei Jahre nach Depoteröffnung monatlich 1,95 Euro, wenn der Kunde nicht wenigstens zwei Transaktionen im Quartal vorgenommen hat oder über ein Comdirect-Girokonto verfügt.

Am schlechtesten schneidet im Gesamtranking Lynx Broker ab. Lynx ist vor allem auf professionellere Trader ausgerichtet, die etwa mit Optionsscheinen handeln wollen. Der breiten Masse an Kunden bietet Lynx hingegen stark eingeschränkte Handelsmöglichkeiten. Kunden müssen wenigstens 4000 Euro Mindesteinlage mitbringen. Fonds oder Wertpapier-Sparpläne werden nicht angeboten. Damit konnte Lynx in vielen Bereichen weniger Punkte sammeln. Kursdaten in Echtzeit bekommen Kunden nur gegen Gebühr, die Unterlagen zu Hauptversammlungen gar nicht.

Besonders hoch gewichtet, mit je 35 Prozent Anteil am Ranking, wurden die Konditionen (also zum Beispiel Depot- und Handelsgebühren) sowie das Produktangebot, also die handelbaren Wertpapiere und die Handelsmöglichkeiten: Sind Aufträge nur online oder auch telefonisch möglich? Können Kunden mit regelmäßigen Raten sparen? Welche Börsenplätze stehen zur Auswahl? Die Konditionen und das Angebot wurden direkt bei den Anbietern erfragt und dann ausgewertet.

Im Teilbereich Konditionen schnitt die Onvista Bank am besten ab. Sie bietet Kunden zum Beispiel als einziger Anbieter im Test Sparpläne für Indexfonds (ETFs) grundsätzlich ohne Ordergebühren an.

In der Angebotswertung landet die DAB Bank vorn, über die Kunden zum Beispiel an allen Inlandsbörsen und außerbörslich handeln können. Besonders groß ist bei der DAB, die heute der französischen Großbank BNP Paribas gehört, auch die Palette erhältlicher ETFs und Zertifikate.

Postbank antwortet schnell, selten richtig

„Doch gutes Angebot und günstige Konditionen nutzen Kunden wenig, wenn sie Angebote auf unübersichtlichen Portalen nicht finden oder nicht verstehen und bei Problemen oder Fragen keinen kompetenten Ansprechpartner haben“, sagt Jörn Hüsgen, Geschäftsführer des Deutschen Kundeninstituts. Der Kundenservice (20 Prozent Anteil im Ranking) jedes Anbieters wurde daher mit 20 verdeckten Testanfragen per E-Mail und Telefon geprüft, außerdem wurden Kontaktmöglichkeiten und Service bewertet.

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Börsentafel Quelle: dpa
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Testanrufe und -mails lieferten insgesamt ein recht gutes Ergebnis. Die beste Wertung im Bereich Kundenservice erreichte Comdirect, dicht gefolgt von der ING-DiBa. Anscheinend profitieren Kunden davon, dass die beiden großen Direktbanken viel Expertise in der Betreuung per E-Mail und Telefon mitbringen. Nur bei drei Anbietern (Comdirect, Sparkassen Broker und CapTrader) können Kunden kostenlos anrufen.

In 93 von 100 Fällen landeten unsere Testkunden direkt bei einem Kundenbetreuer, dem sie ihre Frage stellen konnten, etwa nach der Mindestrate für einen Wertpapier-Sparplan oder den Kosten beim Anbieterwechsel. Die Zeit in Warteschleifen (im Schnitt gut eine Minute) war zu verschmerzen. Noch wichtiger: Falsche Antworten auf die – zugegeben einfach gehaltenen – Fragen bekamen unsere Testanrufer nur bei einem von 100 Anrufen zu hören.

Als etwas weniger kompetent bewerteten die Testanrufer einzig die Kundenbetreuer von Commerzbank und DKB. Dass ein Testanrufer auf die Frage nach einer vom Onlinebroker angebotenen Trading App für sein Smartphone gebeten wurde, danach selbst bei Google zu suchen – wie bei der Targobank geschehen –, blieb ansonsten die absolute Ausnahme.

Auf unsere Test-E-Mails bekamen wir im Durchschnitt in zehn Stunden eine Antwort. Diese Wartezeit ist durchaus angemessen. Ganz überwiegend waren die Antworten auch inhaltlich in Ordnung. Nur vier von 100 Mails blieben unbeantwortet. Besonders schnell antworteten uns die Kundenbetreuer der Postbank. Nach 51 Minuten hatten wir schon ihre Antwort im Postfach. Auf den ersten Blick erfreulich, auf den zweiten nicht: Nur jede zweite Frage beantworteten die Postbank-Kundenbetreuer nicht nur schnell, sondern auch zufriedenstellend.

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Das Informationsangebot, dazu zählen auch die angebotenen Kursdaten oder unabhängige Fondsratings, floss mit zehn Prozent ins Gesamtranking ein. Auch in dieser Kategorie punktete vor allem Testsieger Comdirect, der Kunden nicht nur kostenlose Kurse in Echtzeit anbietet, sondern auch Gewinne und Verluste ohne Zeitverzögerung berechnet und auf seiner Website besonders transparent informiert, etwa über seine Gebühren.

In einer Befragung von 1840 Kunden konnten die Onlinebroker außerdem Bonuspunkte sammeln, wenn ihr Angebot, Preis-Leistungs-Verhältnis und Service von Kunden im alltäglichen Praxistest gut bewertet wurden. „Dabei zeigte sich insgesamt eine äußerst hohe Kundenzufriedenheit“, sagt Hüsgen vom Deutschen Kundeninstitut.

Unter den im Ranking gut platzierten Onlinebrokern schaffte es nur die Onvista Bank nicht, wenigstens 50 Kundenstimmen und damit eine ausreichende Anzahl für eine aussagekräftige Bewertung zu sammeln. Ihr wurden daher keine Bonuspunkte aus dem Kundenvotum gutgeschrieben, was sie hinter Testsieger Comdirect rutschen ließ. Die befragten Kunden lobten bei Comdirect etwa die guten und kompetenten Kundenbetreuer und die Erreichbarkeit an sieben Tagen die Woche und rund um die Uhr. Die Ordergebühren waren einigen Kunden aber etwas zu hoch.

Börse



Besonders oft erwähnten die befragten Kunden auch das ETF-Angebot einzelner Anbieter, entweder lobend (wie bei der DAB Bank) oder aber negativ, wenn – wie bei der DKB – etwa gar keine Sparpläne für ETFs erhältlich sind. „Dies sollte unbedingt möglich gemacht werden“, sagte ein Kunde. Ebenfalls ohne ETF-Sparpläne müssen Kunden bei Postbank, Targobank, Flatex, Lynx und CapTrader auskommen.

Vielleicht erhören die Anbieter den vielfachen Wunsch ja – bald ist schließlich Weihnachten. Sonst dürften Kunden über kurz oder lang ihre Konsequenzen ziehen und zu einem anderen Onlinebroker wechseln. An guten Anbietern mit breitem Angebot mangelt es nicht.

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