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Registrierte Aktien Wie Namensaktien Eigentum schützen

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So verläuft der Aktienkauf

Was Pizzen, Wolkenkratzer und Bikinis über die Wirtschaft verraten
Salamipizza-IndexThese: Je teurer die Pizza, desto besser geht es der Region. Beweis: Die Preise für eine kleine Salamipizza im reichen Süden sind etwa doppelt so hoch wie im ärmeren Westen, während der Osten im Mittelfeld liegt. Bestellt man eine "Kleine Salamipizza" (24 cm) bei "Bella Italia" in Essen, so kostet diese 3,50 Euro. Eine "Kleine Salamipizza" beim vergleichbaren Stuttgarter "Bella Pizzaservice" dagegen kostet mit 7,20 Euro mehr als das Doppelte. Quelle: Lieferheld. Die Übersicht der folgenden Indikatoren basiert auf einem Artikel des Business Insider. Quelle: Reuters
Wolkenkratzer-IndexThese: Je höher die Wolkenkratzer sind, die eine Nation baut, desto schlechter wird sich die Wirtschaft entwickeln. Megagebäude werden in einem Umfeld euphorischer Stimmung gebaut werden. Bis die Häuser fertig sind, sind die Börsen zusammengebrochen. Beweis: Mit 828 Metern ist derzeit das Burj Khalifa in Dubai das höchste Gebäude der Welt. Als das Hochhaus nach sechs Jahren Bauzeit stand, hatten die Aktien heimischer Firmen bereits zwei Drittel ihres Wertes verloren. Der Beginn der Asienkrise 1998 erfolgte zeitgleich mit der Fertigstellung der Petronas Towers in Malaysia begann und in den Jahren nach der Grundsteinlegung für den Bau des 509 Meter hohen Taipeh 101, drittelte sich der Aktienindex Taiwans. Quelle: dpa
Bikini-IndexDas Cover für 2012 des Sports Illustrated Swimsuit-Magazins ziert die reizende Amerikanerin Kate Upton. Laut Bikini-Index ein gutes Zeichen für die US-Börse. Die These: In den Jahren, in denen eine Amerikanerin - wie das Model Kate Upton - die Titelseite der Badeanzug-Sonderausgabe der Sports Illustrated ziert, entwickelt sich die Gesamtrendite im US-Börsenindex S&P 500 überproportional, der Index schließt mit höherer Wahrscheinlichkeit zum Jahresende im Plus. Der Beweis: Zurückgerechnet für die Jahre seit 1978 erreichte der S&P 500, wenn eine US-Amerikanerin auf dem Titelbild prangte, eine Gesamtrendite von durchschnittlich 14,3 Prozent. In 88,2 Prozent der Jahre schloss der Index positiv. War auf dem Cover der Swimsuit-Ausgabe dagegen kein US-Model zu sehen, betrug die durchschnittliche Gesamtrendite seit 1978 nur noch 10,8 Prozent, also rund ein Viertel weniger. Zum Jahresende schloss der Börsenindex S&P500 auch nur noch in 76,5 Prozent der Fälle im Plus. Quelle: dapd
Big-Mac-IndexDie These: Der Index zeigt den Zusammenhang zwischen den Wechselkursen in unterschiedlichen Staaten und den Kosten für einen Big Mac. Wenn der Burger in China 44 Prozent günstiger ist als in den USA, bedeutet dies, dass der Yuan gegenüber dem Dollar 44 Prozent unterbewertet ist. Der Beweis: Das Magazin The Economist veröffentlicht diesen Index jedes Jahr. Das Beispiel China zeigt jedoch, dass der einfache Index noch erweitert werden muss, denn es ist zu erwarten, dass Waren in solchen Ländern günstiger sind, in denen auch die Kosten geringer sind. Deshalb vergleichen die Autoren den Dollar-Preis eines Big Mac auf das Bruttoinlandsprodukt pro Einwohner und stellen dabei einen starken Zusammenhang fest. Quelle: dpa
Rocklängen-IndexDie These: Je kürzer der Rock, desto besser geht es der Wirtschaft. Diese Beobachtung hat der Ökonom George Taylor schon in den 1920er Jahren gemacht, der die Entwicklung des Aktienindex mit der Rocklänge in Verbindung brachte. Laut Einzelhandel ist das aber nur ein Mythos. Der Beweis: Einige Ökonomen bleiben der Theorie treu und verweisen auf die langweiligen Rocklängen, die im Zuge der Finanzkrise 2008 in die Läden kamen. Andere befürchten, dass die Maxi-Röcke, die im letzten Sommer modern waren, auf einen neuen Abschwung hindeuten. Quelle: AP
Bier-Konsum-IndexDie These:  Das Bier zu Hause ist günstiger als das Bier in der Kneipe. Kein Wunder also, dass viele Bierliebhaber, die sparen müssen, auf den Gang in die Kneipe verzichten und sich lieber ein Feierabendbier auf der heimischen Couch gönnen. Der Beweis: In Europa befinden sich 73 Prozent der Arbeitsplätze in der Bierindustrie außerhalb von Brauereien - insbesondere in Bars und Restaurants. Laut den Europäischen Brauereien sank zwischen 2008 und 2010 die Beschäftigung in der Branche um zwölf Prozent. Der Bierkonsum insgesamt sank jedoch nur um acht Prozent und die Beschäftigung in Europa ging nur um zwei Prozent zurück. Quelle: dpa
Lippenstift-IndexDie These: Ein bisschen was will Frau sich auch in wirtschaftlich schlechten Zeiten gönnen. Wenn das Geld nicht für teure Handtaschen reicht, greifen sie verstärkt zu Lippenstiften. Die Theorie stammt von Leonard Lauder, Geschäftsführer von Estee Lauder. Der Beweis: Tatsächlich hat sich der Verkauf von Lippenstift laut dem Forschungsinstitut Investopia nach der Rezession, die auf den 11. September 2001 folgte, verdoppelt. Quelle: REUTERS

Der Aktienkauf läuft genauso schnell ab wie bei anonymen Inhaberaktien. Anleger erhalten sowohl bei Namens- als auch bei Inhaberpapieren von ihrer Bank die Wertpapierabrechnung mit den Kaufdaten und einmal jährlich den Depotauszug. Einen zweiten rechtsverbindlichen Beleg über seinen Bestand hat der Aktionär aber nur bei Namensaktien – durch den Eintrag ins Aktienregister. „Wer dort steht, gilt als Eigentümer und kann auf Hauptversammlungen seine Stimmrechte ausüben sowie die Dividende entsprechend der eingetragenen Aktienstücke bekommen“, sagt Oliver Maaß, Rechtsanwalt bei Heisse Kursawe Eversheds.

Spezialisierte Dienstleister

Die Unternehmen wissen durch das Register zum Beispiel, ob ihre Aktien eher von vielen kleinen Privatanlegern oder weltweit von Fondsgesellschaften gehalten werden. Und sie können ihre Aktionäre direkt ansprechen, ihnen Informationen zu Hauptversammlungen oder Kapitalmaßnahmen schicken – per Post oder kostengünstig per E-Mail.

Klaus Schmidt bekommt häufig Post von Dax-Unternehmen. Er ist Chef von Adeus, die zur Allianz-Gruppe gehören und das Register der Muttergesellschaft führen, aber auch für die Telekom und 28 weitere Aktiengesellschaften arbeiten. Der Adeus-Chef weiß, dass er mit seinem Allerweltsnamen Schmidt eine echte Herausforderung für Datenbanken ist. Und von Zeit zu Zeit prüft er auch selbst, dass die Eintragung im Aktienregister und alle Kontrollen funktionieren und seine Aktien nicht bei Namensvettern landen. Bisher ist nichts schiefgegangen.

Zweiter wichtiger Spieler im deutschen Markt ist die Deutsche-Bank-Tochter Registrar-Services aus Eschborn. Sie führt die Aktionärsliste ihrer Mutter sowie beispielsweise das Register der Deutschen Börse sowie das von Infineon und TUI.

MDax-Unternehmen:

Namensaktien: Hier können Sie sich ins Aktionärsbuch eintragen lassen

(MDax-Unternehmen, die Namensaktien ausgegeben haben. Für aktuelle Kursinformationen bitte auf den Namen den Aktie klicken)

AktieISINStreubesitz (1)

Axel Springer

DE000550135741,1

Baywa

DE000519406274,4

Brenntag

DE000A1DAHH086,3

Celesio

DE000CLS100145,4

Dt. Euroshop

DE000748020479,7

EADS

NL000023519049,5

ElringKlinger

DE000785602348,0

HHLA

DE000A0S848830,4

Hannover Rück

DE000840221549,8

Klöckner & Co

DE000KC0100096,2

Leoni

DE000540888494,3

MTU

DE000A0D9PT097,4

Sky Deutschland

DE000SKYD00054,6

Stada Arzneim.

DE000725180394,0

TUI

DE000TUAG00054,8
(1) in Prozent der ausstehenden Aktien; Quelle: Bloomberg

Täglich aktualisiert

Immer gegen 19 Uhr empfangen Adeus und Registrar alle Änderungsmeldungen zu Aktienbeständen, die im Laufe des Tages zwischen den Banken, bei denen die Aktionäre ihre Depots haben, und dem deutschen Wertpapier-Zentralverwahrer Clearstream ausgetauscht wurden. Bei einem Aktienverkauf ziehen die Registerführer die verkauften Stücke vom Bestand des Kunden ab, wer erstmals gekauft hat, wird neu ins Register aufgenommen. So kann er seinen Aktienbesitz nachweisen, ganz unabhängig von seiner Bank.

Sind Anleger einmal registriert, bekommen sie von vielen Unternehmen zur Aktionärsnummer noch ein Passwort. Bei BASF etwa können sie sich damit im Internet ihren Aktienbestand ansehen.

Unerwünschte Eigentümer?

Einem scharfen Reglement unterworfen sind vinkulierte Namensaktien. Bei diesen Papieren muss die Gesellschaft einer Übertragung der Aktien an den Käufer zustimmen. Sie kann diese verweigern, wenn sie dies aus außerordentlichen Gründen im Interesse des Unternehmens für erforderlich hält – etwa, um eine Übernahme zu verhindern. Einen derartigen Fall hat es in den vergangenen Jahrzehnten bei der Allianz allerdings nicht gegeben, die seit Gründung 1890 nur vinkulierte Namensaktien hat. Hintergrund war, dass das Unternehmen nur vermögende Aktionäre wollte, die bei hohen Versicherungsschäden Geld nachschießen könnten.

Heute führt die Vinkulierung aufgrund der standardisierten Abläufe zu keinerlei Verzögerungen bei der Eintragung im Aktienregister und schränkt die Börsenhandelsfähigkeit in keiner Weise ein. Seit 1997 können alle Namenspapiere wie zuvor schon Inhaberaktien über ein elektronisches Abwicklungssystem (Girosammelverwahrung) übertragen werden.

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