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Rentenmärkte Enttäuschende Konjunkturdaten beflügeln Staatsanleihen

Der wirtschaftliche Ausblick vermiest Anlegern derzeit die Stimmung – umso begehrter sind da amerikanische und europäische Staatsanleihen.

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Bei einer Staatsanleihe fungiert der Staat als Schuldner. Die Anleihen der Euro-Zone nennen sich „Euro-Bonds“, die Anleihen der USA „Treasuries“. Quelle: dpa

Die Kurse der europäischen und US-amerikanischen Staatsanleihen konnten nach verhaltenem Handelsauftakt am Dienstag im Tagesverlauf teils deutlich zulegen. Wieder einmal war im Euroraum vor allem die Peripherie gefragt, wobei die 10-jährigen Laufzeiten aus Italien und Portugal die stärksten Gewinne verbuchen konnten. Zugleich kratzte die Rendite der 10-jährigen Bundesanleihen ab der 0,5%-Marke.

Als Ursache für die Bewegung lassen sich überwiegend enttäuschend ausgefallene Konjunkturdaten ausmachen. So sanken die Werte verschiedener Stimmungsindikatoren aus dem Euroraum im Vormonatsvergleich meist und blieben hinter den Erwartungen zurück. Im Zusammenhang mit anderen, bereits veröffentlichten Sentimentindikatoren aus dem Euroraum wird allmählich offensichtlich, dass die wirtschaftliche Dynamik hierzulande etwas nachlassen dürfte. Außerdem fiel der Anstieg der spanischen harmonisierten Konsumentenpreisdaten im März mit 1,3% im Jahresvergleich etwas geringer aus, als die von Bloomberg befragten Volkswirte erwartet hatten.

Mit Blick auf den Handel an den Aktienmärkten in den USA und heute Morgen in Asien gingen die Investoren in den „„risk-off“-Modus über, auch wenn die US-Treasuries einen kleinen Teil ihrer Kursgewinne vom Vortag abgaben. Ihre Rendite liegt derzeit mit 2,78% unter der technisch wichtigen Marke von 2,8%.

Im weiteren Tagesverlauf werden erneut zahlreiche Wirtschaftsdaten veröffentlicht. Neben dem Konsumentenvertrauen aus Frankreich für den Monat März, das gemäß Bloombergkonsensusschätzung bei unveränderten 100 Punkten erwartet wird, dürften die Daten zum US-amerikanischen Bruttoinlandsprodukt gerade im Hinblick auf den Konsum genau analysiert werden, obwohl es sich dabei um den endgültigen Wert für das vierte Quartal 2017 handelt.

Daneben dürften die Aussagen von Notenbankern von Interesse sein. Gegen Abend wird sich der im FOMC derzeit stimmberechtigte Leiter der Atlanta-Fed Raphael Bostic erneut äußern. Obwohl heute keine Aussagen von europäischen Zentralbankvertretern auf dem Kalender stehen, dürften die Diskussionen über den geldpolitischen Kurs der EZB nach den jüngsten Äußerungen ihre Fortsetzung finden.

Emissionsseitig wird aus dem Euroraum lediglich Italien mit Aufstockungen von Anleihen mit Laufzeiten bis 2023 beziehungsweise 2028 sowie einer Floateraufstockung aktiv sein. Am Abend wird das US-Schatzamt mit der Neuemission von siebenjährigen Anleihen und der Aufstockung von zweijährigen Floatern mit einem Volumen von 29 Milliarden US-Dollar beziehungsweise 15 Milliarden US-Dollar aktiv werden. Die gestrige Emission der fünfjährigen Papiere verlief reibungslos.

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