Riedls Dax-Radar

Aktienmarkt birgt Rückschlagrisiko bis 11.000 Punkte

Das Umfeld für den Dax bleibt zwar freundlich. Ein möglicher Grexit hat seinen Schrecken verloren. Dennoch dürfte zunächst eine kräftige Korrektur einsetzten.

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Der entscheidende Stabilisator für den europäischen Aktienmarkt ist der Mix, der die Kurse schon in den vergangenen Monaten soweit nach oben gebracht hat: niedrige Zinsen, billige Energie und der günstige Euro. Dieser Mix wirkt umso mehr, da ihn in seiner jetzigen Dimension fast niemand so auf der Rechnung hatte: Wer hat schon in der zweiten Jahreshälfte 2014 gesagt, der Euro verliert ein Drittel, der Ölpreis halbiert sich und die Marktzinsen gehen gegen Null.

Meilensteine des Dax von 1988 bis 2015

Die bisherigen Korrekturmomente im Dax kamen zeitgleich mit den Rückschlägen bei diesem Hausse-Mix. Von Februar bis März ging der Ölpreis um 30 Prozent nach oben, zuletzt vor allem, weil die Angst vor den Folgen der Jemenkrise die Anleger verunsicherte. Ein weiterer Anstieg des Ölpreises über 60 Dollar hinaus (in der Sorte Brent) könnte den Aktienmarkt durchaus ins Wanken bringen.

Doch ein nachhaltiger Ölpreisanstieg ist nicht in Sicht. Im Gegenteil: Sollte es bei den Verhandlungen mit dem Iran doch noch zu einer verträglichen Einigung kommen, könnte in Zukunft auch noch mehr iranisches Öl auf den Weltmarkt strömen. Zudem dürften die Saudis alle Hebel in Bewegung setzten, sich im geografisch neuralgischen Jemen nicht an den Rand drängen zu lassen. Nebenbei sind die Öltanks weltweit randvoll. So gesehen spricht derzeit eindeutig mehr dafür, dass der Ölpreis in den nächsten Monaten am Boden bleibt und womöglich sogar wieder unter 50 Dollar sinkt.

Dann dürfte sich auch die jüngste, leicht inflationäre Tendenz, die sich in der EU zeigte, wieder abschwächen. Bis Jahresende könnte es dann auf die von der EZB ins Auge gefasste Inflation von null Prozent hinauslaufen.

US-Märkte dämpfen den Dax        

Das aber heißt: An der geldpolitischen Linie der EZB wird sich auf absehbare Zeit nichts ändern. Das wiederum hält die Zinsen unten und wird auch den Euro wieder drücken. Charttechnisch war der Ausflug auf 1,10 Dollar nur eine klassische Gegenreaktion im langen Abwärtstrend.

Dax-Anleger greifen doch wieder zu

Für europäische Aktien ist damit das Umfeld mittelfristig (für die nächsten Monate) in Ordnung. Allerdings dämpft eine Gefahr, auf die hier schon mehrmals hingewiesen wurde: Die Entwicklung in Amerika.

Hier haben die jüngsten Konjunkturdaten wieder gezeigt, dass der Aufschwung zwar läuft, dass er aber keineswegs unverwundbar ist. Mehr und mehr spüren die amerikanischen Unternehmen den in den vergangenen Monaten starken Dollar. Er ist vor allem deshalb so stark geworden, weil international immer mehr Länder dazu übergegangen sind, über die Schwächung des eigenen Geldes ihre Wirtschaft anzutreiben und deflationäre Tendenzen zu bekämpfen.

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