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Riedls Dax-Radar

Milliarden-Wetten auf SAP, Microsoft und Daimler

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Auto-Aktien zum Ausverkaufspreis

Der Dax ist gerade dabei, den seit Anfang 2018 laufenden Abwärtstrend nach oben zu durchdringen. Dieser Prozess kann angesichts der zuletzt aufgelaufenen Kursgewinne einige Wochen dauern. Dennoch sind auch auf dem deutschen Aktienmarkt die Aussichten gut.

Daimler verdient etwas weniger, doch 2,1 Milliarden Euro netto in einem wackligen Quartal wie den ersten drei Monaten 2019 sind angesichts der hitzigen Diskussionen um das Ende der alten Autoindustrie eine gute Leistung. Wahrscheinlich wird Daimler 2019 netto insgesamt um acht Milliarden Euro Gewinn erreichen. Einem Unternehmen mit einer solchen Gewinnstärke, einer führenden Marktposition im Auto- und im Nutzfahrzeuggeschäft (das derzeit anzieht), hoher Finanzkraft und üppiger Dividende könnte die Börse durchaus eine Bewertung mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 12 bis 15 zugestehen. Eine solche Rechnung ergäbe Spielraum bis auf 120 Milliarden Euro Börsenwert. Nur die Hälfte wird für Daimler derzeit an der Börse bezahlt.

Diese Relation macht offensichtlich, wie viel Pessimismus derzeit in der Börse steckt und dass der Aktienmarkt in vielen Fällen alles andere ist als überbewertet. Volkswagen kommt nur auf eine fünf- bis sechsfache Gewinnbewertung. Es gibt keine große Branche, die eine solche mehrjährige Kursbereinigung hinter sich hat, wie die deutschen Autohersteller.

Ginge es nach den reinen Kursverlusten, kommt hier sogleich die Bankenbranche in den Sinn. Doch im Gegensatz zu den Fahrzeugwerten besteht dabei ein fundamentaler Unterschied: Während Daimler, BMW und Volkswagen trotz verbreiteter Krisenstimmung Nettogewinne in Milliardenhöhe erzielen, kommen die Banken operativ nicht auf die Beine.

Nach dem langjährigen Niedergang der Dax-Banken hierzulande (Bayerische Vereinsbank, Hypobank, Commerzbank) ist nur noch die Deutsche Bank im Dax. Sie hat zwar im ersten Quartal netto 201 Millionen Euro verdient. Doch vergleicht man die Zahlen mit den Milliardengewinnen der amerikanischen, britischen und französischen Konkurrenten, sind das nur Peanuts. Elf Jahre nach der Finanzkrise ist der ehemalige Bankenprimus hierzulande weiter von internationalem Niveau entfernt als jemals zuvor.

Für die Aktie der Deutschen Bank fehlt nach wie vor jede Fantasie. Dass die politisch gewollte Fusion mit der Commerzbank fehlschlug, drückt die Kurse auch nicht mehr tiefer; große Erwartungen gab es hier ohnehin nicht. Für die Aktie bleibt zu hoffen, dass sie sich am bisherigen Tief um 6,70 Euro hält, um von da aus einen neuen Bodenbildungsversuch zu starten.

Fazit für den Dax: Zwischen 12.300 und 12.500 Punkten dürfte der Verlauf zäher werden, Korrekturen sind jederzeit möglich. Maximaler Spielraum wäre bis 11.700 Punkte, hier verläuft die 200-Tage-Linie. Besser und zugleich ein gutes Zeichen für die innere Stärke des Marktes wäre es, wenn eine solche Korrektur nicht mehr unter das Niveau um 12.000 Punkte ginge.

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