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Riedls Dax-Radar
Seit dem jüngsten Kurssturz rangiert die Daimler-Aktie nicht mehr weit über ihrem 2016er-Tief. Quelle: dpa

Banken, Autos, Stahl – immer mehr Dax-Branchen kippen ab

Nach zehn Tagen schwacher Kurse ist der Aktienmarkt reif für eine Erholung. Doch die Gefahr ist groß, dass Zollstreit, Schuldenproblematik und enttäuschende Gewinnzahlen dazwischenfunken.

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Die Deutsche Bank fällt durch den aktuellen Stresstest der Fed, als einzige von 35 getesteten Banken. Das ist ein Armutszeugnis, da die Probleme der Deutschen Bank seit Jahren bekannt sind. Der Deutschen Bank mangelt es an Risikokontrolle, an internen Sicherheitsmechanismen im Falle von Finanzturbulenzen. Wieder einmal sackt die Aktie auf ein neues, langjähriges Tief. Bei Kursen um neun Euro hatte es eine kleine Zwischenerholung gegeben; die große Trendwende aber steht noch aus. Sie dürfte, darauf deuten die Bedenken der Fed, Jahre dauern.

Die Deutsche Bank im Besonderen und europäische Banken im Allgemeinen leiden derzeit unter der Gefahr einer neuen Finanz- und Schuldenkrise. Die ist in Europa größer als in den Vereinigten Staaten. Grund sind gewichtige Schuldenkandidaten wie Italien, die Divergenz-Probleme um den Brexit und die mittlerweile auch gar nicht mehr so starken Kernländer Deutschland und Frankreich. Dabei ist dies zunehmend nicht nur eine Frage der abflauenden Wirtschaft, sondern auch der politischen Uneinigkeit, vor allem in der Frage der Migration.

Deutlich zeigt sich das an Zinsen und Währungen. Nur 0,3 Prozent bringen zehnjährige Bundesanleihen, die taktgebenden Bonds in Europa. Vergleichbare US-Bonds werfen 2,8 Prozent ab. Das ist der größte Unterschied seit mehreren Jahrzehnten – und er verfestigt sich.

Die spannendsten Aktien im Dax

Für die Aktienmärkte steckt darin ein Problem: Wenn die Wirtschaft in Europa trotz extrem niedriger Zinsen wieder ins Wanken gerät, was soll die europäische Notenbank erst tun, wenn die Konjunktur eines Tages richtig abstürzt?

Von immer mehr Forschungsinstituten werden die Prognosen derzeit zurückgesetzt. Die meisten Auguren rechnen für 2018 eher mit einem Wachstum unter zwei Prozent als darüber. Für die Börse wäre das noch passabel. Viel weiter aber sollte das Plus nicht zusammenschnurren. Dann müssten Anleger vermehrt mit Gewinnwarnungen rechnen. Wie die einschlagen können, hat das Beispiel Daimler gezeigt: Seit dem jüngsten Kurssturz rangiert die Aktie nicht mehr weit über ihrem 2016er-Tief, das bei 52 Euro lag.

Krisenmix kann zu unerwarteten Gewinnwarnungen führen

Sollten sich die Krisensignale der vergangenen Wochen verdichten, wird es weitere Gewinnwarnungen geben. Schuldenprobleme in Europa, Handelskrieg mit den USA, dazu die Fernwirkungen um China inklusive Währungsturbulenzen, die auch in Südamerika noch nicht vom Tisch sind.

Die Fallhöhe bei den konjunkturabhängigen Industriewerten im Dax ist erheblich. Die Autokonzerne hatten 2017 Rekordergebnisse präsentiert. Die Chemieindustrie geht von einem weltweiten Wachstum von gut zwei Prozent aus. Im Stahl gab es Hoffnung auf eine Preisstabilisierung; Maschinen und Anlagen profitierten von einem lebhaften Investitionsklima, starkem Konsum und der Erholung an den Energiemärkten. Ob sich diese Trends fortsetzen, wird immer fraglicher.

Am größten dürfte die Enttäuschung bei den Fahrzeugen werden. Hier kommen Unsicherheit und mögliche Zollprobleme auf den großen Absatzmärkten mit dem hausgemachten Abgasdebakel und dem Paradigmenwechsel zum E-Auto zusammen. Einfache und schnelle Antworten sind nicht in Sicht. Sogar die Aktienkurse bisheriger Protagonisten (im Dax besonders Continental) kommen unter die Räder.

Eine schnelle Erholung kündigt sich daher nicht an. Die Autowerte machen ein Fünftel im Dax aus. Kein großer Index weltweit wird so von der Fahrzeugbranche dominiert wie der Dax. Bei den kleineren Indizes, setzt sich das fort – wenn etwa Zulieferer wie Elring Klinger nach unten durchgereicht werden.

Die Deutsche Bank steht für die Schwäche des Bankgeschäfts hierzulande, mit den Autowerten fährt die wichtigste Branche des Landes in die Krise; Stahl (wie das Beispiel Thyssenkrupp zeigt) leidet unter Überkapazitäten und kann diese Probleme seit Jahren nicht abfedern. Die Energiekonzerne RWE und E.On sind zwar im Turnaround einen Schritt weiter, werden aber nie wieder ihre einstmalige Bedeutung am Aktienmarkt erreichen.

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