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Riedls Dax-Radar

Die Risiken im Dax nehmen zu

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Blue Chips wie McDonald's

Dass eine der wenigen stabilen Aktien derzeit McDonald’s ist, weckt Erinnerungen an die Finanzkrisen-Baisse. Auch damals war Mekkes weltweit einer der wenigen Blue Chips, der ohne Blessuren durch den allgemeinen Kurszusammenbruch gekommen ist.

Die Entwicklung am US-Aktienmarkt, der weltgrößten und wegweisenden Börse (die viel wichtiger ist als die Kasinos in Shanghai oder Shenzhen) ist weiterhin brüchig. Nachdem der Dow in einem ersten Rutsch im August 1800 Punkte verloren hat, sich danach um 1200 Punkte erholte, steht nach klassischer Lesart noch ein zweiter Rückschlag aus. Der muss nicht zwingend noch einmal 1800 Punkte umfassen, dürfte aber mindestens noch einmal in die Nähe des bisherigen Tiefs gehen. Als mögliche Zielzone ergäbe das für die nächsten Wochen die Spanne zwischen 15700 und 15000 im Dow Jones.  

Im Dax schwinden die Kräfte

Der deutsche Aktienmarkt hat sich in den vergangenen Jahrzehnten noch nie dauerhaft von der Entwicklung in den USA abkoppeln können. Überschaubare, relative Vorteile waren zwar immer möglich, zu einer eigenen Grundrichtung hat es nicht gereicht. Und das dürfte auch jetzt nicht der Fall sein, dafür sind die Probleme der deutschen Börse zu fundamental.

So viel China-Umsatz steckt in den Dax-Aktien

Bisher ist die Wirtschaft in Deutschland robust gewesen. Doch nun mehren sich Zeichen der Schwäche. Zuletzt ist der ZEW-Index deutlich abgesackt. Dabei sind die Erwartungen an die Unternehmensgewinne weiterhin hoch. Noch immer wird für 2015 mehr als 20 Prozent Gewinnplus hochgerechnet, für 2016 sind es noch acht Prozent. Ob dies so eintrifft, wird angesichts der aktuellen Turbulenzen immer unsicherer. Damit stehen auch die bisherigen Bewertungen infrage – und nicht einmal die sind besonders günstig.

Im Dax zollen dem immer mehr Aktien Tribut. Wie an der amerikanischen Leitbörse notiert die Mehrheit der Einzelwerte unterhalb der 200-Tage-Line; der Index selbst hat sie mittlerweile um acht Prozent – und damit sehr nachhaltig – unterschritten. Nur eine schnelle Erholung könnte den Dax aus dieser technischen Schieflage retten. Hilfe ist aber weder von der Zinsseite in Sicht, noch von klassischen Konjunkturindikatoren. Bei zwei Dax-Unternehmen müssen sich Anleger sogar nicht nur auf schwache Zahlen einstellen, es geht mittlerweile ums blanke Überleben.  

Inflation in den USA schwach - Dax im Plus

Kurzschluss bei E.On und RWE

RWE-Aktien stehen so tief wie seit 27 Jahren nicht mehr, E.On notieren (die Vorgänger Veba und Viag  einbezogen) auf 24-Jahres-Tief. Beide Aktien sind unter die Tiefpunkte von 2002 und 2008 gesunken. Das sind säkulare Verkaufssignale. Ein solcher Shift kündigt in der Regel eine völlige Neubewertung eines Unternehmens an.

Die Stimmung ist so brenzlig, dass sogar die Anleihekurse von E.On und RWE überdurchschnittlich verlieren bei einem zuletzt stabilen Anleihemarkt. Es dürfte sich durchaus die Frage stellen, wie lange beide Unternehmen noch Investmentgrade bleiben.

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