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Riedls Dax-Radar

Chance für Dax und Spekulationen um VW

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BMW ist eine günstige Qualitätsaktie

Ginge es nach dem BP-Muster, würde die Volkswagen-Aktie im November ihren Tiefpunkt erreichen, dann mächtig nach oben reagieren – und dann mehrere Jahre heftig schwanken auf der Suche nach einem neuen, nachhaltigen Kursniveau.

Aus einem solchen möglichen Muster lassen sich für Börsianer drei Schlüsse ziehen:

  • VW-Aktien sind bis auf weiteres kein überschaubares Investment für Anleger;

  • VW-Aktien können sehr wohl zwischendurch hohe Gewinne einfahren – aber wahrscheinlich nur für diejenigen, die glücklich im Tiefen fischen und ihren Fang nach einer schnellen Erholung wieder hergeben – also ein klassisches Vehikel für Trader

  • VW-Aktien haben jetzt, nach zwei Wochen scharfer Baisse wahrscheinlich noch nicht ihren Tiefpunkt gesehen.

Wenn schon Auto, dann lieber BMW

Zu den interessantesten Aktien im Dax gehört derzeit BMW. Im Zuge des Dieselschocks bei VW ist BMW ebenfalls mit nach unten gezogen worden. Vorher gab es Enttäuschungen zum Wachstum in China.

In der Tat, 80 Prozent der BMWs, die in Europa verkauft werden, fahren mit Dieselmotor. In Deutschland sind es noch 73 Prozent – weltweit aber weniger als 40 Prozent. Und im neuralgischen Dieselmarkt USA sind es noch viel weniger, nicht einmal zehn Prozent.

Börse nimmt Autobauer in VW-Sippenhaft

BMW ist bisher direkt nicht von Manipulationen betroffen. Die Meldungen, nach denen ein SUV von BMW manipuliert gewesen sein könnte, haben sich als unzutreffend erwiesen. Zudem kristallisiert sich auch bei VW heraus, dass die Manipulationen auf einen Motorentyp begrenzt sind (dem EA 189).

Damit wird der Dieselskandal zumindest etwas überschaubarer – und das würde die Beteuerungen von BMW und anderer Hersteller untermauern, dass sie eben nicht auf solche Praktiken zurückgegriffen hätten.

Dann aber wäre der herbe Kursverlust, mit dem BMW oder Daimler nach unten gezogen wurden, völlig überzogen.

Diesel im Dilemma – möglicher Turbo für Benziner und Stromer

Selbst wenn in Zukunft weniger Dieselautos verkauft werden, dürften dafür gleichzeitig die Zulassungen für Benziner steigen. Und sollten Neukäufer auf Elektroautos ausweichen, muss es nicht automatisch ein Tesla sein – auch BMW hat einige Stromer im Angebot. Und weil 2,1 Millionen Fahrzeuge des Erzrivalen Audi vom Dieselskandal betroffen sind, wandert womöglich der eine oder andere Käufer zusätzlich von Ingolstadt nach München.

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Um 7,5 Prozent sind im bisherigen Jahresverlauf die Verkaufszahlen von BMW gestiegen. Rund 3,3 Milliarden Euro netto hat BMW im ersten Halbjahr verdient. Damit deutet sich für 2015 ein Rekordjahr mit mehr als 2,2 Millionen verkauften Autos und mindestens sechs Milliarden Euro Nettogewinn an.

Daran gemessen hat die BMW-Aktie gerade einmal eine achtfache Gewinnbewertung. Die Bilanz ist solide, und eine gute Dividende gibt es auch. BMW-Aktien auf aktuell gedrücktem Niveau das Paradebeispiel für eine günstig gewordene Qualitätsaktie.

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