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Riedls Dax-Radar

Trump sorgt für Crash-Gefahr am Aktienmarkt

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Daimler, Bayer, Allianz – immer mehr Blue Chips kippen ab

Im Dow Jones und im S&P 500 stellt sich das abgemildert dar. Hier zahlt sich aus, dass defensive Werte (Pharma, Konsum) vergleichsweise gut dastehen – nachdem sie in den Monaten davor kräftig Federn gelassen haben. Dennoch, auch im Dow Jones ist mittlerweile eine brisante Konstellation entstanden: Zum einen wurden die Kursrekorde vom Januar zuletzt nicht mehr erreicht; zum anderen sind die Notierungen nun bis auf die 200 Tage-Linie zurückgefallen. 2015 gab es im Dow eine ähnliche Situation. Damals folgten danach Kursverluste von 15 Prozent.

Im Dax erwischt es nach den Banken, der Chemie und den Autoaktien nun die Versicherungen. Hier ist die zwischenzeitliche Hoffnung auf höhere Zinsen verflogen. Von den großen Aktien halten sich derzeit nur noch Siemens und SAP einigermaßen gut. Doch hier könnte es, parallel zur Tendenz an der Nasdaq-Börse, nun für einige Wochen eine Korrekturphase geben.

Bei 22 von 30 Dax-Aktien verlaufen die aktuellen Notierungen derzeit unterhalb der 200-Tage-Linie. Das ist eine Baisse-Quote von 73 Prozent. Der kollektiven Abwärtstendenz entziehen sich derzeit die klassischen Defensivwerte (Adidas, Fresenius, FMC) und Sonderentwicklungen wie Linde (Fusion), RWE (Turnaround) oder Vonovia (Profiteuer niedriger Zinsen).

Nachdem der Dax in sieben Tage fast 1000 Punkte verloren hat, wäre eine kurzfristige Erholung wahrscheinlich. Sie könnte bis in den Bereich um 12.600 Punkte gehen. Die negativen Signale wären damit aber nicht vom Tisch. Im Gegenteil: Ein kurzer Anstieg bis auf 12.600 könnte sich als Mitte in einer größeren Abwärtsbewegung erweisen, die dann bis 11.800 Punkte geht.

Fazit: Handelsstreit, Sorge um den weltweiten Aufschwung und Schwächesignale von immer mehr großen Börsen haben den deutschen Aktienmarkt in eine gefährliche Lage gebracht. Die meisten Einzelwerte haben nach unten gedreht, in den nächsten Wochen besteht die Gefahr eines weiteren Rückgangs bis in die Zone 11.800/12.000 Punkte. Auf diesem Niveau dürfte der Dax dann noch einmal die Chance auf eine Stabilisierung haben; ­etwa wenn Trump von seiner umstrittenen Zollpolitik plötzlich abrücken würde. Sollten die wirtschaftspolitischen Spannungen jedoch bleiben und dazu weitere Schwächesignale von der Konjunkturseite kommen, könnte der Dax unter 11.800 Punkte rutschen. Das wäre dann ein langfristiges Verkaufssignal, das zu einer Baisse oder sogar zu einem Crash führen könnte.  

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