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Riedls Dax-Radar

Die Aktienrally geht weiter

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Daimler zeigt: Es geht trotzdem

Die jüngsten, starken Quartalsergebnisse von Daimler sind in mehrfacher Hinsicht wichtig für die Aktienmärkte. Sie zeigen, dass deutsche Unternehmen sehr wohl auf dem Heimatmarkt und auf dem internationalen Markt gut verdienen können – egal, ob in manchen Regionen nun Krise herrscht oder nicht.

Daimler wächst im Konzern nicht nur beim Volumen, auch die Margen ziehen an. Das ist das Gegenteil einer Rabattschlacht. Kein Wunder, weltweit besteht wegen der extrem niedrigen Zinsen eine immense Menge an Liquidität, die den Konsum beflügelt. Und in vielen Fällen gehören Autos, zumal in der gehobenen Daimler-Klasse, zu begehrten Konsumobjekten.

Daimler wird in diesem Jahr einen Rekordgewinn von mehr als acht Milliarden Euro netto einfahren. Daran gemessen ist die Aktie billig und gut rentabel. Daimler bleibt ein Basisinvestment im Dax.  

Deutsche Bank, die Wende-Spekulation

Bei der Deutschen Bank wird es am 29. Oktober ernst. Nicht nur die Zahlen zum dritten Quartal werden veröffentlicht, auch die Einzelheiten zur neuen Strategie.

Dass sechs Milliarden Euro an Rückstellungen und Abschreibungen vorgenommen wurden, dürfte niemanden mehr schocken. Die Nachrichten zur Deutschen Bank waren in den vergangenen Jahren so trist, dass jeder Hoffnungsfunke von Anlegern nun gierig aufgeschnappt wird.

Schon die ersten Personalmaßnahmen zeigen, dass der neue Chef John Cryan ernst macht. Das Investmentbanking wird zurechtgestutzt, das Geschäft mit Unternehmenskunden rückt wieder in den Mittelpunkt. Das aufgeblähte Derivategeschäft muss verkleinert werden. All das sollte mittel- bis langfristig die Erträge verstetigen, die Bilanzsumme verkleinern und die risikoreichen Aktiva schrumpfen lassen. Dann fällt es der Deutschen Bank auch leichter, die Kapitalanforderungen der Aufsichtsbehörden zu erfüllen.

Börse



Der Weg der Deutschen Bank vom riesigen Hedgefonds wieder hin zu einer echten Bank mit berechenbaren Leistungen wird steinig. Die anstehenden Entlassungen dürften dazu führen, dass zunächst sogar neue Aufwendungen anfallen und es länger als erwartet dauert, bis die Deutsche Bank wieder echte Erträge erwirtschaftet. Auch gute Dividendenzahlungen sind vorerst kein Thema mehr.

Dennoch: Langfristig ist die Deutsche Bank eine der interessantesten Spekulationen im Dax, bei der – im Gegensatz zu den Versorgern – das eigentliche Geschäftsmodell keineswegs kaputt gegangen ist, sondern nur durch eine falsche Verlagerung aufs Spekulative über Gebühr strapaziert wurde. Je mehr die Deutsche Bank ihren Weg zu einer Unternehmens- und Privatkundenbank findet, desto deutlicher wird sich die Aktie erholen.

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