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Riedls Dax-Radar

Deutscher Aktienmarkt hält Kurs

Trotz Zinsanstieg, Euro-Erholung und wieder teurem Öl halten sich die Aktien. Ein gutes Zeichen für die nächsten Monate.

Wer vom billigen Öl profitiert – und wer verliert
Jemand arbeitet an einer Tragfläche eines Flugzeugs Quelle: PR
Autos Quelle: AP
Jemand greift nach Körperpflegeprodukten in einem Regal Quelle: REUTERS
Containerschiff Quelle: dpa
Lastwagen der Deutschen Post Quelle: dpa
Packungen mit Medikamenten Quelle: dpa
Anlage mit Tank, auf dem BASF steht Quelle: dpa

Der Wahlausgang in Großbritannien hat die Angst vor einem Brexit genommen und dem Pfund einen weiteren Schub gegeben. Die britische Währung gehört seit vielen Monaten zu den favorisierten Anlagen der WirtschaftsWoche. Mehrmals vorgestellte Anleihen in Pfund Sterling haben seit Herbst bisher zweistellige Prozente gebracht (aus Währung, Kurs und Zins). Sie dürften auch auf absehbare Zeit ein wichtiger Bestandteil in einem international ausgerichteten Depot sein.

Dabei hat sich die Lage gerade für Anleiheinvestoren in den vergangenen Wochen durchaus verändert – und das hat auch Rückwirkungen auf die Aktienmärkte.

Gross gegen Draghi

An den Zinsmärkten wird derzeit der Coup des legendären amerikanischen Anleihe-Spezialisten Bill Gross gefeiert, der nahe dem bisherigen Tiefpunkt der Zinsen gegen Bundesanleihen gewettet hat – und der scharfe Renditeanstieg von 0,05 Prozent auf mittlerweile mehr als 0,6 Prozent hat ihm Recht gegeben.

Was den Ölpreis bestimmt

Allerdings, Marktkenner sagen, dass Gross selbst dabei keineswegs besonders stark investiert gewesen sei. Ein Wunder ist das nicht, da er ja schon mehrmals auf einen Zinsanstieg gesetzt hat und ihn das sicherlich bisher einiges gekostet haben dürfte.

In der Tat waren und sind die beiden Grundgedanken von Gross durchaus einleuchtend: Zum einen kann eine Wirtschaft, die (wie die deutsche) mit etwa zwei Prozent wächst und dazu in diesem oder nächsten Jahr noch etwas Inflation hervorbringen dürfte, nicht auf Dauer mit null Prozent Zinsen auskommen. Erst recht nicht, wenn etwa im Dollar-Raum das Zinsniveau schon wesentlich höher ist.

Zeichen für Zinswende?

Ohne Frage, der jüngste Kurssturz bei Bundesanleihen und der entsprechende Zinsschub sind ein Zeichen dafür, dass der Markt beim endlosen Spiel administrativ verordneter Zinssenkungen nicht mehr mitmacht.

Spätestens seitdem negative Renditen real geworden sind und nicht mehr nur professionelle Anleger betroffen sind, ist die gesamte Zinspolitik an einer Grenze angekommen – man könnte auch sagen: mit ihrem Latein am Ende. 

Nach dem stärksten Verfall der Renditen in den vergangenen 30 Jahren gab es nun den stärksten Anstieg der Renditen. Natürlich ist es gut möglich, dass die EZB demnächst wieder gegensteuert. Dennoch dürfte mit dieser extremen Volatilität die Phase der andauernden Zinsrückgänge beendet sein. Nicht nur aus technischen Gründen, weil der Anleihemarkt extrem ausgetrocknet ist; sondern auch weil es auf der Inflationsseite wahrscheinlich bald wieder einen Anstieg gibt: Grund dafür ist die Entwicklung auf dem Ölmarkt.

Welchen Staaten der niedrige Ölpreis besonders schadet
Erdölförderung Quelle: dpa
Ölförderung in Saudi-Arabien Quelle: REUTERS
Ölförderung in Russland Quelle: REUTERS
Oman Ölpreis Quelle: Richard Bartz - eigenes Werk. Lizenziert unter Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 über Wikimedia Commons
Öl-Leitung im Niger-Delta Quelle: dpa
Ölförderpumpe in Bahrain Quelle: AP
Venezuela Ölförderung Quelle: REUTERS

Und jetzt wird auch noch Rohöl teurer

Im Januar lief der Ausverkauf weit unter 50 Dollar. Die Prognosen der Banken sahen schon 20 Dollar in Reichweite. Stattdessen stieg Öl zunächst auf 60, schwächte sich danach noch etwas ab – und arbeitet sich jetzt wieder in Richtung 70 Dollar je Barrel hoch.

Der Ölpreis ist im vergangenen Jahr so stark gesunken, weil erst die Überproduktion aus US-Schiefergestein den Weltmarkt überschwemmte, dann hohe russische Exporte, und schließlich hat die Opec auch nichts gegen die Baisse unternommen – womöglich um die ungeliebte US-Konkurrenz zu schwächen.

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