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Riedls Dax-Radar

Europas Börsen stecken im Währungs-Dilemma

Der Euro ist kurz davor, die große Wende nach oben zu schaffen. Für europäische und deutsche Aktien ist das eine Belastung. Die stabilen US-Börsen werden zum Rettungsanker.

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Euro-Stärke ist den Anlegern ein Dorn im Auge

Die wichtigste Kurve an den weltweiten Kapitalmärkten ist derzeit der Wechselkurs zwischen Dollar und Euro. Fast bis auf 1,17 Dollar ist der Euro mittlerweile gestiegen. Im Dezember stand er noch bei 1,04 Dollar. Diese Entwicklung ist für viele Marktteilnehmer umso überraschender, da sie gerade im vergangenen Jahr kaum noch etwas auf den alten Kontinent und seine Währung gegeben haben.

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Hinzu kamen Spekulationen, dass der Nachholbedarf der EZB gegenüber der amerikanischen Fed die Zinsdifferenz zwischen Amerika und Europa verkleinern dürfte – ebenfalls ein Vorteil für den Euro. Genau das aber hat die EZB in ihrer jüngsten Entscheidung nicht gemacht. Im Gegenteil: Mario Draghi fährt weiterhin einen extrem expansiven Kurs.

Warum steigt dann der Euro trotzdem so massiv gegenüber dem Dollar? Offensichtlich spiegelt sich in den Wechselkursen nicht nur die Politik der Notenbanken wider. Die spielt zwar auch eine Rolle, aber derzeit eher in der Erwartung, dass die EZB trotz der aktuellen Verzögerung irgendwann einfach dazu übergehen müsse, die Zügel anzuziehen.

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Zudem aber macht sich die politische und wirtschaftliche Realität bemerkbar. Seit Mitte Dezember, nur wenige Wochen nach der Wahl Trumps zum Präsidenten, ist der Dollar gegenüber dem Euro auf dem Rückzug. Das kann man zum einen auf Trump zurückführen, der den Dollar generell weiter unten sehen möchte; zum anderen auch auf den schrittweisen Rückzug der USA von der internationalen Bühne.

Die wirtschaftliche Entwicklung passt dazu. Seit Monaten ist die US-Wirtschaft nicht so stark, wie von zahlreichen Marktteilnehmern angenommen. Kein Wunder, dass die Töne der Fed leiser werden – und die Wahrscheinlichkeit weiterer Zinsstraffungen sinkt. Egal ob von Janet Yellen oder von ihrem Nachfolger.

Die Aktien-Dauerbrenner der letzten 10 Jahre

Daran gemessen ist der aktuelle Zinsunterschied zwischen den USA und der EU sogar groß: Bei den zehnjährigen Staatsanleihen immerhin 2,3 Prozent gegenüber 0,5 Prozent. Die Politik Trumps, die konjunkturellen Entwicklungen und die möglichen Aktionen der Notenbanken könnten dazu führen, dass diese Differenz in den nächsten Monaten geringer wird. Und das hebt den Euro.

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