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Riedls Dax-Radar

Fortgeschrittener Börsenboom mit Korrekturpotenzial

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Gefahr aus Amerika

In den Vereinigten Staaten zeichnet eine Entwicklung ab, die Anleger nicht auf die leichte Schulter nehmen sollten: die wachsende Kritik an der Fed, die immer stärkere Opposition gegen die große Freiheit der Notenbank. Es ist zwar nicht neu, dass die Fed wegen ihrer großzügigen Geldpolitik kritisiert wird, doch mittlerweile werden Gegner in beiden Parteien merklich stärker, sogar Gesetzesvorhaben sind auf dem Weg.

Die spannendsten Hauptversammlungen 2015
Adidas AGWie geht es weiter mit Vorstandschef Herbert Hainer und „seiner“ Adidas AG? Die Frage nach der richtigen Strategie muss er beantworten. Die Russlandsanktionen und der fallende Rubelkurs setzten dem Sportartikelhersteller zuletzt arg zu. 2015 steht zudem kein wirklich großes Sportereignis an, das positive Impulse setzen könnte. Die Aktionäre sind besorgt. Termin für die Hauptversammlung ist der 7. Mai 2015. Quelle: Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW; eigene Recherchen) Quelle: REUTERS
Commerzbank AGDie Commerzbank gehört zu den Dauerbrennern unter den kritischen Aktionärstreffen. Die Themen sind nicht trivial: Kommt das Unternehmen unter Führung von Martin Blessing endlich wieder auf die Füße? Wann gibt es wieder eine Dividende? Und kann die Commerzbank am Ende zum Branchenprimus Deutsche Bank aufschließen? Diese Fragen werden Vorstand und Aufsichtsrat auf der Hauptversammlung beantworten müssen. Die Hauptversammlung findet am 7. Mai 2015 statt. Quelle: dpa
Delticom AGDer Reifen-Onlinehändler hatte im letzten Jahr den Konkurrenten Tirendo übernommen. Bisher hat sich das nicht wirklich bezahlt gemacht. Ein weiteres Thema wird der nicht ausreichend aufgearbeitete Weggang des Finanzvorstands Frank Schuhardt im vergangenen Geschäftsjahr sein. Die Hauptversammlung findet am 5. Mai 2015 statt. Quelle: dapd
Deutsche Bank AGDie größte deutsche Bank gilt schon seit einigen Jahren als Synonym für aufwühlende Hauptversammlungen (HV). In der diesjährigen wird es in erster Linie um die Frage nach der Verantwortlichkeit für Schäden durch Rechtsprozesse gehen. Auch das schwächelnde Hauptgeschäft wird sicher für Diskussionsstoff sorgen. Im Zentrum wird dabei die bis zur HV ausgerufene „neue“ Strategie stehen. Hauptversammlungstermin ist der 21. Mai 2015. Quelle: dpa
Reto Francioni Quelle: dpa
Deutsche Lufthansa AG Quelle: dpa
Deutsche Telekom AG Quelle: dpa

An die Leine des Kongresses wird die Fed wahrscheinlich nicht gelegt, wie die Volkswirte der Commerzbank in einer schönen Analyse beschrieben haben. Doch allein die Tatsache, dass sich die Notenbank in Zukunft wahrscheinlich stärker als bisher für ihren expansiven Kurs rechtfertigen muss, könnte die eine oder andere großzügige Maßnahme etwas bescheidener ausfallen lassen; ohnehin sind schon bisher einige Maßnahmen der Fed in ihrem Gremium nur knapp entschieden worden.

An den Wertpapiermärkten ist diese Gefahr noch kaum präsent – und wenn, dann indirekt als Baustein für die aktuelle Stärke des Dollars. Sollte die Fed auch nur etwas von ihrer Unabhängigkeit einbüßen, könnte das an den Märkten angesichts der bisher extremen Geldpolitik (und der Tatsache, dass Märkte in solchen Fällen gern überreagieren) durchaus zu einem Kursabschlag führen.

Versorger in der Not

Zu den Dax-Aktien, die immer wieder als große Wende-Spekulationen herumgereicht werden, zählen die Versorger. Bei RWE gab es vor kurzem die Erleichterung, als der Verkauf von Dea für 5,1 Milliarden Euro nach längerer Zitterpartie doch gelang. Dabei ist nicht nur den britischen Behörden ziemlich unwohl, auch in der Bundesregierung herrscht über den Deal keine besondere Freude.

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    Eigentlich wäre Dea (neben Wintershall von BASF) als einer der wenigen wirklichen Förderer in deutschem Besitz ein Baustein für die heimische Energiesicherheit gewesen. Der kommt nun ausgerechnet in die Hände eines russischen Oligarchen. BASF hatte ein Tauschgeschäft mit Gazprom wegen der politischen Implikationen im Dezember abgeblasen. Dass RWE so eisern daran festhielt, ist auch ein Zeichen dafür, wie notwendig die Essener den daraus erzielten Milliardenerlös brauchen.

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    5,1 Milliarden sind kein Pappenstiel – vor allem nicht für RWE, die bei 31 Milliarden Euro Nettoschulden nur noch 13 Milliarden Euro Eigenkapital haben. Dazu muss RWE auch noch pünktlich seine kommunalen Aktionäre versorgen, immerhin 24 Prozent. Die wollen mindestens einen Euro Dividende pro Aktie. Unterm Strich sind das für alle Anteile 615 Millionen Euro. Das kann sich RWE leisten, denn der Nettogewinn dürfte im vergangenen Jahr deutlich über einer Milliarde Euro gelegen haben.

    Börse



    Dennoch, das Umfeld bleibt schwierig. Die Hoffnungen, dass die Versorger für die Bereitstellung von Kraftwerkskapazitäten entlohnt werden, schwinden immer mehr, nachdem sowohl das Wirtschaftsministerium als auch die Netzbetreiber das ablehnen. Zudem ist das Überangebot an Strom weiterhin drückend. Der Strompreisindex Phelix der Leipziger Börse hat nach einem kurzen Anstieg im Februar wieder nach unten gedreht. Ein Ende der langen Abwärtstendenz bei den Großhandelsstrompreisen ist nicht in Sicht. RWE bleibt ein Kellerkind im Dax.

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