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Riedls Dax-Radar

Trendsetter und Turnarounds – der Dax steckt voller Favoriten

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Große Wandlung bei Continental und Covestro aussichtsreich

Ein massiver Umbau kündigt sich bei Continental an. Die drei Schwerpunkte Reifen, Zulieferung und Antriebe kommen unter das Dach einer Holding. Die Antriebssparte soll dann an die Börse gebracht werden, die Reifen dürften vorerst im Konzern bleiben. Operativ hat sich Conti seit Jahren in diese Richtung entwickelt. So gesehen wird dazu nun die unternehmerische Form nachgereicht.

Die Aktie hat deshalb auch kaum auf die jüngsten Neuigkeiten reagiert. Zudem sind autonahe Werte an der Börse derzeit unbeliebt. Da hilft es auch nicht, dass sich Conti demonstrativ vom Verbrennungsmotor verabschiedet. Dieser Abschied ist auch kein substanzieller Einschnitt, da Conti im Gegensatz zu vielen anderen Zulieferern kein Spezialist für typische Verbrennerteile war – von der Zylinderdichtung bis zum Kolbenring. Und gute Reifen brauchen drehmomentstarke E-Autos erst recht.

Anleger können sich erst einmal die Wandlung von Conti in Ruhe ansehen. In der Umbruchsphase, in der die gesamte Branche steckt, werden Conti-Aktien nicht plötzlich davonlaufen. Dazu kommt die besondere Situation des nicht besonders kapitalstarken Großaktionärs Schaeffler. Conti-Aktien bleiben ein langfristiger Favorit im Dax, der kurzfristig erst einmal Boden finden muss – womöglich zwischen 180 und 210 Euro.

Zu den aussichtsreichsten Titeln im Dax gehört Spezialchemiker Covestro. Er profitiert seit Längerem davon, dass die weltweite Chemiekonjunktur gut läuft und wichtige Konkurrenten mit ihren Lieferungen nicht nachkommen. Seit Monaten wird die Aktie von Analysten mit Vorsicht bewertet – aus Angst, das positive Umfeld für Covestro könnte sich in Luft auflösen. Als Folge davon ist die Aktie im internationalen Vergleich auffallend günstig geworden.

Auch wenn die Chemiekonjunktur etwas an Fahrt verliert und die Konkurrenz von 2019 an wieder stärker liefert, bleibt Covestro ein Favorit. Das Produktportfolio ist zugeschnitten auf große Trends, die operativen Zahlen sind durch die Bank gut, und die Erwartungen der Analysten sind nicht überspannt. Mit einem solchen Mix lassen sich auch wacklige Phasen im Markt überstehen; vor allem, wenn wie bei Covestro, noch Aktienrückkäufe dazukommen.

Nachdem der Dax im bisherigen Juli-Verlauf bis zur 200-Tage-Linie gekommen ist (die aktuell bei 12.777 Punkten verläuft), könnte er hier zunächst eine Pause einlegen. Die Konsolidierung sollte nur kurz ausfallen, möglichst nur wenige Tage, damit der Dax den Aufwärtstrend der vergangenen drei Wochen behauptet. Optimal wäre demnächst ein Angriff auf die 200-Tage-Linie und dann die nachfolgende Bestätigung, also weiter steigende Kurse. Theoretisch reicht das Potenzial bis in den August hinein bis etwa 13.000 Punkte. Erst wenn der Dax jedoch bei seinem nächsten Anlauf auf die 200-Tage-Linie wieder scheitert und danach unter den Bereich 12.500/12.600 rutscht, wäre dieses positive Szenario dahin.

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