Riedls Dax-Radar

Hektischer Börsen-September steht bevor

Die Kursaufschläge sind ein gutes Zeichen für den großen Trend. Dennoch ist es für Entwarnung an den Börsen noch zu früh.

Börse Quelle: dpa

Die Erholung im Dax läuft fast so schnell wie der vorangegangene Sturz. Diese enorme Dynamik mag den einen oder anderen Anleger verunsichern und an der Börse prinzipiell zweifeln lassen; für die Verteidigung des langfristigen Trends indessen ist dies ein gutes Zeichen: Offensichtlich gibt es jenseits der Panik noch keinen nachhaltigen Verkaufsdruck – und erst ein solcher könnte die große, seit 2009 laufende Aufwärtsbewegung beenden.

Kurzfristiger Auslöser der Erholung sind zunächst die administrativen Stützungsmaßnahmen in China. Sie lassen die nach den vergangenen Kursstürzen ohnehin fälligen Gegenreaktionen noch etwas heftiger ausfallen. Ob damit die Wachstumsschwäche der chinesischen Wirtschaft wirklich ausgeglichen werden kann, ist fast schon eine Glaubensfrage: Wer an die Macht der gespendeten Liquidität glaubt, wird darin einen wohltuenden Effekt sehen. Wer skeptisch ist, wird dagegen mit noch größeren Blasen rechnen und entsprechenden Risiken für die Märkte und die Wirtschaft.

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Beruhigungspillen wirken

Kurzfristig ist die Zinssenkung in China ohne Frage ein Signal, das an den Märkten gut ankommt – und diese Wirkung kann sich in den nächsten Wochen noch verstärken. Bei einem Stand von etwas mehr als 3000 Punkten hat der Shanghai Composite Index seit der Spitze im April mehr als 40 Prozent abgegeben. Das weitere Abwärtspotenzial ist damit noch nicht ausgeschöpft (das besteht bis in den Bereich 2500), doch die Restrisiken sind überschaubar geworden.

Mittlerweile schreckt an der Börse auch nicht einmal mehr der Gedanke, dass die chinesische Wirtschaft in Wirklichkeit meilenweit vom administrativ verordneten Wachstumskurs entfernt ist. Dass Unternehmen wie Adidas gerade verkünden, sie spürten nichts von einer China-Krise, passt zum aktuellen Beruhigungskurs.  

So viel China-Umsatz steckt in den Dax-Aktien

Einen zusätzlichen Schub bekam der Dax, als die Nachricht vom stabilen Ifo-Index für August herauskam, der trotz China-Krise sogar gestiegen ist. Entscheidender Grund dafür sind die niedrigen Energiepreise, sichtbar vor allem am billigen Öl. Rohstoffarme Länder wie Deutschland gehören unterm Strich derzeit eben zu den Gewinnern der weltweiten Rohstoff-Baisse – solange diese Baisse nicht so stark wird, dass die Absatzmärkte in den Schwellenländern völlig wegbrechen.

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