Riedls Dax-Radar

Hektischer Börsen-Sommer in Sicht

Zinsängste und die Zitterpartie um Griechenland drücken den Dax – womöglich in Richtung 10.000 Punkte. Sorgen um China, Siemens und die Deutsche Bank tragen ihr Übriges zur schwierigen Lage bei.

Der Deutsche Aktienindex ist durch die Griechenland-Krise so unruhig wie selten zuvor. Drohen nun die 10000 Punkte? Quelle: REUTERS

Eine schnelle Lösung gibt es in der Griechenland-Krise wie erwartet nicht. Die Gespräche mit dem IWF sind gescheitert, die Geldgeber machen klar, dass sie weitere Mittel nur locker machen, wenn Griechenland substanzielle Reformen einleitet. Das ist bisher nicht der Fall.

Ende des Monats steht die nächste Zahlung der Griechen an. Womöglich gibt es vorher noch eine politische Vereinbarung, und die Notenbank sorgt dann dafür, dass es nicht zu einer abrupten Pleite kommt. Dass in Berlin und auch in Brüssel Szenarien eines Bankrotts Griechenlands durchgespielt werden, ist in dieser Situation nur natürlich.

An den Aktienmärkten schlägt die Griechenland-Krise derzeit so stark durch, weil der Markt erstens durch den Zinsschock am langen Ende schwer verunsichert ist. (Die realen Wirkungen sind übrigens noch lange nicht so groß wie die befürchteten. Beispiel: Bundesanleihen mit fünfjähriger Restlaufzeit rentieren noch immer nur mit 0,1 Prozent. Das ist faktisch ein Null-Zins.)

Dax steigt nach Griechenland-Gerücht

Als zweites, eher psychologisches Problem kommt dazu, dass eine Pleite Griechenlands zwar bisher in den Köpfen der Anleger herumgeisterte, sie aber im Grunde eher für wenig wahrscheinlich gehalten wurde. Das hat sich jetzt geändert – was man auch gut an der aktuellen Schwäche vieler Finanzwerte sieht, die von der Pleite überdurchschnittlich stark betroffen wären.

China ist stärker als sein Ruf

Im Dax hat sich an der zuletzt angespannten Lage (und dem Risiko eines Abschwungs bis 10.000) erst einmal nichts geändert. Natürlich gibt es bei Entspannungsmeldungen in der Griechenland-Krise schnelle Kursgewinne; doch die sind, wie am Donnerstag (11. Juni), noch schneller wieder weg, wenn sich der Wind dreht. Investments abhängig machen sollte man von solchen Kursausschlägen nicht.

Zur Abwechslung positive Meldungen kommen derzeit aus China, die Wirtschaftsdaten waren zuletzt  besser als erwartet. Natürlich ist China ein hochbrisanter Markt mit heftigen Übertreibungen, wie derzeit vor allem am Anstieg der heimischen A-Aktien zu sehen ist. Dennoch dürfte es falsch sein, die wichtige Rolle des Landes als weltweiter Wachstumsmotor vorschnell abzuschreiben.

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Das wurde in den vergangenen 15 Jahren, seitdem China für Börsianer überhaupt erst auf dem Radarschirm aufgetaucht ist, schon sehr oft gemacht. Überspitzt ausgedrückt: Seitdem westliche Medien über die chinesischen Märkte berichten, schwebt darüber stets die Befürchtung, dass der gesamte Aufschwung doch einfach so nicht weitergehen könne.

Zweiter, planmäßiger Zinsanstieg

Bei den Zinsen kam es in den vergangenen Tagen zu der zweiten, heftigen Anstiegsphase, wie sie am 29. Mai an dieser Stelle mit Ziel 0,8 Prozent in der Umlaufrendite angenommen wurde. Diese zweite Phase haben die Märkte nun absolviert, damit wächst die Chance auf eine Gegenbewegung.

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