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Riedls Dax-Radar

Kaufsignal an der Börse in Sicht, 12.400 Punkte voraus

Gute Unternehmensaussichten und günstige Zinsen machen einen Dax-Anstieg bis auf das bisherige Top bei 12400 möglich.

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Börse Frankfurt Quelle: AP

Die Konjunkturerwartungen in Deutschland bleiben stabil. Im November war der ZEW-Indikator nach sieben Rückgängen in Folge wieder etwas erhöht. Der robuste Konsum, die Hilfe des günstigen Euro für die Außenwirtschaft und das hohe Geldvolumen beflügeln die Konjunktur. Damit sieht es weiterhin so aus, dass in diesem Jahr 1,6 bis 1,7 Prozent Wachstum möglich sind; 2016 könnte es in ähnlichem Tempo weitergehen.

Beim Export nach China zeichnet sich in diesem Jahr zum ersten Mal seit 1997 ein Rückgang ab. Der Dynamikverlust der chinesischen Wirtschaft macht sich in den Zahlen der Unternehmen bemerkbar, allerdings in unterschiedlicher Weise: Während die großen Gewinner der vergangenen Jahre (etwa die Autoindustrie) Rückschläge hinnehmen muss, gibt es beim Konsum eine robuste Nachfrage. Im Dax zeigt sich das etwa am stabilen China-Geschäft von Henkel.

Die Erwartungen an den Euroraum sind zuletzt leicht zurückgegangen. Hier schwingt sicherlich die Enttäuschung im Fall Portugals mit und die Bedenken, dass womöglich Frankreich bei der Terrorbekämpfung neue, bisher nicht geplante Lasten schultert.

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    Diese Aktien verlieren nach den Anschlägen von Paris

    Terroranschläge haben bisher nur kurzfristig Auswirkungen auf die Kurse

    Zu einer starken Abwärtsbewegung an den Börsen haben die jüngsten Terroranschläge nicht geführt. Bei den Anschlägen im Jahr 2001 war dies anders, vor allem aus drei Gründen:

    Erstens hatte die wirtschaftliche Entwicklung schon 2000 einen Siedepunkt erreicht, die zyklische Abschwächung hatte schon vor den Anschlägen auf das World Trade Center eingesetzt.

    Zweitens hatten die taktgebenden Technologieaktien eine historische Überbewertung erreicht, die der Markt schon seit Sommer 2000 begann, zu korrigieren.

    Drittens führten die Folgen des Anschlags zu einer Umorientierung der amerikanischen Außenpolitik, die sich offensichtlich nicht positiv auf Konjunktur und Märkte vor allem in den USA auswirkte.

    Einschnitte dieser Art sind nach den Terroranschlägen in Paris in dieser Weise bisher nicht in Sicht – eine neue, fundamentale Schwäche der Börsen ebenfalls nicht.

    Die Börsenkandidaten für den Herbst
    ABN AmroDie Privatisierung der niederländischen Großbank ABN Amro droht zum Verlustgeschäft für die Regierung zu werden. Sie teilte am Dienstag mit, 23 Prozent der Anteile an den Markt bringen zu wollen. Die Aktien würden dabei Investoren für jeweils 16 bis 20 Euro angeboten. Auf Basis dieser Preisspanne hat die Bank einen Wert von 15 bis 18,8 Milliarden Euro. Auf dem Höhepunkt der weltweiten Finanzkrise 2008 wurde ABN Amro allerdings mit Steuergeldern in Höhe von mehr als 22 Milliarden Euro verstaatlicht. Quelle: AP
    Match (Tinder / Friendscout24)Die Mutterfirma der Dating-Portale Tinder und OKCupid will bei ihrem anstehenden Börsengang mindestens 400 Millionen Dollar einnehmen. Das Unternehmen Match.com, zu dem auch FriendScout24 in Deutschland gehört, setzte die Spanne für den Aktienpreis auf 12 bis 14 Dollar fest, wie aus dem aktualisierten Börsenprospekt hervorgeht. Zusammen mit einer sogenannten Mehrzuteilungsoption für die betreuenden Banken könnte der Börsengang insgesamt knapp 537 Millionen Dollar schwer werden. Match.com kam zuletzt auf 59 Millionen aktive Nutzer im Monat, von denen 4,7 Millionen zahlende Kunden sind. Die Firma gehört zum Internet-Konzern IAC, der auch nach dem Börsengang die Kontrolle mit einem Anteil von mehr als 80 Prozent behalten will. Match.com verdiente in den ersten neun Monaten dieses Jahres rund 85 Millionen Dollar - fast 15 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Der Umsatz wuchs binnen eines Jahres um 16 Prozent auf knapp 753 Millionen Dollar. Quelle: dpa
    Hapag-LloydDer Schifffahrtskonzern Hapag-Lloyd hat seinen Börsengang mit letzter Kraft geschafft. Die angebotenen Aktien seien für 20 Euro je Stück verkauft worden, teilte das Unternehmen am Dienstagabend (3.11.) mit. Das ist das untere Ende der bereits gesenkten Preisspanne von 20 bis 22 Euro. Zuvor hatte Hapag noch 23 bis 29 Euro haben wollen. Der angepeilte Bruttoemissionserlös von 300 Millionen US-Dollar wurde wegen der angehobenen Aktienzahl dennoch erreicht. Neben den von ursprünglich 11,5 auf 13,2 Millionen Anteilscheinen erhöhten Zahl an neuen Papieren wurden auch knapp 2 Millionen Aktien aus dem Bestand des Alteigentümers Tui verkauft. Die beiden Kernaktionäre Kühne und CSAV beteiligten sich mit je 30 Millionen Dollar an der Kapitalerhöhung. Der erste Handelstag für die Aktien im regulierten Markt (Prime Standard) der Frankfurter Börse ist für Freitag (6.11.) vorgesehen. Quelle: dpa
    ABN AmroDie niederländische Großbank hat offenbar alle Genehmigungen für einen Börsengang beisammen - und könnte noch im vierten Quartal 2015 den Sprung aufs Parkett schaffen. ABN Amro zählt zu den drei größten Banken der Niederlande und musste im Zuge der Finanzkrise 2008 verstaatlicht werden. Die niederländische Regierung will nun 15 bis 25 Prozent der Bank über die Börse verkaufen. Damit steht ein weiterer Milliarden schwerer Börsengang an: Der Buchwert der ABN Amro soll bei 15,6 Milliarden Euro liegen. Quelle: REUTERS
    Börsengang von Ferrari an der New Yorker Wall Street Quelle: AP
    SteilmannDer Modehersteller und -händler Steilmann backt bei seinem Börsengang mangels Nachfrage kleinere Brötchen. Statt bis zu 98 Millionen Euro begnügt sich das Unternehmen aus Bergkamen nun mit einem Erlös von 50,3 Millionen Euro, wie Steilmann am 22. Oktober 2015 mitteilte. Das Aktienangebot wird auf 14,4 Millionen von bis zu 19,55 Millionen Papiere verkleinert, der Preis dafür auf 3,50 Euro festgesetzt. Das liegt am unteren Ende der bis zu 5,00 Euro reichenden Spanne. Die Steilmann-Papiere können noch bis zum 29. Oktober. Am 3. November sollen sie erstmals an der Frankfurter Börse gehandelt werden. Steilmann will mit dem Erlös vor allem den italienischen Finanzinvestor Equinox bei der Billigmodekette Adler herauskaufen und dort allein die Mehrheit übernehmen. Quelle: dpa/dpaweb
    Poste ItalianeItaliens Regierung will die staatliche Post an die Börse bringen und damit eine Milliardensumme einnehmen. Die Aktien sollen nach Aussage von Geschäftsführer Francesco Caio am 26. oder 27. Oktober erstmals an der Börse gehandelt werden.  Der Börsengang der Poste Italiane soll dem Staat bis zu 3,7 Milliarden Euro einbringen, wie das Finanzministerium in Rom mitteilte. Der Staat will so etwas weniger als 40 Prozent der Post privatisieren. Es wäre der größte Börsengang in Italien seit 1999. Quelle: PR

    Technische Taktgeber für den großen Aufwärtstrend

    Eine wichtige Rolle in der laufenden Anstiegsphase an den Börsen kommt den Technologieaktien zu. Die entsprechenden Indizes, Nasdaq und TecDax, sind in beiden Ländern relativ gesehen stärker als Dow beziehungsweise Dax. Für Amerika wurde schon darauf hingewiesen, dass die Erfolgsgeschichte von Apple, Amazon, Google (Alphabet) oder Microsoft nicht beeinträchtigt wird, wenn die Fed vielleicht in den nächsten Wochen die Zinsen um 0,25 Prozent anhebt.

    In Deutschland ist die gute Konjunktur der Technologieaktien ebenfalls ausgeprägt. Telefonica Deutschland kommt bei der Integration von E-Plus (O2) besser als erwartet voran, United Internet kann sein hohes bisheriges Wachstumstempo fortsetzen, Dax-Wert SAP hat die ersten Enttäuschungen bei seiner Cloud-Expansion hinter sich und erzielt hier nun substanzielle Geschäftsfortschritte.

    So schlagen sich die Börsenneulinge

    Die Stärke der Technologieaktien hat für die Börsen zwei wichtige Funktionen: Erstens zeigt sie, dass der Aufschwung an den Märkten durch echte, unternehmerische Fortschritte untermauert wird und keine Luftnummer ist, wie von den Pessimisten gern dargestellt.

    Zweitens wird offensichtlich, dass die führenden Unternehmen damit im Zentrum der nächsten großen wirtschaftlichen Herausforderungen stehen – von der Digitalisierung bis zum selbstfahrenden Auto. Auch damit bekommen die Kursbewegungen eine Dauerhaftigkeit, die nicht einfach von heute auf morgen abbricht.

    Kurstechnisch gesehen sind TecDax und Nasdaq in einer starken Verfassung, die dafür spricht, dass spätestens 2016 neue Höhen erreicht werden sollten.

    Dax vor neuer Anstiegsphase

    Kurze Korrektur und nächster Anstieg war die These an dieser Stelle vor einer Woche. Nun ist diese Anstiegsphase ins Laufen gekommen, nachdem der Dax genau in die Unterstützungszone zwischen 10.700 und 10.300 eingedrungen war, dort aber aus dem Stand wieder nach oben drehte. Der nachfolgende schnelle Anstieg auf 11.000 ist ein gutes Vorzeichen für die nächsten Wochen.

    Mit einem Anstieg schon etwas über 11.000 hinaus ist der Dax dabei, ein weiteres, wichtiges Kaufsignal zu geben. Knapp unter 11000 verläuft der Abwärtstrend, der sich in der Korrektur seit April gebildet hat. Knapp über 11.000 liegt die 200-Tage-Linie. Um diese wichtige Widerstandszone nachhaltig zu durchdringen, müsste der Dax einen Tagesschlussstand von 11.200 bis 11.300 markieren. Wenn das gelingt, kann es schnell – noch in diesem Jahr – auf 11.800 und dann 12.400 gehen.

    Wie viel Dividende Deutschlands Großaktionäre kassieren
    Familie Schaeffler Quelle: dpa
    Stefan Quandt Quelle: REUTERS
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    Susanne Klatten Quelle: dpa
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    Bei 18 von 30 Dax-Werten verläuft derzeit der Kurs oberhalb der 200-Tage-Linie. Das ist eine Quote von 60 Prozent und noch keine stabile Hausse (die liegt bei 75 oder besser 80 Prozent vor). Dennoch kennzeichnet dies einen typischen Markt, der am Ende einer Korrekturphase wieder schrittweise nach oben dreht.

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      Siemens wird stabiler und rentabler

      Es stützt den Dax, dass Klassiker wie Siemens wieder eine verlässlichere Perspektive bieten. Für jeden Euro Umsatz, den das Unternehmen derzeit macht, kommen für 1,09 Euro neue Aufträge herein. Nach dem guten Geschäftsjahr 2015, das ein Gewinnplus von 39 Prozent brachte, dürfte sich bei Siemens insgesamt die Aufwärtstendenz fortsetzen. Zwar spürt der Industriekonzern die nachlassende Dynamik in China und zurückhaltende Investitionen aus der Energiebranche. Dass die Marge im Industriegeschäft aber stabil bleibt, spricht für die starke Marktposition. Der schwache Euro hilft zusätzlich.

      Einen Extra-Schub bringen junge Sparten wie die Digitalisierung und die Medizintechnik. Ohne Verkaufserlöse (Hausgeräte, Hörgeräte) gerechnet kann der Nettogewinn 2016 von 4,6 Milliarden Euro auf gut fünf Milliarden klettern. Die für Januar angekündigte Dividendenerhöhung auf 3,50 Euro je Anteil sollte Siemens langfristig halten. Die Aktie wird deshalb kein Überflieger, aber dank stabilem Geschäft und soliden Finanzen (29 Prozent Eigenkapitalquote) ist sie ein guter Dividendenwert.

      Sinken E.On-Aktien noch bis auf 1,50 Euro?

      Am unteren Ende der Werteskala im Dax rangieren die Versorger. Bei einer Marktkapitalisierung von nur noch 18 Milliarden Euro für E.On und sogar nur noch sieben Milliarden für RWE mag es spekulativen Anlegern in den Fingern jucken, einen Zock zu wagen. Immerhin handelt es sich hier um zwei der größten Industriekonzerne Europas, die zudem wegen der Energiesicherheit auch eine öffentliche Bedeutung haben. Allerdings, an der Börse ist außer schnellen Zwischenerholungen bisher noch keine Wende absehbar. Im Gegenteil: Gerade auf Versorger-Anleger könnten neue Lasten zukommen.

      In den nächsten Wochen werden sich die Gespräche zwischen Politik und Versorger intensivieren, in denen es um die Zukunft der Konzerne geht. Ein Überleben aus eigener Kraft plus die Kosten des Atomausstiegs und Belastungen riesiger Pensionsleistungen zu schultern, ist nicht in Sicht. Damit wird eine staatliche Rettung, wie immer die auch aussehen mag, immer wahrscheinlicher.

      Börse



      In Sicherheit wiegen sollten sich Anleger deshalb nicht. Denn das Beispiel Commerzbank hat gezeigt, dass gerade nach dem Staatseinstieg auch von Anlegerseite neues Kapital hereinkommen muss – und dabei fand eine dramatische Verwässerung des bisherigen Kapitals statt. Es ist gut möglich, dass es auch bei den Versorgern zu einer ähnlichen Lösung kommt.

      Zur Erinnerung und Warnung: Die Commerzbank-Aktie hat durch die Finanzkrise und die anschließende staatliche Rettung in der Spitze bis zu 97 Prozent verloren. Rechnet man diesen Verlust auf E.On-Aktien um, so könnte deren Kurs noch bis auf 1,50 Euro nachgeben. Das ist natürlich nur eine Rechnung und keine Prognose, offenbart aber, welches Risiko noch immer in Versorgeraktien steckt.  

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