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Riedls Dax-Radar

Keine Angst vorm Dax!

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Konjunktur, Zinsen und Währungen sprechen gegen einen Crash

Die Deutsche Telekom vollzieht zwischen 13 und 14 Euro eine aussichtsreiche Stabilisierung. In Verbindung mit der hohen Dividende wird sie immer mehr zum Renditeinvestment. In Zeiten praktischer Nullzinsen ist das ein wichtiger Kaufgrund.

E.On und RWE haben sowohl geschäftlich wie im Kursverlauf ihre jahrelange Baisse beendet und arbeiten an ihrem Comeback. Diese eigene Entwicklung, die sich seit zwei bis drei Jahren abzeichnet, haben Skeptiker den ehemaligen Monopolisten nicht zugetraut. Für den weiteren Anstieg in den nächsten Jahren ist das ein gutes Fundament.

Merck und FMC profitieren davon, dass Pharma- und Gesundheitswerte weltweit wieder im Kommen sind und dass die Angst, die Branche könnte von Donald Trump abgewürgt werden, wohl unbegründet ist. FMC-Mutter Fresenius sieht schlechter aus, weil hier erst die fehlgeschlagene Akorn-Übernahme verdaut werden muss.

Unspektakulär stabil entwickelt sich Vonovia. Der Immobilienmarkt läuft auf vollen Touren, Signale der Überhitzung sind unübersehbar – doch automatisch zu Ende gehen muss der Boom deshalb nicht. Die Nachfrage nach Wohnraum ist ungebrochen, die Aussicht auf dauerhaft niedrige Zinsen ebenfalls. Mit dem jüngsten Anstieg über 42 Euro haben Vonovia-Aktien sogar wieder ein mittelfristiges Kaufsignal gegeben.

Ein wesentlicher Teil der Dax-Aktien ist angeschlagen, ein ebenso großer Teil ist in einer robusten Verfassung. Das Ergebnis ist, dass der Gesamtmarkt weder nach unten wegbricht noch nach oben durchstartet. Kurzfristig angeschoben oder gedrückt wird der Dax natürlich von äußeren Einflüssen. Hier sind die Aussichten für die nächsten Monate aber nicht einmal schlecht:

Der amerikanische Aktienmarkt entwickelt sich weiter stabil in einem langfristigen Trend. Die US-Wirtschaft wächst in der erwarteten Bandbreite. Die US-Zinsen haben zwar ein erhöhtes Niveau erreicht, heftige Aufschläge aber sind vorerst wenig wahrscheinlich.

In Europa gibt es Anzeichen einer nachlassenden Wirtschaftsdynamik. Dafür aber werden die Zinsen auf extrem niedrigem Niveau bleiben. Die Aussicht, dass die nächste EZB-Führung wohl aus Frankreich kommt und nicht aus Deutschland, passt zu diesem Szenario.

Auf der Währungsseite ist der Euro von seinen Frühjahrsspitzen zurückgekommen, kann sich derzeit aber gut um 1,15 Dollar behaupten. Der Bereich 1,10 bis 1,20 Dollar wäre ein verträgliches Niveau, mit dem die Unternehmen in Europa gut leben könnten.

Die amerikanische Aggressivität im internationalen Handel bleibt eine Belastung für die Märkte. Doch beim Hauptbetroffenen, dem chinesischen Markt, könnte eine Gegenbewegung starten: Der Shanghai Composite Index hat die wichtige Untergrenze um 2600 Punkte verteidigen können. Nach der scharfen Baisse der China-Aktien in den vergangenen Monaten liegt eine Gegenbewegung in der Luft.

Für die Entwicklung des Dax ergibt sich damit folgendes Bild: Auch wenn der mittelfristige Trend angeknackst ist und sich der Index ein gutes Stück unterhalb der 200-Tage-Linie befindet, sollte es ihm gelingen, die weite Zone um 12.000 Punkte zu halten. Im optimalen Fall gelingt schon kurzfristig die Stabilisierung oberhalb von 12.200 Punkten. Notfalls könnte der Markt sogar noch einen Absacker bis 11.700 Punkte verkraften. Spätestens dann aber müsste er nach oben drehen. 

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