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Riedls Dax-Radar

Extreme Zinssituation kommt Aktien zugute

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Läuft es bei den Zinsen wie bei den Tulpenzwiebeln?

Entscheidend für die Aktien- und Anleihemärkte ist die extreme Zinssituation. Die Umlaufrendite pendelt um minus 0,2 Prozent. Anlegen in Festverzinslichen ist für einen konventionell denkenden Investor eigentlich nicht mehr möglich: Wer verleiht schon Geld, wenn er dafür nichts bekommt, sondern sogar noch bezahlen muss?

Im Grunde genommen ist die wichtigste Steuerungsgröße der Finanzwelt - der Zins als Preis fürs Geld - auf den Kopf gestellt. Deshalb, so sagt Vermögensverwalter Jens Ehrhardt, kaufen Anleger mittlerweile Anleihen mit der Hoffnung auf Kursgewinn und Aktien mit Blick auf die Dividendenrendite.

Die Umkehrung besteht aber auch beim Risiko. Anleihen, die bisher vom Prinzip als sichere Anlageklasse galten, haben eine gefährliche Qualität bekommen. Wer Anleihen kauft, disponiert in der Regel langfristig, oft über fünf oder zehn Jahre. Ob bis dahin aber die Zinsen immer noch auf dem aktuellen Extremniveau sind, darf bezweifelt werden. Langfristig neigen Märkte stets dazu, Extrempreise auszugleichen.

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Das gilt für Aktien genauso wie für Anleihen, Immobilien, Oldtimer oder – wie einst im 17. Jahrhundert in Holland – Tulpenzwiebeln. Ob die Notenbanken dann bei einer echten Erschütterung des Anleihemarkts noch stark genug für eine administrative Stützung sind, kann heute niemand mit Sicherheit versprechen.

Was können Anleger dagegen tun? Wer sich dennoch auf die Suche nach kaufbaren Anleihen macht – wie die WirtschaftsWoche in jeder Ausgabe ihrer Rubrik Geldwoche ­– kann ein paar Regeln beherzigen: Bei Emittenten nicht unter mittlere Qualität gehen, also mindestens im oberen spekulativen Bereich bleiben, besser im Investmentbereich. Laufzeiten wählen, die möglichst nicht weit über fünf Jahre hinausgehen und auch dann zum vorzeitigen Verkauf bereit sein, wenn sich Schwächen bei einzelnen Papieren offenbaren. Bei der Währung Euro-Emittenten bevorzugen, die sowohl eine Konjunkturkrise als auch den Zerfall der EU überleben würden.

Als Ergänzung auf traditionelle Fremdwährungen setzen, die es möglichst schon seit Jahrhunderten gibt - die Spannweite reicht hier vom Kerninvestment Dollar bis hin zum hochspekulativen russischen Rubel. Und schließlich bei der Aufteilung der Mittel die Einzelpositionen lieber kleiner machen, damit im schlimmsten Fall die Rückwirkungen auf das Gesamtdepot nicht so dramatisch ausfallen.

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