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Riedls Dax-Radar

Bis Mai sind neue Kursrekorde möglich

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Mögliche Risiken durch eine überraschende Euro-Erholung?

Die Erhöhung der Leitzinsen in Amerika hat am langen Ende der US-Zinsen zu keinen nennenswerten Veränderungen geführt. Das heißt, die Erhöhung entsprach ziemlich genau den Erwartungen des Marktes. Doch schwach sieht die Rendite der zehnjährigen US-Anleihen mit 2,54 Prozent keineswegs aus. So lange sie über dem Niveau von 2,40 Prozent bleibt, ist ihre bisherige Aufwärtsentwicklung intakt. Und geht es in diesem Schema so weiter, hätte sie im Laufe des Jahres Spielraum bis auf rund drei Prozent.

US-Notenbank erhöht Leitzinsen - was das bedeutet

Dennoch kann sich der Euro nach der US-Zinserhöhung erst einmal wieder stabilisieren. Das hat vor allem zwei Gründe: Zum einen überwogen in den vergangenen Wochen die Pessimisten mit ihren Short-Engagements, die nun, nach vollzogener US-Zinserhöhung erst einmal ihre Positionen wieder schließen müssen; das führt zu technischen Kursgewinnen. Zum anderen wachsen Zweifel an den von Trump versprochenen Konjunkturmaßnahmen.

Die Kursraketen seit der Finanzkrise

Auch die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen hat sich in den vergangenen Monaten deutlich über der Nulllinie etabliert. Gemessen an den negativen Tiefpunkten des vergangenen Jahres könnte man dies schon als erste Phase einer langsamen Aufwärtsbewegung interpretieren. Auf alle Fälle dürfte der jahrelange Prozess sinkender Bund-Renditen beendet sein. Schon das trägt dazu bei, den Euro nicht mehr ins Leere fallen zu lassen.

In der Tat gäbe der Euro bei einem Anstieg über 1,09 Dollar hinaus sogar ein klassisches Kaufsignal, dessen theoretisches Ziel zunächst bei 1,11 bis 1,12 liegen würde. Die große Wende vollzogen hätte der Euro aber erst, wenn er über 1,16 Dollar hinaus käme.

Das Dilemma der Käufer: Zuschauen oder teuer nachkaufen

Insgesamt ist die Aufwärtsbewegung im Dax, die im Herbst durch die Trump-Wahl eine neue Dynamik bekommen hat, weiterhin voll und ganz intakt. Der Abstand zur 200-Tage-Linie ist durch die Schaukelpartie der vergangenen Wochen nicht mehr größer geworden, zu einer deutlichen Abkühlung im Zuge einer Korrektur ist es aber immer noch nicht gekommen.

Für viele Anleger liegt genau darin das Problem der aktuellen Marktverfassung: Einerseits bieten Aktien insgesamt durchaus ein fundamental gutes Umfeld (Wirtschaftswachstum, niedrige Zinsen, steigende Unternehmensgewinne), andererseits sind die Bewertungen an den Märkten schon fortgeschritten. Neukäufer stehen also permanent vor der unangenehmen Entscheidung, entweder in einem stabilen Markt nicht dabei zu sein oder teuer nachkaufen zu müssen.

Die großen Trends selbst sind derzeit ohne Frage weiter intakt: Dow Jones, Nasdaq, Euro Stoxx und Dax verlaufen mit deutlichem Abstand oberhalb ihrer steigenden 200-Tage-Linien. Im Dax gibt es derzeit nur einen einzigen Wert, der weit unterhalb seiner 200-Tage-Linie verläuft: Die völlig unrepräsentative Aktie des Katastrophen-Unternehmens E.On.

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