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Riedls Dax-Radar

Mit Cash und Gold durch die Börsenkrise

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Spekulationen um Bayer, Frust um Thyssenkrupp

Viel eher besteht die Gefahr, dass der Dax nach dem ersten Absacker von 12.600 Punkten auf 11.600 Punkte und einer Erholung (die durchaus in den Bereich bis 12.000 gehen könnte) mindestens noch einmal abtaucht.

Blaupause für die weitere Entwicklung könnte der Abschwung Anfang 2018 werden, der mit einer ähnlichen Abwärtsdynamik begann wie der aktuelle Rückschlag. Von Februar bis März 2018 verlor der Dax in 45 Tagen 1900 Punkte. Übertragen auf die aktuelle Situation ergäbe das bis in den September hinein einen Dax-Rückgang bis in den Bereich um 11.000 Punkte. Im Dow Jones könnte mindestens noch einmal die 200-Tage-Linie um 25.600 Punkte getestet werden, wenn nicht sogar das Frühjahrstief im weiten Bereich um 25.000 Punkte.

Immerhin, dem Dax kommen im Augenblick sogar Krisenwerte zugute. Bayer-Aktien etwa, die den Gesamtindex durch ihre hohe Gewichtung lange gedrückt haben, zeigen seit einigen Wochen relative Stärke. Nach erfolgreichem Spartenverkauf fand zwischen 55 und 60 Euro eine erste Stabilisierung statt. Nun gibt es sogar Kaufsignale nach Meldungen über mögliche Vergleiche in Sachen Glyphosat-Klagen. Auch wenn die Aktie ihre hohe Volatilität – die Heftigkeit der Schwankungen – beibehalten wird, sind hier die spekulativen Chancen gestiegen.

Soweit ist BASF noch nicht. Nach der jüngsten Prognosekürzung rutscht die Aktie unter 60 Euro. Derzeit pendelt sie um das Niveau der Tiefpunkte der vergangenen sechs Jahre. Eine nachhaltige Erholung von hier aus wird schwierig, da BASF im gesamten zweiten Halbjahr nur mit einer zähen Geschäftsentwicklung rechnet.

Bei Thyssenkrupp kam es nach den jüngsten, schwachen Zahlen sogar zu einer kurzen Kurserholung. Die sollte nicht überbewertet werden. Überkapazitäten, Rohstoffkosten und wacklige Nachfrage aus der Autoindustrie machen Thyssenkrupp schwer zu schaffen. Auch wenn die Aktie gemessen am Geschäftsvolumen nicht teuer ist, sieht es derzeit nicht nach einer grundlegenden Erholung aus.

Wenn schon in Krisenzeiten investieren, dann mit mehr Sicherheit. Dax-Überflieger Beiersdorf glänzt mit guten Zahlen, solider Bilanz und neuen digitalen Offensiven. Bewertet ist die Aktie allerdings hoch, Käufer sollten deshalb eher einen Rückschlag in Richtung 100 Euro abwarten.

Auch bei der Deutschen Post sieht die geschäftliche Entwicklung wieder besser aus. Der online-getriebene Paket-Boom ist ungebrochen, die Erhöhung des Briefportos kam zur rechten Zeit, interne Kostenmaßnahmen greifen. Überschaubar sind bisher die Folgen des internationalen Handelskonflikts. Zwischen 25 und 30 Euro sollte die Aktie ein Investment für einen mittleren bis längeren Anlagehorizont werden.

Fazit für den Dax: Die brisante Gemengelage aus schwacher Wirtschaft, politischen Krisen und weit gestiegenen Märkten mahnt generell zur Vorsicht. Es geht derzeit weniger darum, neue Chancen zu entdecken, sondern darum, Risiken zu vermeiden. Wie Warren Buffett sollten auch Privatanleger derzeit lieber etwas mehr Cash haben, um gegebenenfalls dann zuzugreifen, wenn der Herbst an den Börsen stürmisch wird.

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