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Riedls Dax-Radar
Quelle: imago images

Trendsetter und Turnarounds – der Dax steckt voller Favoriten

Starke SAP, Continental im Wandel, Überraschung bei der Deutschen Bank. Die positiven Impulse am deutschen Aktienmarkt könnten den Dax in den nächsten Wochen bis auf 13.000 Punkte steigen lassen.

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Die jüngsten Hoffnungssignale haben den Dax zunächst bis fast 12.800 Punkte gebracht. Grund sind Quartalszahlen, Indikationen und Meldungen von Unternehmen, die bisher nicht schlecht ausfallen. SAP wächst kräftig im Cloud-Geschäft; Umsatz, Marge und Gewinn ziehen an. Dass die Aktie daraufhin trotzdem verliert, ist kein Drama, sondern sell on good news. Bei 105 Euro hat SAP zweimal ein kleines Hoch gebildet. Gut möglich, dass die Aktie, nachdem die Erwartungen erfüllt worden sind, erst einmal in eine Konsolidierung übergeht, etwa bis in den Bereich um 95 Euro.

Entscheidend für Anleger: Der große Cloud-Trend ist intakt, das zeigen auch die jüngsten Zahlen von Microsoft. Auch diese Aktie könnte nach dem bisherigen Anstieg eine Pause einlegen. Beide sollten im späteren Verlauf des Jahres wieder zu den Protagonisten gehören.

Gute Nachrichten gab es zur Abwechslung von der Deutschen Bank. 400 Millionen Euro Nettogewinn im zweiten Quartal trotz laufender Restrukturierung sind ein achtbares Ergebnis. Nun liest man reihum, dass von Entwarnung keine Rede sein könne.

Die spannendsten Dax-Aktien der Woche

Dabei vollzieht sich der Turnaround der Deutschen Bank wie im Bilderbuch: Nach 1,4 Milliarden Euro Verlust 2016, einer halben Milliarde Euro Verlust 2017 dürften 2018 erstmals wieder Gewinne bleiben. Wenn das zweite Halbjahr so läuft wie das erste, könnte das sogar eine Milliarde Euro werden. Dass die Bank angesichts der Erschütterung ihres Geschäftsmodells und der zahlreichen Enttäuschungen nicht von heute auf morgen an alte Top-Zahlen und große Wettbewerber anschließen kann, ist selbstverständlich. Doch es gibt weltweit derzeit keine Großbank, bei der Anleger ein so umfangreiches Geschäftsvolumen für so wenig Geld bekommen.

Wenn Rechnungen aufgemacht werden, dass die derzeit wohl beste Bank der Welt, die amerikanische JP Morgan Chase, in diesem Jahr netto weit mehr verdienen wird als die gesamte Deutsche Bank an der Börse auf die Waage bringt, ist das nicht nur ein Zeichen für das Trauerspiel der Deutschen. Es zeigt auch, welche Möglichkeiten im Kurs der Deutschen Bank stecken, wenn sie ihr Geschäft eines Tages wieder auf die Reihe bringt.

Zeit müssen Investoren dafür einkalkulieren. Genauso wie bei Thyssenkrupp. Die heftigen Kursreaktionen nach den jüngsten Demissionen in der Top-Etage zeigen, wohin die Reise gehen könnte. Altlasten, das Fehlen eines schlüssigen Geschäftsmodells und die über Jahrzehnte gewachsenen Machtstrukturen werden eine schnelle Lösung verhindern. Aus diesem Grund dauert die Thyssen-Spekulation auch schon Jahre. Von Anfang an stand dabei ein Gedanke im Vordergrund: Aus dem Sammelsurium von Stahl- und Industriebeteiligungen müsste letztlich mehr herauszuholen sein, als sich im mageren Börsenwert der Thyssen-Aktie widerspiegelt.

Kurzfristig dürften sich Thyssenkrupp erst einmal zwischen 21 und 24 Euro auspendeln. Angesichts der Bedeutung des Konzerns und der Verbindungen der Akteure zu anderen deutschen Unternehmen (etwa zu Siemens) dürfte es nur eine Frage der Zeit sein, bis sich das aktuelle Machtvakuum wieder füllt. Aktien von Thyssenkrupp bleiben die härteste Spekulation im Dax. Da bisher vor allem Belastungen (Pensionen, Machtkampf, Stahlprobleme) im Kurs stecken, wäre ein enormer positiver Effekt möglich, wenn es eines Tages eine positive Lösung für Thyssen gäbe.

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