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Riedls Dax-Radar

Angst vor einer Vollbremsung der Wirtschaft

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USA, China und Rohstoffmärkte machen Hoffnung

Ungebrochen im Aufwind ist Neuling Delivery Hero. Auch wenn die Aktie analytisch überbewertet ist, hält das viele Investoren offensichtlich nicht vom Kauf ab. Dahinter steht die Hoffnung, dass es in der Internetbranche in den ersten Jahren vor allem auf machtvolles Wachstum und Marktanteile um jeden Preis geht und nicht um Nettoerträge am Ende der Gewinn- und Verlustrechnung. Wer davon überzeugt ist, kann seine Kursgewinne durchaus laufen lassen. Schwächesignale zeigt die Aktie derzeit keine. 

Positive Vorgaben aus USA, China und von den Rohstoffmärkten

Unter dem jüngsten Eindruck von Corona hat der Dax das Niveau um 13.000 Punkte erst einmal aufgegeben. Dennoch ist der Showdown um den mittelfristigen Trend damit noch nicht verloren. Eine wichtige Stabilisierung geht derzeit von den großen internationalen Aktienmärkten aus. So hat der amerikanische Dow Jones deutlich oberhalb der 200-Tage-Linie gedreht und kletterte danach fast bis auf 29.000 Punkte. Ebenfalls positiv ist die Entwicklung des Technologieindex Nasdaq, der 20 Prozent über seinem 200er-Durchschnitt verläuft. Das gibt Raum für kurzfristige Korrekturen und kennzeichnet gleichzeitig langfristig einen stabilen Markt. 

Positive Signale kommen aus China. Weil das Land innerhalb der Weltwirtschaft in den vergangenen Jahren massiv an Gewicht gewonnen hat, ist aus dem chinesischen Aktienmarkt ein wertvoller Indikator für die Entwicklung auch der westlichen Industrieländer geworden. 

Das zeigte sich schon bei den Corona-Rückschlägen im Februar und März. Während die westlichen Börsen ins Bodenlose stürzten, hielten sich die Verluste an den chinesischen Aktienmärkten in Grenzen. Darin spiegelte sich die Tatsache wider, dass China zu diesem Zeitpunkt in der Entwicklung der Pandemie schon wesentlich weiter war als die westlichen Länder. Die relative Stabilität und die schnelle Erholung der chinesischen Aktien war so gesehen in Hinweis darauf, dass auch die westlichen Börsen wieder auf die Beine kommen sollten - was dann auch der Fall war. 

Aktuell steckt der wichtigste China-Index, der Shanghai Composite, zwischen 3200 und 3500 Punkten in einer klassischen Konsolidierung innerhalb einer Aufwärtsentwicklung, die ihren Beginn Anfang 2019 nahm. Der chinesische Aktienmarkt deutet damit darauf hin, dass die Weltwirtschaft sich mitten in einer substanziellen Erholung befindet und – trotz Corona – Schritt für Schritt an Dynamik gewinnt. 

Bestätigt wird diese Dynamik von den Rohstoffmärkten, bei denen besonders China in vielen Fällen als Abnehmer und Produzent führend ist: So hat der Preis für Aluminium (trotz Corona-Krise der Luftfahrt und der Flugzeughersteller, die reichlich Alu einsetzen) ein neues, mittelfristiges Hoch markiert. Kupfer steckt, ähnlich wie chinesische Aktien, noch in einer Konsolidierung. Die aber sollte dazu führen, dass letztlich der große Abwärtstrend der vergangenen zehn Jahre bald nachhaltig gebrochen wird. Ein Anstieg über die Marke von 7000 Dollar je Tonne wäre dafür ein sichtbares Signal. Derzeit pendeln die Kupferpreise um 6700 Dollar. 

Die vielversprechende Konstellation am Kupfermarkt ist nicht nur ein positiver Indikator für die allgemeine Konjunktur. In ihm spiegeln sich die großen Trends Internet, Cloud, 5G und Elektromobilität wider, von denen die physische Nachfrage nach Kupfer auf Jahre hinaus beflügelt wird. 


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Fazit für den Dax: Das größte Risiko für deutsche Aktien wäre ein abermaliger, scharfer Lockdown wegen Corona. Dass die Wirtschaft derzeit wieder an Dynamik verliert, ist allein noch kein Grund für einen heftigen Kursrückgang, sondern natürlich Folge der zunächst schnellen Erholung bis in den Sommer hinein. Gefährlich wird es erst, wenn es durch einen abrupten Lockdown wieder zu einer Vollbremsung der Wirtschaft kommen sollte. Ein solches Szenario haben die Börsen bisher noch nicht auf der Rechnung. 

Positive Signale von den weltweiten Aktien- und Rohstoffmärkten, die Stabilität der großen Technologietrends und die robuste Verfassung führender Dax-Aktien sprechen eher dafür, dass es hierzulande keinen zweiten Corona-Crash gibt. Für die kommende Woche wäre es gut, wenn der Dax mindestens das Niveau um 12.500 Punkte verteidigt. 

Mehr zum Thema: Fondsmanager Hendrik Leber spricht im Expertentalk über Impfstoffhoffnung Biontech, Technologie-Aktien und seinen Inflationsschutz mit Bitcoin statt Gold.

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