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Riedls Dax-Radar
Freude an der New Yorker Börse Quelle: dpa

Wall Street macht's vor: Dax vor einer Frühjahrsrally

Die starke Erholung der US-Aktienmärkte hat auch die Notierungen hierzulande aus dem Tief gezogen. In den nächsten Monaten könnte der Dax sogar eine eigene Rally-Phase starten.

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Der Dow Jones hat etwas geschafft, das ihm bis vor kurzem kaum jemand zugetraut hat: Er hat die gesamten Verluste ausgebügelt, die in den schwachen Jahresendwochen 2018 entstanden sind. Bei 25.826 Punkten begann am 3. Dezember die scharfe Abwärtsbewegung; bei 25.850 schloss der Dow Jones am Donnerstag (21. Februar).

Für die Aufholjagd hat der Dow etwas länger gebraucht als für den vorangegangenen Kurssturz, dennoch hat sich die Erholung in der seltenen Form eines V abgespielt. Weil bei einer solche V-Erholung die Aufwärtsdynamik ähnlich groß ist wie die vorangegangene Abwärtsdynamik, ist sie ein Zeichen dafür, dass die Schwäche des Marktes nur vorübergehend war. Dabei übersprang der Dow auch wieder die 200-Tage-Linie (bei 25.000 Punkten), die nun wieder leicht nach oben dreht; ein positives Bild.

Fundamental hat die Erholung zwei Gründe: Zum einen kam es nicht zum befürchteten Zinsanstieg, zum anderen signalisieren allgemeine Wirtschaftsdaten und Unternehmenszahlen nur eine etwas schwächere Konjunktur, aber keine schwere Rezession.

In Europa sind die Zinsen in den vergangenen Wochen stärker gefallen als in Amerika. Mit 0,1 Prozent liegt die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihen 2,6 Prozentpunkte unterhalb ihrer US-Pendants. Die Erwartungen, dass nun die US-Renditen schneller nachgeben (weil die US-Notenbank im Gegensatz zur EZB bei ihrer Zinspolitik mehr Spielraum hat), dürfte zu einer tendenziellen Schwäche des Dollar führen.

Der große Absturz ist vom Tisch

Der Anstieg des Dow Jones hat für Anleger hierzulande zwei Vorteile: Zum einen ist erst einmal die Gefahr eines großen Absturzes vom Tisch. Diese relative Sicherheit spiegelt sich in den Volatilitäts-Barometern wider. V-Stoxx und V-Dax haben sich in den vergangenen Wochen vom erhöhten, gefährlichen Niveau (22 bis 26 Prozent) auf Normalniveau (14 bis 18 Prozent) abgebaut. Es gibt keinen Automatismus, der die Volatilität wieder nach oben zwingt. In einer moderaten Aufwärtsbewegung kann die Volatilität monatelang auf niedrigem Niveau verharren – als Bestätigung der ruhigen und stabilen Marktlage.

Die spannendsten Aktien der Woche

Zweiter Vorteil: Weil die Erholung des Dow Jones so dynamisch verlief und die Notierungen wieder weit nach oben kamen, haben die Aktienmärkte nun reichlich Korrekturspielraum, ohne die großen Trends zu verletzen. Selbst wenn der Dow Jones in den nächsten Wochen wieder etwas nachgibt, würde sich an der insgesamt stabilen Mittellage des Aktienmarktes nichts ändern. Im Dow Jones liegt die Bandbreite dafür etwa zwischen 24.500 bis 26.500 Punkten. Klassisches Zeitfenster wären vier bis acht Wochen, also bis ins Frühjahr hinein.

Champion Allianz, Dividenden-Star Deutsche Telekom

Hierzulande verlief die Erholung bisher weniger dynamisch als im Dow Jones. Der Dax hat die angepeilten Zwischenziele um 11.600 bis 11.700 Punkte noch nicht erreicht. Hier lagen die Tiefpunkte 2017 und 2018, nach deren Unterschreiten Ende vergangenen Jahres die heiße Abwärtsphase begann.

Die relative Schwäche des Dax, der in den vergangenen Monaten sogar schlechter gelaufen ist als die europäischen Märkte im Durchschnitt, lässt sich nicht nur auf Brexit oder Italien-Krise schieben. Er hat auch mit der besonderen deutschen Anfälligkeit zu tun, von der die heimischen Paradebranchen erfasst werden – besonders Auto, Anlagenbau, Chemie und Stahl.

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Das zeigt sich an den Einzelwerten: Thyssenkrupp ist noch einmal bis in die Zone der langjährigen Tiefpunkte abgestürzt. Kurzfristig ist eine kleine Erholung möglich, doch die Probleme des Unternehmens sind schwer. Operativ läuft das Geschäft schlechter als erwartet. Die geplante Aufspaltung in ein Industrie- und ein Material- beziehungsweise Rohstoffgeschäft wird zunächst Man-Power und finanzielle Mittel binden. An der Börse ist der erhoffte Aufwertungseffekt verpufft. Sollte Thyssenkrupp wegen der Aufspaltung aus Wettbewerbsgründen auch noch lukrative Geschäftsbereiche verkaufen müssen, wäre das eine zusätzliche Belastung.

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