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Riedls Dax-Radar
Dax: Welche Aktien dem Sommerloch trotzen könnten Quelle: dpa

Welche Dax-Aktien dem Spätsommer-Tief trotzen könnten

Es ist ein gutes Zeichen für den Dax, dass die Kursrückschläge trotz Handelsrisiken und Auto-Aktien überschaubar ausfallen. Womöglich übersteht der deutsche Markt den gefährlichen Spätsommer besser als erwartet.

Die Sommer-Rally läuft – nicht im Dax, dafür aber bei Apple. Der Unterschied ist gar nicht so groß. Apple allein ist an der Börse so viel wert wie drei Viertel des gesamten Dax. Und würde man dazu noch Amazon packen, wo die Kurse ebenfalls unter Dampf stehen, wäre das weit mehr als der Dax.

Dass Apple und Amazon – und bei Microsoft und Google/Alphabet ist die Situation auch nicht viel schlechter – strategisch, operativ und als Aktie so erfolgreich sind, ist für den Dax ein Vorteil. Wenn die größten und erfolgreichsten Unternehmen weltweit so gut laufen, wird es an den Weltbörsen keine Baisse geben. Dann wird auch der Dax nicht zusammenbrechen.

Dieser Rückhalt ist wichtig. Denn der Dax hat durch seine schwache Entwicklung in den vergangenen Tagen empfindlich an Boden verloren. Weder hat er die 200-Tage-Linie (aktuell um 12.760 Punkte) nachhaltig überschritten noch seinen Spielraum bis 13.000 Punkte ausgenutzt. Ein solches Versagen ist ein Schwächezeichen – und das wiederum könnte gefährlich werden, wenn der Dax den statistisch schwachen Monaten September und Oktober immer näherkommt. Je angeschlagener die Verfassung eines Marktes vor einer Korrekturphase ist, desto größer ist das Kursrisiko in dieser Korrekturphase.

Die spannendsten Dax-Aktien der Woche

Offene Flanke bleibt der Handelsstreit. Der schaukelt sich derzeit vor allem zwischen den USA und China hoch. Deutsche Unternehmen sind davon direkt betroffen. Das zeigt die akute Schwäche der Auto-Aktien. Und da keine andere Volkswirtschaft und kein Aktienmarkt weltweit so von der (klassischen) Autoindustrie abhängt, hat es den Dax nun abermals besonders erwischt. Der deutsche Aktienmarkt ist derzeit sogar schwächer als der europäische Stoxx 600. Trost für Börsianer: Der Dax ist so angeschlagen, weil er von seiner spezifischen Autolastigkeit nach unten gezogen wird und nicht von einer weltweiten Tendenz à la Baisse.

Siemens und BASF werden zu Stützen für den Gesamtmarkt

Stünde der Dax vor einer breiten Baisse, die von der Schwäche seiner Industrieaktien ausginge, sähen Siemens-Aktien ganz anders aus. Siemens hat zwar in den vergangenen Tagen am Niveau um 120 Euro einen Dämpfer hinnehmen müssen, weil die operativen Zahlen nicht berauschend waren und sich Anleger insgeheim mehr erwartet hatten. Zudem bleibt das zentrale Kraftwerksgeschäft mühsam. Doch Siemens ist in Bewegung, wie der Erfolg des wachsenden Digitalgeschäfts zeigt. Das ist für einen großen Konzern mit so vielen Sparten ein Vorteil, der an der Börse für Fantasie sorgt, also die Käufer bei Laune hält. Optimal wäre es, wenn Siemens-Aktien sich in den nächsten Tagen um 110 Euro stabilisieren.

Etwas wackliger als Siemens sieht derzeit eine andere Industrie-Ikone aus, BASF. Seit eineinhalb Jahren konnten sich die Notierungen immer über 80 Euro halten. Nun ist die Aktie nach zuletzt eher enttäuschenden Zahlen dieser Untergrenze gefährlich nahegekommen.

Doch BASF ist stärker als es den Anschein hat. Aktuell ist die Börse enttäuscht davon, dass es auf den großen strategischen Baustellen von BASF nicht richtig weitergeht. Das betrifft die Fusion des Öl- und Gasgeschäfts von Wintershall und Dea (die wegen der Ostsee-Pipeline auch politische Implikationen hat), den Zukauf des Polyamidgeschäfts und von Teilen der Saatgut- und Agrarsparte von Bayer. Gut möglich, dass diese Zukäufe erst bis nächstes Jahr unter Dach und Fach sind. Da Anleger zugleich im Chemiegeschäft eine Abschwächung fürchten, fehlen der Aktie kurzfristig positive Impulse.

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