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Riedls Dax-Radar

Deutscher Aktienmarkt hält Kurs

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Weltweiter Ölverbrauch steigt weiter an

Dennoch, im Grunde dürfte es keinem ölproduzierenden Land gefallen, schwarzes Gold so billig zu verscherbeln. Die US-Schieferölindustrie hat die Produktion gekürzt, in Russland zeichnet sich zumindest eine Rubel-Erholung ab – und auch die arabischen Länder könnten sich spätestens ab Mitte des Jahres zumindest verbal für stabile Ölnotierungen stark machen.

Und, das wurde in den vergangenen Monaten gern übersehen, der Ölverbrauch geht weltweit keineswegs zurück; im Gegenteil: Der langfristige Trend zeigt hier ungebrochen nach oben.

Fazit zum Öl: Es muss jetzt nicht zu einem massiven Anstieg in Richtung 100 kommen, doch eine Stabilisierung des Marktes zwischen 60 und 75 Dollar ist durchaus wahrscheinlich.

Der Dax hält sich erstaunlich gut

Wenn die Zinsphantasie verfliegt, Öl teurer wird und sich auch noch der Euro erholt, fallen drei wichtige Triebkräfte für europäische und deutsche Aktien weg. Pessimisten, die in der Hausse seit Jahren nur eine liquiditätsbedingte Blase sehen, erwarten natürlich jetzt erst recht den Untergang der abendländischen Aktienmärkte.

Daran gemessen hält sich der Dax erstaunlich gut. Zwar setzt er die seit Mitte März laufende Konsolidierung fort, nach scharfen Rückschlägen kommen aber sofort die Käufer wieder. Kurzfristig gab es durch den Rutsch unter 11700 ein Verkaufssignal, doch das wäre etwa bei 11000 Punkten abgearbeitet.

Im Index selbst liegt bisher keine mittel- bis langfristige Trendwende vor. Im Gegenteil: Nachdem der Dax ausgesprochen dynamisch von Januar bis März gestiegen ist, haben die Kursverluste seitdem genau das Ausmaß einer klassischen Konsolidierung.

87 Prozent der Dax-Werte mittelfristig im Aufwärtstrend

Von den 30 Dax-Aktien verlaufen derzeit 26 deutlich oberhalb ihrer 200-Tage-Linie. Es gibt zwar nach den starken Anstiegen nun ab März zum Teil deutlichere Verluste (etwa bei der Münchener Rück), große Abwärtswenden liegen aber nicht vor. Bei drei Aktien verlaufen die Notierungen unter der 200er-Linie, doch das E.On, RWE und Lufthansa in Nöten sind, überrascht nicht.

Ein Sonderfall ist Siemens. Hier pendelt der Kurs um die 200er-Linie. Die indifferente Chart-Lage spiegelt den unsicheren Zustand des Konzerns wider, der stärker von der Energiepreis-Baisse erwischt worden ist, als ursprünglich gedacht – und dessen endlose Umstrukturierungsprozesse offensichtlich ziemlich zäh verlaufen. Fundamental wie technisch ist Siemens derzeit kein Kauf.

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Fazit zum Dax: Für die seit März laufende Korrektur besteht weiterhin ein Spielraum bis etwa 11000. Darunter sollte der Dax in den nächsten Wochen nicht fallen. Wenn doch, wäre das ein Zeichen dafür, dass eine größere Wende im Anmarsch ist. Bis zur Stunde ist immer noch die Wahrscheinlichkeit größer, dass sich nach der laufenden Korrektur die große Aufwärtsbewegung wieder fortsetzt.

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