Riedls Dax-Radar Worauf deutsche Anleger jetzt achten müssen

Der Dax kämpft weiterhin mit der 10.000er-Marke. Auch wenn manche Kritiker eine Blase befürchten - das Aktienumfeld bleibt positiv. Bei welchen Unternehmen es trotzdem Warnsignale gibt.

Mittelfristig Schwankungen um die 10.000er Marke, langfristige Aufwärtsstimmung Quelle: dpa

Der Kampf um die 10.000er-Marke wird sich hinziehen. Beim aktuellen Rücksetzer sollte das Niveau um 9700 Punkte erst einmal halten.

Die Weltbank nimmt ihre globale Wirtschaftsprognose für 2014 etwas zurück und rechnet nun mit 2,8 Prozent statt 3,2 Prozent Wachstum. Gründe dafür sind die Ukraine-Krise, die nun doch die Wirtschaft stärker dämpft als erwartet sowie das weiterhin schwache Abschneiden der Schwellenländer. Dagegen vollziehe sich in der Eurozone die Erholung spürbar. In diesem Jahr rechnet die Weltbank hier mit gut einem Prozent Plus, in den nächsten Jahren fast mit zwei Prozent.

Zwei Folgen

Für die Wertpapiermärkte hat diese Prognose zwei Folgen: Erstens verläuft der weltweite Erholungspfad nach dem tiefen Einbruch 2008/09 insgesamt weiterhin moderat nach oben – für die Unternehmen ist das ein durchaus akzeptables Umfeld für mögliche Gewinnsteigerungen. Zweitens werden in diesem Umfeld die wichtigsten Notenbanken, also die Fed und die EZB, an ihrer grundsätzlich expansiven Geldpolitik festhalten - auch nicht schlecht für Aktien und Anleihen.

Die zehn wichtigsten Aktien-Regeln

Während die ordnungspolitische Diskussion über die Rolle der Notenbanken tobt - und man meinen könnte, Draghi sei der meistgehasste Mann Europas -, sind Aktienindizes und Bond-Barometer weltweit auf Rekordständen. Für Börsianer provoziert das vor allem einen Rückschluss: Offensichtlich ist die aktuelle Partizipation an der Aktien- und Anleihehausse alles andere als verbreitet. Oder anders ausgedrückt: Im Gegensatz zum Jubeljahr 2000, als Anlegen zum Volkssport wurde, ist es heute Common Sense, Draghi, die Fed und mit den Notenbanken gleich die ganze Hausse an den Wertpapiermärkten zu verteufeln.

Der Dax überzeugt

Es ist keine Frage, dass sich der stärkste Zinsrückgang in der Menschheitsgeschichte massiv auf die Kurse von Wertpapieren auswirkt und sie nach oben treibt. Dass die durchschnittlichen Zinsen für Anleihen in 30 Jahren kontinuierlich von gut elf auf ein Prozent gesunken sind, hat es bisher noch nicht gegeben. Dennoch haben sich in der gleichen Zeit auch viele Unternehmen sehr vorteilhaft entwickelt. BMW, BASF, Volkswagen, Henkel oder Bayer etwa haben ihr Geschäftsvolumen in den vergangenen Jahrzehnten kontinuierlich ausgedehnt, erzielen hohe Renditen und sind kapitalstark wie nie.

Nur von einer Blase an den Aktienmärkten zu sprechen, kommt einer Realitätsverweigerung gleich. Natürlich, es gibt auch die anderen, die Verlierer, selbst im Dax: Mit wahrhaft historischer Dimension ist das vor allem die Commerzbank, deren Kurs nach der Finanzkrise sogar unter das Niveau der Sechziger- und Siebzigerjahre rutschte. Dennoch: Selbst die abgestürzte Cobank-Aktie durchläuft derzeit einen Turnaround.

Stabile Trends

Der Dow erreichte bei knapp 17.000 Punkten ein neues Hoch, nun könnte er zunächst bis 16.600/16.700 auf die jüngste große Ausbruchszone reagieren. Diese Untergrenze sollte vorläufig halten. Ähnlich ist die Situation an der Nasdaq. Der 100er-Index hatte sein Hoch bei 3800, die nächste Unterstützung liegt bei 3600 bis 3700. Sie dürfte in den nächsten Tagen verteidigt werden. Beide US-Indizes signalisieren kurzfristig eine Schwankungsphase, mittel- und langfristig zeigt die Tendenz nach oben.

Der Dax kam knapp über die 10.000 Punkte. Aber nachhaltig, wie es so schön heißt, wären mindestens 10.300. Davon ist der Markt ein gutes Stück entfernt. Insofern spielt sich bisher das übliche Szenario um große Kursmarken ab – ihre Überwindung kann Monate dauern.

Im Dax geht das kurzfristige Risiko zunächst bis auf rund 9700 hinab - auf Schlusskursbasis. Diese Untergrenze sollte in den nächsten Wochen halten. Die 200-Tage-Linie verläuft bei 9250 Punkten, die 100er-Linie bei gut 9600; beide mit solidem Abstand und ruhig nach oben.

Inhalt
Artikel auf einer Seite lesen
© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%