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Riedls Dax-Radar 2013 hat das Zeug zum guten Börsenjahr

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Zentrale These für 2013: Europa vor dem Comeback

Preiseinbruch: Verkauft Euer Gold!
Ein kleiner Plastikbär, Symbol für den Abschwung an den Börsen, steht am Donnerstag (15.01.2009) in der Börse in Frankfurt am Main vor der DAX-Kurve. Quelle: dpa
A woman holds 100 euro (pink banknotes at bottom) and 100 Swiss francs (blue banknote at top) she withdrew from an ATM in a bank in Geneva Quelle: AP
A man looks at Sony and Panasonic TV sets at an electronics shop in Tokyo Quelle: REUTERS
 U.S. Federal Reserve Chairman Ben Bernanke Quelle: REUTERS
Eingangsbereich eines Geschäftes für Münzhandel, Gold- und Schmuckankauf Quelle: dpa
Erdöl wird mit Hilfe eines Tiefpumpenantriebes ("Pferdekopf") gefördert Quelle: dpa
A South Korean bank clerk stands behind a pile of U.S. dollar bills Quelle: REUTERS

Die entscheidende Chance für Anleger jedoch ist direkt vor der Haustür zu finden: Es ist das mögliche Comeback des alten Kontinents Europa. Sentimenttechnisch deuten die meisten Indikatoren auf ein tiefes Misstrauen bis hin zu kollektiven Ängsten. Nie war es opportuner als heute, auf Europa, die europäische Idee und dessen alltägliche Manifestation zu schimpfen, den Euro.

In der Tat sind die Enttäuschungen, die dieses Europa den Menschen gebracht hat, enorm – jedenfalls, wenn man der veröffentlichten Meinung folgt. Inflation, Rezession, Währungsreform, Kriege, Weltuntergang – so könnte man den Tenor der Erwartungen zusammenfassen, die bezüglich Europa derzeit in einer Art und Weise kulminieren wie noch nie seit dem Zweiten Weltkrieg.

Gegenüber solchen Ängsten geht es im real erlebten Europa fast zu wie auf einem Ponyhof. Die großen, die europäische Idee tragenden Länder (vor allem Deutschland und Frankreich) sind durchaus stabil, sowohl gesellschaftlich als auch wirtschaftlich. Da gab es in beiden Ländern schon tiefere Erschütterungen als sie derzeit stattfinden, man denke nur an die einschneidenden 60er und frühen 70er Jahre.

Natürlich, die wirtschaftliche Situation in Griechenland, Spanien und Portugal ist sehr angespannt; doch völlig ungewöhnlich ist das für diese Länder nicht. Griechenland war in seiner Geschichte schon oftmals pleite. Und im Fall von Spanien und Portugal kam es erst durch europäische Hilfen zum Boom vor der Finanzkrise. Langfristig ist es also keineswegs ungewöhnlich, dass jetzt eine Abkühlung stattfindet (die für die Betroffenen natürlich schmerzlich ist.)

Miese Stimmung, starke Märkte – ein heißer Mix

Ebenfalls alles andere als desolat ist die Verfassung der europäischen Aktienmärkte. Der Euro Stoxx ist in einer großen Bodenbildung, sogar die Indizes in Frankreich und Spanien drehen immer deutlicher nach oben. Die Kombination aus verbreiteten Ängsten und stabilisierten Aktienmärkten (die schon einen dramatischen Verfall hinter sich haben), ist langfristig eine klassische strategische Einstiegschance.

Natürlich bewegen sich die Börsen nicht im luftleeren Raum. Die Wirtschaft in Europa darf nicht noch einmal abstürzen; im Gegenteil, um den Vorlauf der Börsen zu bestätigen, müsste sie sich 2013 zumindest einigermaßen halten, eher sogar leicht zulegen. Das aber ist, selbst wenn man die Vielfalt der aktuellen Prognosen für 2013 vergleicht, keineswegs unmöglich.

Und noch eine Kurve passt zum Szenario des europäischen Comebacks: Die des Euro. Gegenüber Dollar und Pfund hat der Euro nach langem Verfall eine klassische Aufwärtswende gebildet. Freilich, Währungsrelationen sind mit technischen Mitteln nicht einfach zu handhaben, politische Einflüsse machen sich hier deutlich bemerkbar und führen zu einer größeren Zahl von hektischen Ausschlägen. Dennoch: So, wie sich kurstechnisch der Fall des Euro angedeutet hat, so spricht sein Verlauf jetzt eher für die Comeback-These als gegen sie.

Börse ist Guerilla – auch 2013

Börse



Vor einem Jahr, Ultimo 2011, ging der Dax mit 5898,35 Punkten aus dem Handel. Wenn damals jemand gesagt hätte, der Dax stehe in einem Jahr bei 7600 oder höher (fast 30 Prozent Plus!), hätte man ihn als Spinner bezeichnet. Genau das aber ist Börse: Konsensprognosen gehen fast nie auf, Gewinne winken eher dem Guerilla-Taktiker als dem Mitschwimmer.

Das wird auch 2013 so sein: Wenn die Welt nicht untergeht, dürfte sich Europa deutlicher erholen als erwartet und europäische Aktien zu Favoriten werden lassen. Im Dax (als wichtigstem europäischen Einzel-Aktienmarkt) sind dann leicht 8000 und mehr Punkte möglich.

Ob das skizzierte Positiv-Szenario weiter trägt und mit welchen kurzfristigen Ausschlägen an den Börsen zu rechnen ist, finden Sie auch im neuen Jahr immer wieder hier: im Dax Radar.

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